Die Goldstadt Wanderkarte von Gomera, © 2005 kann ich nur bedingt weiter empfehlen.
Gut geeignet ist sie zur Planung einer Wanderung, als Auto Karte und zur Übersicht.
Im harten Wandereinsatz zeigt die Karte deutliche Schwächen:
Die Qualität des Papiers ist nicht besonders, es verschleißt schnell.
Die Bezeichnung „Wanderroute auf Hauptstraßen“ (rote Linie, gelb unterlegt) lässt vermuten, dass die Route leicht zu finden ist und als Wanderweg gut erkennbar ist.
Leider ist das nicht immer der Fall. Wir haben zweimal die beschriebenen Wege nicht finden können, da sie nicht mehr als ein sehr schmaler Trampelpfad waren und deshalb eben schwer erkennbar waren. Einmal haben wir deswegen eine gute Stunde verloren.
„Wanderroute auf Hauptstraßen“- Problem No. 2: der sogenannte „Leche-Pfad“ (Goldstadt-Wanderung 5 und 6) ist als „Wanderroute auf Hauptstraßen“ gekennzeichnet, im Text wird der Abstieg immerhin als „schwierig“ bezeichnet.
Eigentlich eine Unstimmigkeit, der Reiseführer „Gomera Reise-Know-How“ von Izabella Gawin, bringt`s auf den Punkt: auf Seite 312 wird dieser Weg als „gefährlich“, in der Kompass Karte als „Steig, Bergpfad, teilweise nur für Geübte“ eingestuft.
Hier sollte die Goldstadt-Karte wirklich überarbeitet werden, das sind grobe Patzer und da hört der Spaß auf, wenn man auf gefährliche Wege wie den Leche-Pfad geleitet wird. Es gibt zwar die Bezeichnung: „Pfadspuren“ (gepunktete, rote Linie), die in der Karte jedoch kaum Anwendung findet.
Wir sind bei unseren Wanderungen auf Gomera auf manche Stellen gestoßen, an denen diese Kennzeichnung angebracht gewesen wäre, z.B. bei der Querung eines steilen Geröllfeldes oder ein sehr schmaler Pfad an einem Abgrund entlang.
Auch hier Minus Punkte für Goldstadt.
Die Relationen der Entfernungen sind sehr grob, die Karte manchmal sehr ungenau.
Besser in diesem Punkt, die Kompass Karte.
Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich dadurch, dass die gomerischen Wanderwege in freier Natur durchweg andere Bezeichnungen haben als in der Karte.
Fazit: für die genannten Einsatzzwecke geeignet, auch in Kombination mit z.B. der Kompass Karte ( die zwar deutlich genauer ist, aber manche Wege einfach weg lässt).
Im praktischen Einsatz jedoch verliert man schnell die Lust am Kartenlesen und ärgert sich über Ungenauigkeit und grobe Fehler. Deshalb hier nur einen Punkt in der Bewertung.
Vielleicht zeigt die Goldstadt Karte ja ihre wahren Stärken bei den Mountainbike Touren, die in der Karte schön zu sehen sind. Dafür noch einen Punkt.
Leider konnten wir das Biken dieses Jahr nicht ausprobieren, werden es allerdings sicher nachholen.