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Golem stiller Bruder: Roman
 
 
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Golem stiller Bruder: Roman [Gebundene Ausgabe]

Mirjam Pressler , Rothfos & Gabler , Roberto Innocenti
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 376 Seiten
  • Verlag: Beltz & Gelberg; Auflage: 3 (15. Dezember 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3407810210
  • ISBN-13: 978-3407810212
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 307.966 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Mirjam Pressler
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Die düsteren und dramatischen Ereignisse beschreibt Mirjam Pressler aus zwei ständig wechselnden Perspektiven: Mal berichtet der Erzähler, eng angelehnt an seinen Protagonisten, vom Geschehen im historischen Prag – dann wieder ist es Jankels Geschichte. Mit kompositorischem Geschick arrangiert Mirjam Pressler beide Erzählebenen zu einem bewegenden, mitreißenden Roman.« DIE ZEIT »Ein unheimlicher Roman, der gekonnt die Sitten und Bräuche der damals größten jüdischen Gemeinde Europas beschreibt.« Brigitte »Wir erfahren, wie aus Klischees und Vorurteilen rohe Gewalt werden kann und lesen zugleich einen berührenden Entwicklungsroman.« Eselsohr »Golem ist ein atmosphärischer, stimmiger Schauerroman für Historien-Freaks.« Bulletin »Was für ein Buch! Mirjam Pressler erfüllt mit diesem meisterlich erzählten Roman alle Wünsche, die man an sinnvolle Lektüre stellen kann: Ihre Sprache ist klar und konzentriert sich an entscheidenden Stellen zu einer eindrucksvollen Schlichtheit. Mirjam Pressler hat ein Buch geschrieben, das beweist, wie notwendig es ist, Sprache mit größter Sorgfalt zu verwenden.« Buchmarkt »Mirjam Pressler mutet ihren jungen Lesern viel zu – zum Beispiel das Schicksal der Juden in Prag um 1600. Dennoch sind ihre Bücher Bestseller – weil Pressler so klug erzählt.« bücher »Ein Roman, der viel über das Leben der Juden verrät. Anspruchsvoll und spannend.« WAZ »Wie in all ihren Büchern beherzigt Mirjam Pressler Schmuliks Weisheit: »Wie Brot Nahrung für den Körper ist, sind Geschichten Nahrung für Herz und Seele.« Frankfurter Neue Presse »Mirjam Presslers Roman ist weit mehr als ein spannendes Geschichtsbuch: Er erzählt, wie Intoleranz und Fanatismus entstehen.« Berliner Morgenpost »Eine fesselnde und sehr berührende Geschichte, die auch mit der jüdischen Religion vertraut macht und im Glossar wichtige Infos liefert.« Kleine Zeitung, Graz

Kurzbeschreibung

Prag um 1600: Der weltberühmten Legende nach erschuf Rabbi Löw einen künstlichen Menschen aus Lehm - den Golem, der die Menschen im jüdischen Ghetto schützen soll. Zu diesem Josef-Golem entwickelt der 15-jährige Erzähler Jankel, eine ganz besondere Beziehung, die auf dramatische Weise endet. Ein neuer Roman einer großen Erzählerin, der von menschlicher Vermessenheit handelt und seine Faszination auch aus der Lust am Unheimlichen bezieht. Zugleich eine Einführung in die jüdische Religion, die so reich an Legenden und Mythen ist. Wer, wenn nicht Mirjam Pressler, könnte solche eine Geschichte erzählen?

Der 15-jährige Jankel lebt nun in der goldenen Stadt Prag bei seinem Großonkel, dem berühmten Rabbi Löw. Er hat zum ersten Mal Arbeit, bei Mendel, dem Bäcker. Und zum ersten Mal einen Freund, Schmulik.Alles wäre gut, wäre da nicht dieser unheimliche Mitbewohner unter dem Dach: Josef ist Synagogendiener und eine Ausgeburt an Hässlichkeit und Stumpfsinn. Jeder behandelt ihn, als wäre er kein Mensch - obwohl Josef mit seinen Bärenkräften immer wieder zu Hilfe kommt, wenn die Juden von aufgehetzten christlichen Bürgern bedroht werden. Josef, so erfährt Jankel, ist ein Golem, den Rabbi Löw aus Lehm und mit Hilfe kabbalistischer Zauberformeln geschaffen hat. Als nun den Juden ein Mord angehängt werden soll, schickt der Rabbi den Golem los, um das Verbrechen aufzuklären. Jankel soll ihn begleiten ... Obwohl Josef kein Mensch ist, schließt Jankel ihn in sein Herz. Doch als der Golem am Ende Amok läuft, können nur Jankel und Schmulik ihn "ausschalten". Und einen von beiden wird es das Leben kosten ...


