„Die Autorin schrieb mit einer Sachlichkeit über das Liebesleben, die Louise reizte und faszinierte als eine neue Ebene des sprachlichen Diskurses über das Leben von Frauen. ... Die Erde bebte davon sicher nicht, aber dafür gab es mehr Biologie und weniger Theater." Diese Vorgabe hat sich Marge Piercy nach elf Jahren Recherche bei ihrem Buch „Menschen im Krieg" (ariadne) gesetzt und beeindruckend umgesetzt. Der Episodenroman umfasst knapp tausend Seiten, und wir wünschen uns trotzdem eine Fortsetzung. Die Lebensläufe von verschiedenen (überwiegend weiblichen und überwiegend jüdischen) US-Amerikanern werden über die Zeit des 2. Weltkrieges verfolgt und kunstvoll miteinander verwoben. Es handelt sich um starke Persönlichkeiten, die sich auch in einer widrigen Umwelt behaupten, sei es in französischen Résistance, sei es auf Guadakanal im Pazifik. Vor allem aber geht es um die unbeachteten Probleme der Frauen, die im scheinbar sicheren Hinterland versuchen, genug Geld zum Überleben zu organisieren und den traumatisierten Männern gute Partner zu sein. Ein wohltuendes Gegengewicht zur derzeitigen amerikanisierten Kriegsdarstellung.