"good city for dreamers" ist das zweite album der französischen gruppe "general elektriks" unter dem höchst musikalischen mastermind herve salters.
eben genannter konzentriert sich mit höchster präzision auf tanzbaren elektropop mit funky einschlägen. bediente er sich bei seinem ersten album noch hauptsächlich der französischen sprache so ist diesmal alles englisch gesungen (irgendwie schade, das französische hatte etwas ganz freches).
schade das dieser junge hierzulande ungefähr so bekannt ist wie die "nouvelle cusine" in der oststeiermark oder slowenische ortstafeln in salzburg...... (sorry kollegen!)
salters ist hauptsächlich am piano oder am keyboard zu hören (gesang nicht zu vergessen). der rest setzt sich aus bässen, schlagwerk und vielen gekonnten effekten (meist von salters persönlich zum teil auf drei keyboards synchron eingespielt) zusammen.
das album entstand quasi fast im alleingang, alles was zu hören ist kommt zu 100% von salters oder mitwirkenden. begeistern kann das album mit einer umfassenden vielfältigkeit, kein song klingt hier gleich oder anbiedernd.
die musik lässt sich kaum mit etwas vergleichen, am ehesten zu nennen wäre wohl massive attack sowie eine ganz gehörige portion jamiroquai.
los gehts mit "take back the instant" gefolgt von "raid the radio", beides sehr funky, sehr bassig und sowas von tanzbar das es einem die schuhe auszieht.
mit "you dont listen" schlägt er einen ruhigen und eher balladigen weg ein, der gesang erinnert ganz eindeutig an jamiroquai. (ist nicht schlecht!!)
im song "helicopter" wirds dann sehr experimentell, viele effekte(hauptsächlich triggerpads und keyboards, sowie kindergesangrefrain... am ehesten (vom gefühlten hören her) mit den white stripes zu vergleichen....ich sage nur klangwelten baby!
"cottons of inertia" ist eine äußerst drückende und sehr basslastige ballade, (in form von ruhigen bässen ala massive attack!) von salters hervorragend und simpel auf dem flügel begeleitet, sehr stimmig und herrlich mit geigen untermalt. gesangmässig erzeugt herr salters hier gänsehaut vom feinsten meine herren! irgendwie werd ich hier den beatles-einschläg ala strawberry fields etc. nicht los....
mit "david lynch moments" gelang im ein absoluter ohrwurm, französischer elektropop der niemals nervig ist! eigentlich gar nicht möglich, aber diese nummer ist so stimmig und eingängig das es einem die 3. zähne rausfetzt...;-)mit sicherheit meine lieblingsnummer die ich immer wieder hören könnte.
die beiden letzen nummern "bloodshot eyes" kann durch seine absolut coolen, loungartigen klang beeindrucken, rebel sun kommt etwas vertrackt daher, ist aber allemal sehr hörenswert....
wenn salters in die tasten haut tut er dies mit begeisterung, einfallsreichtum und herz. seine keyboard oder pianosolis sind einmalig,sein spiel absolut gekonnt und meisterhaft. ingesamt vielleicht auch weil er gelegentlich aus spass und absolut gewollt auch mal völlig falsch spielt, aber niemals nervig oder ohrentötend, nein das ist große kunst falsch zu spieln aber trotzdem gut zu klingen.
einmal hatte ich das glück diese band und salter, den verrückten am keyboard, live zu erleben, ein erlebniss, ein wahnsinn!!
der sound ist ganz hervorragend, bestechend die gute abmischung, nichts wirkt hier aufdringlich oder übermässig hervorgehoben. salters tasteninstrument scheinen gerade bei den diffizilen solis mitten im raum zu stehen, warm und angenehm... die jungs wussten schon was sie da abmischen!!
fazit: unheimlich interessant und einzigartig. eine achterbahnfahrt durch die welt der elektrischen effekte eine ganz einzigartige klangwelt auf einer kleinen glitzernden scheibe, intelligent und äußerst spassig dazu. wer massive attack mag, sich mit teils auch eher schwierigen melodien anfreunden kann sollte diesem genius eine chance geben!
ein album welches "sickern" muss, zeit braucht, ab dem dritten mal hören wirds immer besser!
auch wenn die "les bleus" schon draussen sind, dieses gehört sicherlich in die ko-runde, bist jetzt mein album 2010!!
(die vom vorenzensenten angesprochene tv-austrahlung auf tv5 ist mit dem inhalt dieser scheibe nur schwer zu vergleichen, fehlt doch auf dem album die funk-gitarre komplett, ist aber keineswegs ein fehler oder störend....)