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Mirjam Pressler zeigt jungen Lesern auf kindgerechte Art die Dialektik des Lebens, mit ihrem neuen Fantasy- und Entwicklungsroman mit historischem Hintergrund und jüdischem Thema.

In die goldene Stadt, ins jüdische Prag des 16. Jahrhunderts, schickt die Autorin den fünfzehnjährigen Jankel und seine kleine Schwester Rochele. Ihre Mutter ist tot, der Vater kommt von einer Reise nicht mehr nach Hause, und als schließlich ihre Tante krank wird, verlassen die Kinder ihr Heimatdorf und machen sich auf einen langen beschwerlichen Fußmarsch nach Prag zu ihrem Onkel, dem Hohen Rabbi Löw, einem berühmten und bedeutenden jüdischen Gelehrten.

Tausend neue, nicht immer angenehme Erlebnisse stürzen auf den Jungen in der Judenstadt ein. Aber es gibt Schmulik, mit dem ihn schon bald eine tiefe Freundschaft verbindet. Schmulik ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Durch ihn wird er und auch der junge Leser mit jüdischer Geschichte und jüdischem Alltag vertraut gemacht.

Angst bereitet unseren Protagonisten auch der ungeschlachte Riese Joseph, der in der Dachkammer Rabbi Löws wohnt: Joseph ist ein Golem.
Mirjam Pressler hat auf die klassische jüdische Golemlegende zurückgegriffen, die besagt, dass der Hohe Rabbi Löw eine menschliche Gestalt aus Lehm formte und diese zum Leben erweckte. Ein Golem dient der Rettung und dem Schutz der Juden.
Bei einer gemeinsamen Rettungsaktion wird aus Angst langsam Zuneigung: "der stille Bruder meiner Seele."
Doch die Ruhe währt nicht lange. Bei einem erneuten gewaltsamen Übergriff auf die Prager Juden eskaliert die Situation.

Am Ende ist aus Jankel ein junger Mann geworden. Doch die vielen tragischen Erlebnisse haben ihn geprägt. Jankel trifft eine Entscheidung: Er setzt das Vermächtnis seines Freundes Schmulik fort. Und so wird sich auch für den Leser ein Kreis schließen, der trotz der schrecklichen Ereignisse, die mit der Vernichtung des Golems enden, einen positiven Eindruck hinterlässt.

Mirjam Pressler hat erneut eine großartige, spannende und gleichzeitig hochwertige, sehr tiefgründige Geschichte für junge Leser geschrieben. Sie verwebt in einem historischen Szenario mythische Legenden (Golem von Prag, David und Goliath, David und Jonathan) mit wahren jüdischen Persönlichkeiten (Rabbi Löw) zu einer wunderbaren und lehrreichen Geschichte um einen jüdischen Jungen, der erwachsen wird.

Mit kompositorischem Geschick arrangiert Mirjam Pressler die düsteren und dramatischen Ereignisse aus zwei Perspektiven: Mal in der 1. Person, wobei der 15jährige Jankel der Erzähler ist - dann wieder in der 3. Person von einem neutralen Erzähler. Beide Perspektiven wechseln kontinuierlich.
Die Worte des Protagonisten am Ende des Buches können stellvertretend für diesen wundervollen Roman stehen:

"Wie Brot Nahrung für den Leib ist, sind Geschichten Nahrung für Herz und Seele, und wenn sie nicht erzählt werden, müssen sie sterben. Geschichten verbinden die Vergangenheit mit dem, was heute ist und was morgen sein wird, sie dringen durch das Ohr in Kopf und Herz und lassen uns innerlich wachsen."

