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Gondeln aus Glas: Commissario Trons dritter Fall
 
 
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Gondeln aus Glas: Commissario Trons dritter Fall [Gebundene Ausgabe]

Nicolas Remin
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Kindler; Auflage: 2 (18. Januar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 346340494X
  • ISBN-13: 978-3463404943
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 110.336 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Nicolas Remin
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Venedig im Juni 1864: Mitten in der Nacht wird Commissario Tron zu einem Kontor im Palazzo Moro gerufen - der Kunsthändler Kostolany ist ermordet worden, und ein wertvoller Tizian scheint abhanden gekommen zu sein. Bald findet Tron die junge Frau, die das Gemälde kurz zuvor an Kostolany verkauft hat. Es ist die schöne Signora Caserta, die Königin von Neapel und Schwester der Kaiserin Elisabeth. Allerdings weiß ihr Gatte nichts vom Verkauf des Gemäldes. Genau im Bilde ist dagegen der russische Großfürst Troubetzkoy, der für den Zaren Kunstschätze kauft. Die Verwicklung sowohl des Wiener als auch des russischen Hofs in den Fall beschert Tron unruhige Nächte. Privat schlägt er sich mit den Capricen einer jungen polnischen Pianistin herum, die auf dem Ball zur Markteinführung des Tron-Glases spielen soll. Wofür wiederum die Principessa nicht das nötige Verständnis aufbringt, denn sie kann die hübsche Polin nicht ausstehen. Als die junge Frau erdrosselt aufgefunden wird, gerät Tron selbst unter Verdacht, und der Fall wird allmählich kompliziert.

Über den Autor

Nicolas Remin wurde 1948 in Berlin geboren. Er studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin und in Santa Barbara/ Kalifornien. Seit seiner Rückkehr aus den USA arbeitet er als Synchronautor und Synchronregisseur. Nicolas Remin lebt heute in der Lüneburger Heide. "Die letzte Lagune" ist sein sechster Roman um den sympathischen Commissario Tron.

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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Dieses Buch ist mir durch Zufall in die Hände gefallen und der Titel und Klappentext sprachen mich gleich an. Ein Krimi, der zur Zeit der Habsburger im alten Venedig spielt, herrlich! Genauso herrlich liest sich das Buch auch: Venedig mit seinen Prachtvillen, die so langsam beginnen, zu verfallen, Österreicher, die die Stadt "besetzen" und die Italiener, die das mehr oder weniger stillschweigend hinnehmen -- alles hervorragend recherchiert und sprachlich umgesetzt. Der Fall ist spannend bis zum Schluß und sehr kompakt beschrieben.Ein Kunsthändler wird ermordet und ein wertvolles Bild ist verschwunden. Als Täter kommen gleich mehrere Personen in Frage. Das Brisante: Die Schwester der Kaiserin ist in den Fall verwickelt! Commissario Tron, letzter Sprössling einer uralt eingesessenen venezianischen Familie, leitet den Fall. Auch er hat, wie Commissario Brunetti, einen Vorgesetzten, der mehr an anderen Dingen interessiert ist als an der Questura! Dies ist aber fast die einzige Parallele zu Donna Leon; Nicolas Remin hat sich hier einen ganz eigenen Bereich geschaffen. Sein Wortwitz ist leicht zu lesen, immer wieder kommt seine humorige Sprache zum Ausdruck, so dass der Krimi nie isn Blutrünstige abdriftet, sondern man auch immer wieder schmunzeln muß.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, so gut, dass ich mir auf der Stelle alle weiteren bislang erschienen Fälle gekauft habe ;-)!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Wolfgang Gonsch TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Gondeln aus Glas ist nach Schnee in Venedig und Venezianische Verlobung der dritte historische Kriminalroman von Nicolas Remin, der in der zu dieser Zeit von den Habsburgern besetzten Lagunenstadt seinen unvergleichlichen Schauplatz gefunden hat.

Commissario Alvise Tron, hat eigentlich weder die Zeit, noch die Muße sich um die Ermordung des Kunsthändlers Kostolany zu befassen, der in seinem Kontor im Palazzo da Lezze erdrosselt aufgefunden wurde. Schließlich will Tron seine große Liebe, die schöne und wohlhabende Principessa di Montalcino nicht irgendwann, sondern lieber heute als morgen ehelichen. Außerdem stehen die Abschlussarbeiten zu seiner notorisch unterkapitalisierten Literaturzeitschrift Emporio della Poesia kurz vor der Vollendung und harren nur noch des berühmten letzten Schliffs. Im Palazzo Tron, mit seiner leicht morbiden Sperrmüllaura, den er mit seiner Mutter bewohnt, rieselt der Putz von den Wänden; man lebt von der Wand in den Mund, und die hellen Flecken an den Wänden (in besseren Zeiten hingen hier die Tintorettos und Tiepolos), lassen die Bewohner immer wieder von der guten alten Zeit und guten Geschäften mit dem neuen Tron-Glas träumen.

