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Produktinformation
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Christiane Kerner (Katrin Saß) ist gerade auf dem Weg zum Palast der Republik, um dort den 40. Geburtstag der DDR zu feiern, als sie mit ansehen muss, wie eine friedliche Demonstration von der Staatsmacht niedergeprügelt wird. Unter den Geschlagenen ist auch ihr Sohn Alex (Daniel Brühl). Und man kann sich nicht sicher sein, was sie nun eigentlich härter trifft: das Vorgehen der Volkspolizei oder vielleicht doch die Erkenntnis, dass ihr Sohn ihre Ideale nicht teilt. Noch bevor sie sich selbst darüber klar werden kann, erleidet sie einen Herzinfarkt und fällt ins Koma. Acht Monate später wacht sie wie durch ein Wunder wieder auf. Nur ist die Welt nun eine andere. Die DDR ist Geschichte, und der Kapitalismus hat Ostberlin mit all seinen Markenprodukten im Sturm erobert. Das darf sie allerdings nicht erfahren. Schließlich könnte sie jede Aufregung töten. Und so beschließt der 21-jährige Alex, ihr zusammen mit den anderen Mitgliedern der Familie vorzuspielen, dass die DDR noch immer existiert.
Die Idee, die DDR zumindest in den Wänden einer Wohnung und der Vorstellung einer Frau aufrechtzuerhalten, ist natürlich der reinste Irrsinn, und doch hat sie etwas für sich. Eine absurde Komik geht von Alex' immer verzweifelteren und auch immer aussichtsloseren Versuchen aus, seine Scharade fortzuführen. Aber so absurd ist sein Festhalten an der Vergangenheit letztlich gar nicht. Wenn er nur wenige Monate nach dem Fall der Mauer im Supermarkt nach alten DDR-Produkten sucht und nur Westwaren findet, stellt sich tatsächlich die Frage, ob alles so kommen musste, wie es damals kam -- besonders, wenn man sich bewusst wird, dass seit einigen Jahren klassische Produkte der DDR durchaus ein Comeback erlebt haben. Aber Wolfgang Becker geht es bei diesen Szenen nicht um eine leere Nostalgie oder sentimentale Verklärung. Er fängt vielmehr die Dynamik der Ereignisse ein und führt uns vor Augen, wie wir damals alle von ihr überwältigt worden sind.
Wenn Daniel Brühl mit einer an die Komik der Slapstick-Zeit erinnernden Besessenheit und Verzweiflung versucht, eine Lüge zur Wahrheit werden zu lassen, dann ist es eben keine DDR-Nostalgie -- wie sie etwa Peter Timm in Der Zimmerspringbrunnen liebevoll karikiert hat --, die ihn treibt. Er erschafft nur für seine Mutter und sich selbst eine andere, ideale DDR. In seinen Bemühungen offenbart sich ein Traum von einem ganz anderen Deutschland jenseits der alten Kapitalismus-/Sozialismus-Modelle, an den nur 1989/90 niemand so recht glauben konnte. Am Ende muss Alex scheitern, aber das macht ihn längst nicht zu einem Verlierer. Viel mehr noch als er haben all diejenigen verloren, die damals eine einmalige Chance verpasst haben. --Sascha Westphal
Dieser Film bietet zwar jede Menge "schwarzen Humor" aber auch den ein oder anderen -berechtigten- Seitenhieb auf den oft so selbstgefälligen "Goldenen Westen"(Helmut Kohl lässt grüssen)! Höhepunkte des Filmes sind die Szenen, in denen Alexander zusammen mit einem Freund DDR-Nachrichten auf Video aufnimmt und dann als "Aktuelle Kamera" bei seiner Mutter über dem Bildschirm flimmern lässt. Dabei werden einfach historische Fakten verdreht, um der Mutter zu helfen (wirklich rührend!)So flüchten z.B. nach Berichten dieses selbstproduzierten DDR-Fernsehens tausende von Westbürgern in den Osten, weil sie den Kapitalismus nicht mehr ertragen. Nach diesem Bericht versteht die Mutter auch, warum auf den Strassen soviele BMW und andere "Westautos" unterwegs sind. Köstlich. Das muss man einfach gesehen haben!
Darüber hinaus ist dieser Streifen auch bis in die kleinsten Nebenrollen ideal besetzt.
