Es ist schwierig, Bücher zu rezensieren, zu denen man bereits den Film kennt. Mir persönlich geht es so: ich finde fast immer das Medium besser, das ich zuerst kennengelernt hatte. In diesem Fall ist es also der Film, der lange Zeit zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme gehörte und vom Buch nicht in den Schatten gestellt werden kann. Trotzdem ist das Buch ganz toll zu lesen und gibt dem Leser Einblicke in einen Strandalltag, wie er im Film nicht geschildert wird, denn stellenweise ist das Buch ganz anders als der Film. Aber es kommt vor allem mit viel weniger kitschiger Hollywood-Dramatik aus, ohne dabei weniger spannend und fesselnd zu sein.
Es ist sympathisch und sehr offenherzig geschrieben, stellenweise sogar sehr lustig, auch wenn das Geschehen teilweise alles andere als spaßig ist. Man kauft dem Autor seine Hauptfigur, den Backpacker Richard und all die anderen Figuren voll ab, jedem wird eine eigene Persönlichkeit eingehaucht. Es liest sich schnell und flüssig, auch wenn nicht ein schreckliches Ereignis das andere überschlägt. Denn dieses Buch ist kein Horror-Thriller, wie es manche enttäuschte Rezensenten vielleicht erwarteten, sondern eine durchaus realistische Darstellung eines Versuchs, auf einer einsamen Insel eine Gemeinschaft von Aussteigern zu bilden.
Absolut perfekt übrigens auch als Reiselektüre in Thailand. Ich habe das Buch selbst in Thailand gelesen und kann das nur jedem empfehlen, der auch eine Thailandreise vor sich hat. Es ist sehr gut recherchiert, tatsächlich existierende Orte werden beschrieben und bewertet; wer Thailand kennt, wird merken, dass das Buch sehr nahe an der Realität dran ist. Das fand ich toll.