Auf den ersten Blick sieht das Format des Films abgedroschen und nicht gerade originell aus: zwei Cops, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, müssen ihre Aversion gegen den anderen in die Ecke stellen und zusammen arbeiten, um einen Fall zu lösen. Bon Cop, Bad Cop (so der Originaltitel) ist aber auf jeden Fall empfehlenswert. Klar, diese Art von Buddy-Movie gibt es wie Sand am Meer. Aber das besondere an diesem Film ist, daß er nicht nur ein Klischee bedient, sondern gleich mehrere, und das auch noch mit unglaublich viel Charm und einer großen Prise Humor.
Colm Feore spielt Martin War aus Ontario, einen aufrichtigen Cop, der die Dienstvorschrift auswendig kennt und eigentlich nur noch diesen einen Fall bearbeiten will, bis er einen ruhigen Schreibtischjob antritt, den er dann bis zur Pensionierung machen kann. Patrick Huard spielt David Bouchard aus Quebec, einen kettenrauchenden, fluchenden Cop, der auch kein Problem hat, mal nach dem Telefonbuch (oder in diesem Fall: dem Kofferraumdeckel) zu greifen, wenn der Verdächtige nicht so will wie er soll.
Die Rivalität zwischen Ontario und Quebec, ausgelebt durch Martin und David, ist Kernstück des Films und des Humors in Bon Cop, Bad Cop. Natürlich geht so manche Anspielung und so manches Wortspiel an deutschen Zuschauern vorbei, ohne bemerkt zu werden, was zum Teil an der Sprache, zum Teil aber auch an der mangelnden Kenntnis von kanadischer Kultur und Politik liegt. Wer in Deutschland weiß den schon, welches Hockeyteam in Ontario bzw. Quebec mehr oder minder beliebt ist und welcher Lokalpolitiker in den letzten paar Jahren bei unlauteren Geschäften ertappt wurde? Das tut meiner Meinung nach dem Film aber keinen Abbruch; er ist trotzdem sehr unterhaltsam und durchaus sehenswert.
Kaufempfehlung: Auf jeden Fall.
Einen klitzekleiner Mangel habe ich dennoch an der DVD festgestellt: Ich habe Bon Cop, Bad Cop noch nie in der deutschen Synchronversion gesehen, möchte dies auch nicht. Daher fand ich es außerordentlich schade, daß die Untertiteloptionen auf der DVD so einseitig sind. Es gibt nur deutsche Untertitel (eine echte Enttäuschung für Liebhaber der englischen Sprache), und das noch nicht mal selektiv, so daß nur die Sprache untertitelt wird, die man nicht spricht. Man hat also keine Wahl; selbst wenn man Englisch oder Quebecois fließend spricht, muß man sich die Untertitel (auf deutsch!) gefallen lassen, wenn man sie für die französischen/englischen Dialoge braucht. Da ist die Region 1 DVD der Region 2 DVD einen Schritt voraus; da kann man nämlich nur die englischen bzw. die französischen Stellen untertiteln lassen und kann den Rest des Films ohne Untertitel genießen. Dafür habe ich einen der fünf Sterne wieder abgezogen.