Fazit:
Ein sehr wertvolles und wichtiges, aber auch bewegendes und mitreißendes Buch für Kinder ab 12 Jahren, das ein lebendiges Bild vom jüdischen Leben im Prag des 16. Jahrhunderts vermittelt und dem man nur wünschen kann, viele Leser zu finden. Mystik und Fantasy werden hier nicht in Harry-Potter-Manie, sondern auf ganz andere, tiefere Weise näher gebracht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Mit einem eigenen Stil schafft es die Autorin, dass sich der Leser für die Geschichte(basierend auf den Golemsagen), die Personen und das von ihr dargestellte Leben im damaligen Prag interessiert. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, wusste ich, dass ich das Buch meiner kleinen Schwester(13) zukommen lassen muss. Und die Intention wurde auch bei ihr nicht verfehlt. So konnte sie auf unterhaltsame Weise etwas von der jüdischen Kultur lernen bzw. überhaupt Erfahrungen sammeln, was ich, in anbetracht der sich breit machenden Stimmung gegen Israel, für sinnvoll und Horizonterweiternd(Im Alltag hat man hierzulande ja kaum damit zu tun) halte. Negativ ist nur zu erwähnen, dass die Charaktere nicht authentisch sind und die sozialen Werte nicht dieser Zeit entsprechen. Aber dann währe es wohl kein Jugendbuch mehr und könnte auch nicht heutige Werte auf diese Art vermitteln.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das Werk von Mirjam Pressler ist beeindruckend. Nicht nur verdanken wir ihr die Übersetzung Hunderter wichtiger Bücher aus dem Hebräischen, Niederländischen und Flämischen, sondern sie hat auch selbst zahlreiche Kinder- und Jugendromane veröffentlicht, von denen nicht wenige ausgezeichnet wurden.

Nun hat sie mit "Golem stiller Bruder" einen Roman geschrieben, der die historische Golemlegende verbindet mit einer genialen Schilderung nicht nur des jüdischen Lebens in Prag um das Jahr 1600, sondern auch als Einführung in das religiöse Alltagsleben der Juden in einer mittelalterlichen Stadt mit zahllosen Hinweisen und Informationen zur jüdischen Religion gelten kann.

Immer wieder wird, wenn die Rede auf den Golem kommt, jener berühmte Rabbi Löw aus Prag genannt. Dieser heilige Mann soll um 1600 herum einen sogenannten Lehmmenschen geschaffen haben.
Mirjam Pressler erfindet nun ihre Geschichte um den historischen Rabbi Löw in der großen Prager jüdischen Gemeinde, der damals größten in Europa. Sie profitierte von der Haltung des damaligen Kaisers Rudolf, der die Juden Prags unter seinen ausgesprochenen Schutz stellte.

Der 15-jährige Jankel und seine kleine Schwester Rachele habe das Dorf Morina verlassen, wo sie, mehrere Tagesreisen von der Hauptstadt Prag entfernt, bei ihrer Tante Scheijndl gelebt hatten, die für ihr Wohl all die Jahre gesorgt hatte, wenn der Vater der Kinder, ein Bücherhändler, oft wochenlang unterwegs war. Die Mutter ist bei der Geburt Racheles gestorben, und als der Vater ewig lange von einer Reise nicht nach Hause zurückkehrt und es keine Nachricht von ihm gibt, die Tante selbst auch immer hinfälliger wird, schickt sie die beiden Kinder nach Prag zu ihrem Onkel, dem Hohen Rabbi Löw.

Unter vielen Abenteuern kommen die beiden Kinder dort an, Rachele kommt bei Jente, einer Schwester des Rabbis unter und wird in deren Familie schnell heimisch, Jankel wird vom Rabbi in dessen Haus aufgenommen und beginnt bei einem jüdischen Bäcker in der Judenstadt zu arbeiten. Dort lernt er auch Schmulik kennen, den Sohn Jentes und wird dessen bester Freund. Schmulik erzählt Jankel von seinem Onkel, dem Rabbi, der Jankel die erste Zeit seines Aufenthaltes in dessen Haus sehr fremd bleibt. Vor allem seit Jankel mit Josef zusammengetroffen ist, einem großen, grobschlächtigen Menschen, den der Rabbi jeden Abend nach oben in dessen Dachstuhlkammer begleitet.