Wie gesagt: keine Zeit, aber ein Mordfall, der Tron und seinem Sergente Bossi mehr als nur ein oder zwei Rätsel aufgibt. Zeugen oder Spuren (wie so häufig): Fehlanzeige! Nur eines ist offensichtlich: Tizians heilige Magdalena ist verschwunden. Die inkognito auftretende Maria Sofia di Borbone (Königin von Neapel und Schwester von Kaiserin Sissi) und ihr Begleiter, der undurchsichtige Oberst Orlow, hatten das kleinformatige Bild zur Prüfung bei Kostolany zurück gelassen. Als die Polizei am Tatort eintrifft, ist das Gemälde verschwunden: Raubmord?

Doch es gibt auch reichlich Verdächtige, fast schon zu viele: der russische Genralkonsul, Großfürst Pjotr Troubetzkoy; Pater Terenzio, genialer Kopist und Restaurateur sowie Oberst Orlow, der scheinbar mehr als nur ein Geheimnis zu verbergen hat. Auf irgendeine Weise stehen alle mit dem Mord in Verbindung und alle haben auch irgendeinen Bezug zu dem verschwundenen Tizian. Je weiter die Ermittlungen fort schreiten, je mehr sich die ohnehin nebulösen Verdachtsmomente in Nichts auflösen und je mehr Mordmotive auftauchen desto schneller dreht sich die mörderische Spirale, die so ziemlich alle Verdächtigen dahinzuraffen scheint (auch die begnadete polnische Pianistin Konstancja Potocki wird nicht mehr in der Lage sein, ihre hinreißenden Chopin-Mazurken und Mozart-Sonaten beim Ball der Trons zum Besten zu geben) ...

Schon mit seinem ersten Satz taucht uns der Autor tief in die museale Atmosphäre Venedigs um 1865 ein und versteht es hervorragend, qualitativ hochwertige und spannende Krimis mit politischen und historischen Zusammenhängen sowie großen Persönlichkeiten der damaligen Zeit zu verknüpfen. Er skizziert immer neue Varianten um Echtheit oder Fälschung von Gemälden, oder sind es doch Original und Kopie?

Die verschiedenen Handlungsstränge laufen nicht parallel aber gradlinig und gnadenlos in Richtung Show-down und der berühmte Spannungsboden steigt unerbittlich bis zum Ende an. Dazu Remins sprichwörtliche Lust am Erzählen sowie seine elegante Prosa über La Serenissima, ihre Palazzi und Kirchen, ihre Kanäle und Brücken und ihren in tausend Blaus erstrahlenden Himmel - all das lässt die Herzen der Krimifans höher schlagen und alle Venedig-Liebhaber dahin schmelzen.

Die niveauvollen Kriminalromane mit ihren historischen Zusammenhängen und Persönlichkeiten von Nicolas Remin haben das Zeug dazu zur Droge zu werden; Heiter, sinnlich, melancholisch, leicht anzüglich bzw. erotisch und teilweise fast mystisch machen sie geradezu süchtig nach dem einzigartigen Charme Venedigs, nach historischen Krimis und auf eine Fortsetzung!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer infarktgefährdende Hochspannung und reißerische Schilderungen sadistischer Bluttaten erhofft, ist falsch bei Remin. Betuliches Whodunnit-Gegrübel bietet er freilich auch nicht. Gewöhnliche "Krimis" sind die Bücher um den sympathischen, gescheiten Grafen, der unter die Poizisten gefallen ist, nur bedingt. Remins literarische, stilistisch brillante, geistvolle Geschichten aus dem Venedig der österreichischen Besetzung sind ein vollendeter Ausdruck dieser einzigartigen Stadt: Heiter, sinnlich, melancholisch, erotisch, etwas myteriös und umflort vom elegischen Charme eines nun seit Jahrhunderten fortschreitenden Untergangs. Das Venedig der 1860er Jahre ist, wie Commissario Tron, der melancholische, poesieliebende Ermittler, alter, aber verarmter Adel. Die Palazzi bröckeln, aus dem Wassern der Kanäle steigen Dünste der Verwesung, man hält sich, wie zu allen Zeiten, mit kleinen oder größeren Gaunereien über Wasser. Das gilt für das venezianische Volk (wir wissen das; Remin läßt das einfache Volk freilich nur als Statistenmaterial vorkommen), aber auch für höhere und höchste Kreise, wo russische Diplomaten, kaiserliche Agenten und sinistre polnische Abenteurer ihr zwielichtiges Spiel spielen. Große Adelsnamen zählen nicht mehr allzuviel: Neureiche Bankiers, Import-Export-Jongleure, Glasfabrikanten, Touristen aus Amerika verfügen über das Geld, nach dem alle jagen (in das Dach des Palazzos Tron regnet es bereits hindurch...). Tron und seine Mutter, die strenge Contessa, leben schon lange "von der Wand in den Mund", d. h. vom Verkauf ererbter Tintorettos, Boticellis, Bellinis oder Tizians. Ob die allerdings immer echt sind? Und was wäre, wenn die Kopie besser wirkte als das Original? Oder wenn unter mehreren perfekten Fälschungen das Original nicht mehr auffindbar ist? Oder die Fälschungen... gefälscht wurden? Mit solchen Fragen, deren gleichsam metaphysische Doppelbödigkeit Remin stets durchscheinen läßt, ohne sie allzu redselig auszubreiten, muß sich Alvise Tron, Conte aus uraltem venezianischen Adelsgeschlecht, das sogar einmal einen Dogen hervorgebracht hat, bei seinem dritten Fall auseinandersetzen. Die obligatorischen Morde haben einen artistischen Touch, etwas ästhetisch Gestaltetes, Theatralisches, sie interpunktieren eine leicht getrübte Mazurka (so heißt rätselhafterweise auch die neue Murano-Glas-Kreation, für deren Markteinführung der Commissario einen wichtigen Beitrag leisten soll...), wie sie auf einem venezianischen Maskenball gespielt wird - dort, wo niemand das ist, was er oder sie zu sein vorgibt, wo es unter lauter Masken nur "Fälschungen" und doch wieder auch viele Originale gibt.

