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Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra (Film plus Taschenbuch plus Extra-DVD)
 
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Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra (Film plus Taschenbuch plus Extra-DVD)

Salvatore Abruzzese , Simone Sacchettino , Matteo Garrone    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (39 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Darsteller: Salvatore Abruzzese, Simone Sacchettino, Salvatore Ruocco
  • Regisseur(e): Matteo Garrone
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 2
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Euro Video
  • Erscheinungstermin: 19. März 2009
  • Produktionsjahr: 2008
  • Spieldauer: 131 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (39 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B001P7DD6U
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 13.298 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Movieman.de

Unsereins konnte sich bislang nur annähernd vorstellen, wie weitreichend der Einfluss des organisierten Verbrechens im Nachbarland Italien ist. Auch wenn man immer mal wieder vom Treiben der Mafia in Berlin liest oder sich der ein oder andere Sonntagskrimi mit dem Thema beschäftigt, so ist die relevante Präsenz des Themas erst der erstaunlichen Produktion "Gomorrha" nach dem gleichnamigen Bestsellers  des jungen Journalisten Roberto Saviano zu verdanken. Matteo Garrones ("Körper der Liebe") Film hat nichts mit Klassikern wie "Der Pate" gemein, die das Thema einst so populär machten. "Gomorrha" wirft einen äußerst nüchternen Blick auf erschütternde Tatsachen. Mittels fünf Episoden, die den Alltag von relativ durchschnittlichen Menschen in Neapel zeigen, wird der Einfluss des organisierten Verbrechens auf das Leben eines jeden einzelnen verdeutlicht. Der Name "Camorra" fällt dabei erst gar nicht, wirkt aber als dunkle Macht beständig präsent. Die schroffen Stilmittel, die den Film so authentisch wirken lassen, tragen dazu bei, dass ein äußerst beklemmendes Gefühl entsteht, welches eindrucksvoll auch auf den Zuschauer übergreift. „Gomorrha“ ist eine filmische Arbeit, die ihre literarische Vorlage nicht kopiert oder verhackstückelt, sondern geschickt erweitert, dadurch eigenständig wirkt und somit tatsächlich ihres Gleichen sucht.Fazit Hautnah, beklemmend und äußerst beeindruckend!

Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild versucht bewusst authentisch auszusehen. Dafür sorgen nicht nur wackelige Handkameraaufnahmen, sondern auch Überbelichtungen und Grobkörnigkeit in dunklen Räumen. Da es sich dabei aber um stilistische Mittel handelt, muss dies bei der Kritik berücksichtigt werden. Die Schärfewerte geben sich im Detail immer wieder hervorragend, auf etwas Abstand lassen sich dann aber auch Artefakte wie Flimmern von Kanten wahrnehmen. Farblich gibt sich das Material sehr knackig und leuchtend, lediglich die Schwarzwerte könnten sich etwas feiner aufgegliedert darstellen, da in dunkleren Einstellungen Gesichter stark überschattet wirken (im Flur, 00:27:55). Akustisch fällt besonders der starke Musikeinsatz auf (01:15:28, Strip-Club), der den Raum gut ausspielt. Kulissengeräusche wie hallende Stimmen spielender Kinder (00:10:10) besetzen allerdings nicht durchgehend, sondern nur hin und wieder (00:10:37) die hinteren Kanäle. Actionreichen Szenen fehlt es keinesfalls an Präsenz, allerdings klingen sie bewusst nicht so rund wie in herkömmlichen Actionfilmen. Hier steht der authentische Eindruck und nicht der künstliche Effekt im Vordergrund. Bässe fallen dementsprechend weniger satt aus, wobei Schüsse stets außergewöhnlich deftig knallen, so dass Schießereien einem empfindsamen Zuschauer ganz schön in die Magengrube gehen können (Schuss bei 00:30:31 oder Geballer bei 00:43:27). Die deutschen Synchronstimmen klingen fast so natürlich wie die italienischen Originalsignale (vgl. Hall der Stimmen bei 00:11:32). Vorbildlich wechseln auch Dialoge in der räumlichen Ausrichtung zwischen rechts und links. Woran es keinesfalls mangelt, sind Extras. Die Edition hält neben dem Buch von Roberto Saviano ausführliche Interviews mit Regisseur/Drehbuchautor Matteo Garrone (7:05 Min.) und Buch-/Drehbuchautor Roberto Saviano (20:53 Min.) bereit. Außerdem kommen Interviews mit einigen Darstellern hinzu (10:07 Min.). "Gomorrha Stories" widmet sich mit Episoden aus dem Film und Dokumaterial folgenden Figuren: Toto (16:30 Min.), Don Ciro (9:18 Min.), Franco (7:01 Min.), Pasquale (7:22 Min.) und Ciro und Marco (19:53 Min.). Auf Textseiten erhält der Zuschauer weitere Hintergrundinformationen über die Camorra, ihre Organisation und ihre Tätigkeitsbereiche. Natürlich fehlen im Bonusprogramm auch der Trailer zum Film (2:08 Min.) und Programmtipps nicht. Insgesamt bietet die DVD auf einer Haupt- und einer Bonusdisc ein sehr aufschlussreiches Aufgebot an Extras, das besonders durch die reichhaltigen Interviews und das Buch empfehlenswert ist. --movieman.de

