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"Introducing: Myself" empfand ich bereits als einen hörenswerten und somit recht gelungenen Einstand dieses jungen Musikers.
Gaebel konnte indessen nichts besseres tun, als in seinem neuen Album musikalisch etwas mehr Abstand zu seiner stimmlich so unerhörten Sinatra-Nähe zu gewinnen. Er braucht gewiss den Vergleich mit dem unvergessenen Altmeister des Jazz-Swing nicht zu scheuen, wenn man jedoch selbst Erstklassiges abzuliefern im Stande ist, kann man getrost auf erneuten Cover-Abklatsch verzichten.
Gaebels - nun tatsächlich "himself" - wunderbar facettenreiche Klänge, die ebenso frisch-frech und spritzig wie melacholisch-zart und schmeichelnd im Ohr kitzeln, bleiben trotz ihrer unverbrauchten Neuheit dem Althergebrachten eng verbunden. Die Folge: Man ist bei dieser Musik unweigerlich sofort "mittendrin". Eine Musik zudem, ideal gemacht für Gaebels ausgereiften, leicht rauchigen, aber immer geschmeidig angepassten Bariton. Wie könnte es auch anders sein, wenn er sich die Lieder selbst "auf den Leib" zu schneidern vermag. Dieses gewisse Gefühl für Swing und Jazz muss man "in sich haben" - Gaebel beweist das zweifellos mit seinen Kompositionen ebenso wie mit den Interpretationen seiner Lieder.
Die ganze Art und Weise der hier gebotenen Musikmixtur erinnert mich an Michael Bublés Top-Coveralbum "it`s time". Mag sein, Gaebel hat Bublé dabei über die "erfolgreiche Schulter" geschaut. Das ist letztlich unerheblich, solange das Ergebnis (immer noch) Spaß macht - und das tut es! Sehr sogar und mehr noch als ähnliche Produkte von manch gestandenen MusikerInnen, die sich in den letzten Jahren "swingend" versucht haben.
Gaebel und Cicero - Deutschland hat mit diesen beiden jungen Männern nun ebenso gewachsene (!) musikalische Talente wie zugleich begabte live-Entertainer vorzuweisen. Ich wünsche beiden, auf internationalem Parkett mindestens genauso erfolgreich mit ihrer Musik zu werden wie sie sie inzwischen in Deutschland auf den Weg gebracht haben. Bleibt zu hoffen, dass diese bereits vor einigen Jahren wiederbelebte Klangmischung die Musikszene nicht nur als eine kurzlebige Modeerscheinung tangiert.
"Good Life" - ein Album zum Zuhören, Mits(w)ingen und Tanzen - wie auch immer - auf jeden Fall zum Genießen. Es bietet eine nie langweilig werdende Vielfalt, die einem breiten, "alterslosen" Publikum gefallen dürfte.