Keine Angst vor dem bizarren Bandnamen: Over-the-Rhine ist ein Viertel in Cincinatti (Ohio), der Heimatstadt von Karin Bergquist und Linford Detweiler. Die beiden sind inzwischen verheiratet, doch das scheint ihrer Kreativität keinen Abbruch zu tun ... 'Good Dog, Bad Dog' (1996) jedenfalls ist wunderschön geworden: Während das Duo auf neueren Platten ('Films For Radio') mit elektronischen Elementen experimentiert, ist das Frühwerk ganz akustisch gehalten, wie nicht zuletzt die tollen Instrumentals ('I Will Not Eat the Darkness', 'Willoughby') zeigen.
Doch das eigentliche Highlight ist die Stimme von Karin Bergquist: Schwer einzuordnen, erinnert sie vielleicht an Dido oder Sarah McLachlan und ist doch ganz anders. In perfekter Verbindung dazu die meist ruhige, gitarrenorientierte Musik, in 'Latter Days' oder 'It's Never Quite What It Seems' variiert durch Piano und Hammondorgel.
Meine Lieblinge: Das rastlos vorwärts treibende 'All I Need Is Everything' und die melancholisch-traurigen Balladen 'Etcetera Whatever', 'Go Down Easy', 'Happy to Be So'. In letzterer heißt es: 'My heart is bound and happy to be so'. Stimmt.