VideoMarkt

Die süditalienische Camorra hat die Mafia als treibende Unterweltmacht in Italien längst abgelöst. Drogenhandel, Verschieben von Giftmüll, sowie zunächst als legal erscheinende Geschäfte mit Textilien und Zement gehören zum Tagesgeschäft, die Kriege der einzelnen Klans untereinander werden mit bedingungsloser Konsequenz ausgefochten. Ein ganzer Landstrich lebt unter dem Einfluss des organisierten Verbrechens, das sich wie ein Krake auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens ausgebreitet hat.

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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Authentische Innenansichten aus der Unterwelt, 5. November 2009
Ein zyklisch fließendes System aus Geld und Blut diktiert das Dasein in der von hoher Arbeitslosigkeit und Armut geprägten neapolitanischen Scampia. Auf engstem Raum in Ghettos in einer Art Parallelgesellschaft zusammengerottet, infiltriert die Camorra das Leben der Menschen, die schon mit der Geburt in diese ohne einen Funken Menschlichkeit gezeichneten kalten Welt über alimentierende Geldzahlungen am Tropf des organisierten Verbrechens hängen und in ihrer Not nach jedem Strohhalm greifen. Clans, Kinderbanden, Grundstücksspekulanten, illegale Waffenarsenale, kriminelle chinesische Immigranten und korrupte Müllentsorgungsfirmen bestimmen den Alltag der Bevölkerung und hindern die Gesellschaft daran, auf legalem Wege zu funktionieren.

Vorbei sind die Zeiten von Coppolas Don Corleone, der im schwarzen Anzug dermaßen beeindruckend elegant wirkte, dass selbst echte Paten so sein wollten wie die Filmfigur. Regisseur Matteo Garrone versucht mit Gomorrha ein möglichst realistisches Bild des Antlitzes der neapolitanischen Mafia zu zeichnen. Der Film, der auf dem sauber recherchierten Buch des unter Polizeischutz lebenden Journalisten Roberto Saviano basiert, besitzt dabei eine sehr authentische Wirkung: Als Zuschauer nimmt man teil am Abstieg in dieses Betonlabyrinth aus Katakomben und Geheimgängen, in dem die Häßlichkeit der kriminellen Energie allgegenwärtig ist. Nervöse Steadycam-Einstellungen fahren oftmals wie wirre Blicke jedes einzelne Detail der Sets in sehr erratischen Nahaufnahmen ab, was dem Zuschauer das Gefühl gibt, direkt im Gemenge dabei zu stehen und Teil der Handlung zu sein. Als Kulissen dienen runtergekommene und verfallene Originalschauplätze Neapels, an denen offensichtlich nichts kaschiert wurde. Das Cast setzt sich aus vielen Laiendarstellern zusammen, was die Authentizität des Films noch mal verstärkt. Und auch die Handlung fügt sich mit ihren fragmentierten Strängen, die unterschiedliche Segmente dieses brodelnden Mikrokosmos wild hin und her springend abgrasen, in das mosaikartig zusammengesetzte Bild des Films ein. Gewalt wird nicht stilisiert oder ästhetisiert wie etwa bei Tarantino, sondern in ihrer nüchternen brutalen Reinform dargestellt. Patriacharlische Protagonisten gibt es eigentlich nicht, es sind die vielen kleinen Fische und ihr soziales Umfeld, die in Gomorrha in den Vordergrund geschoben werden. Alles wirkt ein wenig anarchisch und unhierarchisch miteinander vernetzt. Insgesamt wird ein fast schon vor der kompromisslosen Macht der Camorra resignierendes Bild gezeichnet, worin selbst das kleinste Potenzial an Humanität zerstört wird. Denn der Film schafft letztendlich auch den Brückenschlag aus der Scampia heraus in Richtung globalen Kontext. So sieht ein für die Camorra arbeitender Schneider einen Fernsehausschnitt mit Scarlett Johansson, die in einem Kleid eines italienischen Topdesigners über den roten Teppich läuft, das ursprünglich aus von ihm gefertigter Ware erstellt wurde. Und auch an der Wiedererrichtung des World Trade Centers in New York ist die Camorra mit großen Summen beteiligt. Von seiner authentischen Machart her erinnert Gomorrha stark an Inarritus "Babel".

Die Extras der DVD fallen mit 19 Minuten gespeist aus Hintergrundinformationen, Trailern und einer Story rund um den Jungen Toto etwas mager aus. Die Tonspur liegt in Deutsch und Italienisch in Dolby Digital 5.1 vor. Das Bildformat ist 2,35:1.
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38 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die nächste Evolutionsstufe des Mafia-Films..., 27. Oktober 2008
...lässt alles in diesem Genre bisher Dagewesene in einem neuen Licht erscheinen. Nach "Gomorrha" wirken Filme wie "Goodfellas", "Casino" und, ja, auch "Der Pate" wie schale, nicht mehr ernstzunehmende Gangsterklamotten ohne den geringsten Anspruch auf Authentizität. Wo Coppola und Scorsese sich dem Sujet auf massentauglich frisierte, manchmal offen bewundernde und zum Teil auch glorifizierende Weise nähern, konterkariert Garrone die Erwartungen seiner Zuschauer diesbezüglich wo er nur kann.

