Da die Mehrheit der bisherigen Rezensionen die Leuchtkraft und oft auch die Lichtfarbe dieses LED Moduls so gelobt hatte, hab ich mir zum testen auch mal eines kommen lassen.
Geplanter Einsatzort war die Arbeitsflächenbeleuchtung in der Küche.
Bisher verrichten hier drei 20W Halogen Birnen ihren Dienst. Versorgt werden diese aus einem 60VA Eisenkern Trafo (der keine Mindestlast braucht um zu arbeiten)
So, nun kam das LED Modul und war auch gleich eingebaut. Das mehrfach beschriebenne Problem, dass die rückseitig auf dem LED Modul verbauten Kondensatoren am Refelktor der Einbaulampen anstehen , kann ich nicht bestätigen. Da ist zwar nicht mehr viel Platz, aber das Modul passt vollständig in die Lampe und strahlt gerade nach unten.
Die gefühlte Helligkeit ist aber erheblich geringer als die der zuvor verbauten 20W Halogen Birne.
Die Lichtfarbe entspricht etwa der einer warmweissen Energiesparlampe, wobei das Licht einer Energiesparlampe 'schöner' ist als das von diesem LED Modul. Halogen ist natürlich nochmal schöner.
Der angegebene Farbwiedergabeindex von 50 wird also nicht übertroffen. Hatte allerdings nicht gedacht, dass 50 wirklich so grausig ist. (zumindest in der Küche, wo das Auge ja mitessen will)
Um die gefühlt geringere Helligkeit zu belegen, wollte ich diese messen. Da ich nicht im Besitz eines Professionellen Helligkeitsmessers bin, habe ich die Belichtungsmessung meiner Digitalkamera dazu verwendet. Messanordnung wie folgt: Kamera auf Stativ; auf die bestrahlte Arbeitsfläche gerichtet; Belichtung auf Zeitautomatik eingestellt, Blende fest, ISO fest, mittenbetonte Integralmessung; alle anderen Lampen im Raum aus, nur die zu testende Lampe alleine an dem 60VA Trafo betrieben.
Ergebnis der Belichtungsmessung:
- Goobay LED Modul: 1/15s
- 10W Halogen Birne: 1/30s
- 20W Halogen Birne: 1/60s
Erläuterung des Ergebnisses: eine ganze Belichtungsstufe (also von 1/15s auf 1/30s) entspricht genau der doppelten Lichtmenge, bzw Helligkeit. Sprich die 20W Halogen ist doppelt so hell wie die 10W (was irgendwie jeder nachvollziehn kann), aber die 10W Halogen ist immer noch doppelt so hell wie das LED Modul.
Meine Kamera ist natürlich kein Präzisionsmessgerät, sie stellt die Belichtung in 1/3 Blendenstufen ein. Von 1/15 auf 1/30 sind es also drei Stufen. Die Aussage 'doppelt so hell' hat damit eine Streuung von +-33%. Aber Ungenauigkeit der Messung hin oder her, auch gefühlt ist die 10W Halogen deutlich heller als das LED Modul.
Da mir die Helligkeit nicht ausreichend ist und vor allem die Lichtfarbe für mich indiskutabel für die Anwendung in der Küche ist, werde ich hier doch weiter Halogenbirnen einsetzen. Irgendwo hat die Stromsparerei auch mal eine Ende. Ausschalten beim Verlassen des Raums spart auch...
Für die LED Birne werd ich eine 'minderwertige' Anwendung suchen. Die Kellertreppe wäre so ein Ort. Nur ist da die Einschaltdauer so gering, als das der Spareffekt hier irgendwann die 'Investition' wieder aufwiegt.
Mein persönliches Resümee aus diesem Testkauf einer LED Birne: für Anwendungen in denen die Qualität des Lichts keine Rolle spielt, schnelle Verfügbarkeit des Lichts nach dem Einschalten gefordert ist und eine hohe Einschaltdauer vorliegt, mag auch schon heute eine LED Beleuchtung sinnvoll sein. Hohe Einschaltdauer ist aber gern mal 'Dauerbeleuchtung' und da spielt die schnelle Verfügbarkeit der vollen Helligkeit meist nicht die Rolle. Und da hat die Energiesparlampe eindeutig die Nase vorne, da die Lichtqualität deutlich angenehmer ist und der Wirkungsgrad vielleicht sogar noch besser ist als von dem LED Modul (die angegebene -88% gegenüber Glühlampen glaub ich nach meiner Beobachtung nicht mehr - Energiesparlampen haben typisch ca -80%)
Wenn die Lichtqualität 1. Prio hat, geht noch nichts über Halogen.
In der Küche, am Esstisch eine Neonröhre/Energiesparlampe -> OK, aber Halogen ist schöner. Als Leselampe eine Energiesparlampe, OK, aber Halogen ist schöner.
Wer besonders hart zu sich und seinen Mitbewohnern sein will, kann auch schon heute LED Module einsetzen, ich werde bestimmt ein bis zwei Generationen von LED Modulen abwarten bevor ich es wieder mal damit versuche. Das LED Modul hat einen WAF (womans acceptions factor) von nahe Null und ist wirklich nur was für ganz harte Jungs die sich unbedingt mit neuester Technik umgeben wollen.
Noch was zur Stromaufnahme. An stabilisierten 12V DC nimmt das Modul 150mA auf, also nur 1,8W und nicht 2,4W wie angegeben. Bei steigender Spannung sinkt der aufgenommene Strom -> der Strom durch die LEDs wird also durch die Elektronik auf dem Modul konstant gehalten. Gut für die Lebensdauer der LEDs.
Zu den 1,8W kommen im realen Einsatz dann noch die Verluste des 230V zu 12V Wandlers. Der Einsatz vorhandener Eisentrafos ist aus energetischer Sicht nicht sinnvoll, da zB ein 60VA Trafo schnell mal 4..5W Ummagnetisierungsverluste hat. Betreibt man daran drei LED Module, sind die Verluste fast so hoch wie die entnommene Leistung. Elektronische (Halogen)Trafos werden in den seltensten Fällen weiter verwendet werden können, da diese meist eine recht hohe Mindestlast verlangen, die die LED Module nicht darstellen. Somit ist der Einsatz eines leistungsmäßig passenden LED Trafos eigentlich Pflicht wenn man unbedingt LEDs haben will (und Strom sparen will)
Hoffe meine Beurteilung hilft dem einen oder andern bei der Leuchtmittelauswahl...