Die Übungen sind überwiegend so einfach gehalten, dass man sich zu Anfang fragen könnte, ob das ganze überhaupt "etwas bringt". Aber gerade in dieser Schlichtheit, der ruhigen und stätigen Wiederholung kleiner Bewegungsabfolgen mit ruhigem, korrektem Atemfluss liegt die Wirkung. Denn man merkt: zu Anfang fallen die Übungen sehr leicht, je länger man sie jedoch durchführt, desto mehr Konzentration ist gefordert, denn in der modernen Zeit sind wir solche schlichten, rhythmischen, sich in über längere Zeit wiederholenden Rituale kaum noch gewohnt. Der Ziel des langfristigen Übens ist daher auch, wieder in die Leichtigkeit und Versunkenheit eines solchen rhythmischen Flusses zu kommen.
Ich dachte dabei spontan an eine Prozession von Mönchen, die betend oder singend im Gleichklang und Gleichschritt voranschreiten. Als wir einmal für ein Laienspiel eine solche Prozession einübten, gab es erst viel Gelächter und dann viel Stress, weil es den Darstellern unheimlich schwer fiel, so etwas simples hinzubekommen.
Der unmittelbare, rasche Effekt des Übens gleich nach dem allerersten Training ist die sofortige Entspannung der Nacken- und Schultermuskulatur, ein Segen für alle Menschen, die viel am Schreibtisch oder generell im Sitzen arbeiten müssen. Hat man die Übungsreihe konzentriert und innerlich angebunden ausgeführt, schläft man in der folgenden Nacht wie ein Kind.
Und: Blicken Sie vor und nach dem Üben in einen Spiegel, Sie werden verblüfft sein, wie sich ihr Gesicht geändert hat. Mehr möchte ich dazu nicht verraten, probieren Sie es aus.