"Gomorrha", inhaltlich orientiert an Savianos gleichnamigem Buch, zeichnet ein kaltes, düsteres und zutiefst pessimistisches Bild von der Ist-Situation im Umland von Neapel. Garrones Bilder sind groß, schwer und langsam, ohne dabei aber auch nur ansatzweise pathetisch zu sein. Ganz im Gegenteil schafft sein Film es auf geradezu meisterliche Art, die verlotterte Suburbia der kampanischen Metropole mit der seelischen Verrohung und Verwüstung seiner Protagonisten in Gleichklang zu bringen. Die Entscheidung für zahlreiche Laiendarsteller und einen Dreh direkt vor Ort in Scampia erweisen sich für den Film als äußerst gewinnbringend. Ein weiterer Pluspunkt ist mit Sicherheit der vollständige Verzicht auf Erklärungen welcher Art auch immer - Garrones Darstellung des mafiösen Systems ist und bleibt ein Anriss, will und kann auch gar nicht mehr sein. Und, sie ist nicht zuletzt ein Stimmungsbild, in dem sich alles um Gier und Angst (und die Methoden zu deren Verdrängung) dreht. Dabei bleibt "Gomorrha" die meiste Zeit auf die kleinsten Rädchen im Getriebe fokussiert, die höheren Befehlsebenen der Organisation werden nahezu vollständig ausgeklammert.

Es bliebe noch viel zu sagen über diesen Film, der wohl einer der besten ist, den das italienische Kino seit Jahren hervorgebracht hat. Bleibenden Eindruck hinterlässt das Schlussbild, das wie ein zynischer Kommentar auf die Endsequenz eines anderen italienischen Kinomonolithen wirkt, nämlich Fellinis "La Dolce Vita". Wo Marcello Mastroianni anno 1960 am weiten Strand noch einer giggelnden Partygesellschaft hinterherläuft, stolzieren 2008 alte Männer mit gezückten Pistolen über den Sand, während ein Bagger die Toten abtransportiert. Radikaler kann man einen Mythos nun wirklich nicht entzaubern.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Good Fellas 2009, 24. August 2009
Von 
Die Mafia. Ein eingeschworener Haufen, zu dem man gehören will!! Hauptsächlich treiben sich sie diese Freunde pathetisch in Casinos und herrschaftlichen Villen rum. Alles dreht sich um die Ehre, um die Familie und um noble Kleidung. Natürlich auch um viel Geld, das aber immer im Stil von wahren Gentlemen "erworben" wird.

Ein schönes Hollywood-Märchen!

Was will denn jetzt dieser kleine Mafiafilm aus Italien von uns Zuschauern?

Will er uns etwa sagen, dass es Gegenden in Bella Italia gibt, in denen das organisierte Verbrechen aufgrund von extremer Armut tatsächlich DAS soziale & wirtschaftliche Netz ist, aus dem es kein Entrinnen gibt? Dass es nicht um Ehre oder edle Motive, sondern einfach nur um's schnelle Geld durch Drogen, Waffen und illegale Müllentsorgung geht? Dass "Die Familie" eher nebensächlich ist, man entweder zu dieser Gruppe oder jener gehört und niemand mehr so genau weiss, warum es diese Einteilung überhaupt gibt?

Ja, das will und macht dieser Film! Mit viel Rohheit und schonungsloser Brutalität. In einem fiktiven Doku-Stil, bei dem man immer das Gefühl hat, jemand hat seine Erlebnisse in Neapel mit der privaten Kamera festgehalten. Aber nicht, weil es so billig wirkt. Nein. Weil es so authentisch scheint. Man ist als Zuschauer mittendrin. Scheinbar durchschnittliche Typen bei ihrer normalen Arbeit, die aber alles andere als normal ist. Ein Buchhalter, ein Schneider, ein Entsorgungsvermittler. Man begleitet sie und noch jede Menge anderer Leute bei ihrer Tätigkeit und Funktion im organisierten Netz und bekommt dabei den ein oder anderer Blick hinter die Kulissen, der sehr oft mehr erschreckend als überraschend ist. Ganz besonders hat mir der Blickwinkel auf die beiden erfolglosen Jugendlichen Ciro & Marco gefallen, die dazugehören wollen, aber es sich ständig selbst verbauen.

Doch wie verhält es sich nun mit der Mafia in Italien? Ist es so, wie hier gezeigt? Ein paar italienische Freunde bestätigen diese Sicht, andere meinen, dass es "etwas übertrieben" sei. Egal wie es nun ist. Realistischer war für mich bisher kein anderer Film über das Syndikat.
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