Eines Tages schleicht Jankel sich nachts auf den Boden und sieht Josef regungslos auf der Erde liegen. Er denkt, Josef sei tot, doch Schmulik klärt ihn endlich über das Geheimnis des Golem auf. Der Hohe Rabbi Löw hat ihn vor einiger Zeit an den Ufern der Moldau aus Lehm geschaffen, damit der Golem helfe, die bedrohten Juden in Prag zu beschützen. Dafür und nur dafür durfte er nach Gottes Willen und mit seiner Unterstützung geschaffen werden.
Und das ist auch bitter nötig. Obwohl Kaiser Rudolf den Juden Schutz versprochen hat, gibt es erste Pogrome und ein Mönch namens Thaddäus tut sich mit judenfeindlicher Hetze auf den öffentlichen Plätzen Prags ganz besonders hervor.

Der Hohe Rabbi Löw, der Onkel Jankels, der diesem mit der Zeit immer näher kommt, trifft sich in solchen schweren Zeiten der Bedrohung mit einem Doktor Balthasar, der den Juden wohl gesonnen und ein aufgeklärter Mann ist und den Juden schon oft vermittelnd helfen konnte. Jankel und Schmulik werden vom Rabbi des öfteren mit Botendiensten, aber auch mit besonderen politischen Botschaften betraut, die sie aus der Judenstadt herausbringen müssen.

Und so erfährt der jugendliche Leser über die beiden Jugendlichen Jankel und Schmulik, die die allerbesten Freunde geworden sind und ihre Beziehung oft mit der von David und Jonathan aus der Bibel vergleichen, eine ganze Menge über die brisante Situation in der Stadt und die Judenfeindlichkeit weiter Teile der Bevölkerung.

Es soll von der spannenden Handlung nicht zu viel verraten werden. Besonders erwähnen muß man aber das absolute literarische Geschick , mit dem Mirjam Pressler nicht nur eine spannende Geschichte erzählt, sondern dem Leser jüdische Religion, rabbinisches Leben, jüdische Weisheit und Lehren der Kabbala näher bringt.
Indem sie etwa alle drei bis vier Seiten die Erzählungsperspektive wechselt, bringt sie eine eigene Authentizität in die Geschichte, die fortlaufend erzählt wird, im Wechsel mit dem Erzähler aber immer wieder Jankel selbst mit seinen persönlichen Eindrücken und Gefühlen zu Wort kommen lässt.

So ist ein außergewöhnliches Jugendbuch entstanden, das auch allen Erwachsenen empfohlen werden kann, die etwas über das jüdische Leben in Prag um 1600 lernen wollen und die erfahren wollen, wie diese Menschen angesichts drohender Pogrome und Verfolgung ihr Leben bewältigt haben.
Ein Glossar am Ende des Buches erklärt jiddische und hebräische Begriffe. Was dem Buch noch gut getan hätte, wären am Ende einige Seiten Erklärung und Hilfen für die bei der Lektüre zwangsläufig aufbrechende Frage, warum die Juden durch die Geschichte immer wieder verfolgt wurden. Denn daß die Argumentation des Mönches Thaddäus, sie seien die Christusmörder und würden Christenblut für ihren Ritus brauchen, nur vorgeschoben ist, versteht jeder Leser sofort. Wie kommt es über die Jahrhunderte immer wieder zu Antisemitismus, bis hin zu der industriellen Massenvernichtung des Holocaust ?

Auch einige weiterführende Literaturhinweise hätte ich begrüßt. Aber auch ohne diese Ergänzungen ist dieses jüngste Buch Mirjam Presslers der erneute Beweis dafür, daß wir es hier mit einer Schriftstellerin und Übersetzerin zu tun haben, die in Deutschland einzigartig ist.

Es müsste sich einmal jemand die Mühe machen, alle eigenen Werke und die übersetzten Bücher von Frau Pressler aufzulisten. Diese Bibliothek könnte sich sehen lassen.
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