Die Brillianz, mit der Remin die eher schlichte Handlug mit historischen und literarischen Anspielungen durchwirkt, ist betörend. Ein Beispiel: Auch Commissario Tron hat, wie sein späterer Nachfolger Brunetti, einen eitlen, inkomponenten Chef, der sih gern mit den Leistungen seiner Untergebenen schmückt. Trons Vorgesetzten kennen wir, wie die meisten ortsansässigen Protagonisten, schon aus den beiden vorangegangenen Romanen: Es handelt sich um Baron Spaur, einen ziemlich lächerlichen Machthaber-Hanswurst, den neben seinem Geltungsdrang drei Leidenschaften umtreiben: die Passion für regionale Kutteln-Gerichte, für die Schauspielerin Violetta und ... für die Literatur. Kompetent ist Spaur nur hinsichtlich der Kutteln. Tron soll ihm "helfen", eine Novelle zu schreiben, und dieser, grimmig entschlossen, sich des Auftrags mit der gebotenen Eile zu entledigen, entwirft seinem Chef eine möglichst ultra-kitschige, unplausible, anrüchige, albern abgeschmackte Kitsch-Story. Der Plot: Alternder Künstler kommt nach Venedig, verliebt sich dort in einen polnischen Knaben, stirbt aber dann an der Colera. Voilà: Was hätte Thomas Mann wohl gesagt, hätte man ihm verraten, sein weltberühmtes "Tod in Venedig" sei schon lange zuvor von einem venezianischen Comisssario erdacht worden - und zwar um den Autor der Lächerlichkeit preiszugeben!

Remin besitzt neben dem literarischen auch ein profundes historisches Wissen. Die Zeiten waren hochkompliziert: Garibaldis Truppen haben den König der beiden Sizilien verjagt und kämpfen um die Einheit Italiens; die östereichischen Habsburger, die Venedig mithilfe der kroatischer Jäger-Einheiten besetzt halten, fürchten um ihre Macht; Paris mischt sich ein, und der Zar von Rußland hat eine Menge Interessen in der Lagunenstadt zu verteidigen. Commissario Tron bewegt sich jedoch recht sicher und mit Fingerspitzengefühl in den Wirren dieses politischen Intrigensumpfes, und vor allem: Er ist diskret. Schon der reizenden Kaiserin Elisabeth - unser aller "Sissi" - hatte er (im Roman "Schnee in Venedig") dienen können; diesmal ist es ihre nicht minder charmante Schwester Marie-Sopie, der er aus einer wirklich heiklen Lage helfen muß. Und dann ist da noch die entzückende grünäugige Principessa de Montalcini, ebenso reich wie schön, in die sich Tron im ersten Roman recht unsterblich verliebt hatte. Inzwischen ist er ihr näher gekommen, sogar ...sehr nahe. Die Recontres mit der Principessa stehen leider unter einem unglücklichen Stern: Immer wenn der Feinschmecker und Champagner-Liebhaber Tron, betört von den sinnlich-spröden Avancen der Gräfin, die amourösen Aspekte der Beziehung vertiefen möchte (es gibt auch noch geschäftliche und intellektuelle), steht mit Sicherheit ein verlegen sich räuspernder äthiopischer Diener an der Tür und meldet einen Besuch, der keinen Aufschub duldet. Meistens ist dies der Tod.

Wer Venedig liebt und vielleicht ein bißchen süchtig nach ihrem morbiden Charme ist (der sich heute praktisch nur noch in den touristen-armen Winterzeiten erschließt), findet in Remins Romanen eine Prise seiner Droge wieder. Einen Tron-Roman von Remin zu lesen, versetzt einen in die gleiche leichte, meancholische Beschwipstheit, wie eine sommerabendliche Gondelfahrt mit einer schönen Frau (bzw. Person) an der Seite und einer Flasche Champagner an Bord, sowie einem diskreten Gondoliere... Auch für Nicolas Remins dritten Roman gilt dies alles ohne Abstriche. Er hat soch sogar noch übertroffen.

Um es im Stil der Zeit zu sagen: "Wer Romane von Remin liest, der liebt auch: das Licht Venedigs, die Mazurken Chopins, ironische Literatur, klassische Malerei und alles Stil- ud Geistvolle, das es heute nicht mehr gibt."
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