Diese CD ist hier bei amazon - völlig zu Recht - schon mehrfach sehr positiv besprochen worden.
Das Esbjörn Svensson Trio (EST), bestehend aus Svensson am Klavier, Dan Berglund am Kontrabass und schließlich Magnus Öström an Trommeln und Becken spielt eine durch und durch eklektische Musik, moderner Jazz, Zeitgenössische Musik und Rock/Pop werden zu einem sehr interessanten und unterhaltsamen Amalgam verschmolzen.
Diese Musik swingt nicht immer, schließlich ist nicht das - in dieser Hinsicht kaum überbietbare - Oscar Peterson Trio am Werk, sie ist oft meditativ-impressionistisch wie das berühmte Trio von Bill Evans, Scott LaFaro und Paul Motian ("Sunday at the Village Vanguard", 1961). Es werden repetetive Figuren angeschlagen, die an Keith Jarrett erinnern. Der Bassist (Kontrabassist wohlgemerkt!) schließt sein Instrument an einen Wahwah-Verzerrer an. Der Drummer brennt kein Feuerwerk ab, unterstützt vielmehr kongenial das Spiel von Piano und Bass, immer wieder kommen Anleihen aus Rock zum Vorschein. Jedes Stück hat so seine Eigenheit.
Vielleicht ist das der Jazz, der Zukunft hat. Jazz kann, wenn er bestehen will, nicht endlos Formen und Formeln aus den 1950- und 1960ern wiederaufbereiten, er braucht frische Ideen, frische Klänge. EST bietet genau dies.
Siegfried E. Loch, der die CD auf seinem ACT-Label veröffentlicht hat, gebührt großes Lob für seinen guten Riecher, einen Riecher der ihn schon in den 1960er (!) Jahren Talente wie den damals blutjungen Klaus Doldinger entdecken und fördern ließ.
PS. Gerade (am 16. Juni 2008) habe ich erfahren, dass Esbjörn Svensson am 14. Juni 2008 beim Tauchen tödlich verunglückt ist. Er war 44 Jahre alt. Ich trauere.