Endlich wieder ein neuer Roman von der unvergleichlichen Shulamid Lapid! Nach ihren ersten beiden Lisi-Badichi-Romanen wartete ich sehnsuchtsvoll auf den Nächsten. Und ich wurde nicht enttäuscht! Die alte Lisi mit ihren Plattfüßen und den Plastikohrringen ist wieder da! In gewohnt schnodderiger Art löst sie einen weitreichenden Fall, und auch die Liebe kommt dabei nicht zu kurz. Der Plot ist spannend konstruiert, wie immer, doch das beste an Lapids Romanen ist die Zeichnung der Charaktere! Eine wie Lisi gibt es in der internationalen Literaturszene so schnell nicht wieder. Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen geht sie durchs Leben, sucht Rat und Beistand bei Onkel und "Tante", einem Schwulenpärchen im Rentenalter, und erlebt neben ihrem Job als Lokalreporterin die haarsträubendsten Abenteuer. Außerdem ist es angenehm, einen Krimi aus einem anderen (als dem anglo-amerikanischen) Kulturkreis zu lesen, denn das israelische Flair verleiht dem Roman eine besondere Note. Da kommt nur Batya Gur mit ihren Krimis ran. Ich kann diesen Roman nur jedem ans Herz legen, Lisi ist einfach ein Goldstück. Und "Lokalausgabe" und "Der Hühnerdieb" ebenso! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)