Der Film zeigt aber auch eines ganz deutlich auf:
Die Wiedervereinigung war zwar richtig (auch ich hatte damals mit 24 Jahren mehr als nur einmal dieses unbeschreibliche "Gänsehautfeeling"), sie kam aber - für beide Seiten - viel zu schnell und unüberlegt! Dabei gab es auch viele warnende Worte, die in der allgemeinen Euphorie allerdings fast kein Gehör fanden.
Der Westen diktierte seine Bedingungen und der Osten musste sich in sein Schicksal fügen - und das obwohl ja diese "sanfte Revolution" ohne die vielen engagierten Bürgerinnen und Bürger der DDR niemals möglich gewesen wäre.
Heute müssen wir leider alle dafür die Rechnung bezahlen! Denn viele Probleme (vor allem in unseren Sozialsystemen), stehen in einem direkten Zusammenhang mit dieser sehr emotional geprägten und unausgegorenen politischen "Blitzlösung".
Fazit: "Good Bye Lenin!" ist für mich einer der besten deutschen Filme aller Zeiten. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Nostalgie-Trip, wenn ich die DVD endlich in meinen Händen halte!
Und hier geht es weder um Ostalgie, noch geht es um eine humorvolle Verklärung der DDR-Geschichte. In meinen Augen geht es um die Liebe eines Sohnes zu seiner Mutter, und dem Traum vieler Menschen (ob aus Ost- oder Westdeutschland) nach einer besseren Gesellschaft. Das hat dieser Film in einmaliger Art und Weise hinbekommen. Hier wird weder der totalitäre Charakter der DDR verklärt, was ja der Anfang des Films sowie einige weitere Szenen (an der Datsche) eindrucksvoll zeigen, noch wird pauschal auf den DDR-Bürgern rumgehackt. Hier wird eben auch gezeigt, dass man auch als SED-Mitglied durchaus mit all den Idealen die dort mitschwingen, auch kritisch sein konnte.
Vor allem gehts doch aber um die Familie. Und das macht den Film so besonders. Mit diesem gesellschaftlichen Hintergrund noch so verschiedene persönliche Ebenen innerhalb der Familie zu erzählen, fand ich schon toll. Ganz davon abgesehen, war eben genau dieses familiäre Zusammenleben für einen Ex-DDR-Bürger gut nachzuvollziehen, genau wie die ab und zu lustigen Momente im Film, auch wenn ich den Film ganz sicher nicht als Komödie bezeichnen würde. Es war dennoch erfrischend, wie der Humor eingesetzt wurde, um die Zerrissenheit und Widersprüchlichkeit der DDR und deren Menschen zu zeigen. Und trotzdem war es auch ein Plädoyer für eine bessere Gesellschaft, völlig unabhängig von dem Ost/West-Geschwafel.
Der Film ist kein Ost-Film. Er erinnert höchstens an ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte und das auf sehr intelligente Art und Weise. Ich war begeistert.
Auf dem einfachsten Niveau erzählt die Handlung die anrührende Geschichte eines Sohnes und einer Tochter, die ihre Mutter in Unkenntnis lassen müssen, damit sie am Leben bleibt. Obwohl er eine Komödie sein soll, konzentriert er sich hauptsächlich auf die Rührseligkeit dieser Geschichte, und die Darsteller vermitteln das mit echter Kunstfertigkeit, damit ich mich fast als Teil dieser Geschichte fühlte. Wenn Sie etwas von Einfühlungsvermögen oder Emotion haben, garantiere ich, dass Sie dieser Film anrühren wird, und dass Sie ihn immer wieder werden sehen wollen.
Er ist kein politischer Film, und im Grunde genommen ist die Wende nur das Mittel für diese Geschichte. Er macht trotzdem ein paar wichtige Kommentare über die DDR-Zeit und über die Wende. Als Engländer habe ich selber die Wendezeit nicht erlebt, aber ich glaube, dass Good Bye Lenin mir einen Blick gegeben hat "von innen". Er hat mir eine Ahnung der Unsicherheit und der Fühlung geboten, das Leben umgeworfen zu haben. Wenn die Wirklichkeit Alex' DDR mehr geähnelt hätte, wären diese Fühlungen vielleicht nicht nötig gewesen.
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