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Bi? Hetero? Homo? Für die jungen Dubliner Kate, Tom, Angie, Red und Clara sind das Schubladen, in die sie sich nicht pressen lassen. Während Literaturdozent Tom nämlich reihenweise seine Studentinnen anmacht und sich gerade von Isolde verwöhnen lässt, flüchtet sich seine Verflossene Clara in die Arme der Journalistin Angie. Deren bester Freund Ray verliert in derselben Nacht sein Herz an den Barmann David - unglücklich natürlich. Und genau deswegen trinkt er mit Angie einen zuviel. Und plötzlich wird aus Spaß Ernst.
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Ausgezeichnet mit dem Publikumspreis des Turiner Filmfests zeichnet Liz Gills spritziges Beziehungschaos das Bild verwirrter, wenn auch nicht unsympathischer Großstädter auf der Suche nach der großen Liebe. Gespielt von einem überzeugenden Ensemble rund um Tom-Darsteller Sean Campion, funktioniert die Komödie als unterhaltsames, wenn auch bisweilen zu gewollt "schräges" Plädoyer für Freiheit und Toleranz. Ordentlich gefilmt und mit einem flotten Soundtrack ausgestattet, sollte der Liebesreigen den Independentfilm-Freund ansprechen.
Blickpunkt: Film
Der Dubliner Literaturdozent Tom macht seine Studentinnen mit einer bestimmten Masche an: Er lobt ihre Arbeiten, erzählt ihnen von der Goldfischtheorie und lockt sie in seine Wohnung, wo Rainer Maria Rilkes Gedichte den Rest besorgen. Um Tom spielen sich Beziehungsspiele zwischen seinen diversen Ex ab: Die bisexuelle Clara verliebt sich in die TV-Journalistin Angie, die Clara wegen Kate aufgibt, die von David schwanger ist, aber das Kind mit Kate aufziehen will. David lernt durch einen wirklich komischen Zufall (sein Fahrrad ist an das eines Unbekannten angeschlossen worden) den schwulen Red kennen und hat sein Coming Out. Tom wird von der blonden Isolde verlassen. Als ihn auch die kühle Akademikerin Renée verlassen will, gibt er seine Bindungslosigkeit auf und heiratet sie.
Um Tom und die genannten Personen sind einige Nebenfiguren gruppiert, die die Konflikte der Beziehungen kommentieren sollen. Vieles in der irischen Komödie um die (Selbst-)Täuschungen liebender Paare erinnert nicht von ungefähr an Richard Curtis' wesentlich besseren Ensemblefilm 'Tatsächlich...Liebe', dessen Skript allerdings wesentlich souveräner und vor allem in den Szenenübergängen wesentlich konturierter und eleganter ist. Durch Toms Dominanz wird die wohl emanzipatorische Absicht von Regisseurin und Autorin Liz Gill unterlaufen, lesbische Partnerschaften als die eigentlichen 'Normalfälle' zu charakterisieren. Das Darstellerensemble spielt im Wesentlichen natürlich. Dublin ist im 'Dogma'-Stil aufgenommen, wobei die Manie auffällt, diese an jeder Ecke so herrliche Stadt unbedingt aus gewollt ungewohnter Aufsicht oder Untersicht oder schräger Perspektive zu präsentieren. Im Finale entlässt der Samba-Klassiker 'Waters of March' von Antonio Carlos Jobim gut gelaunt aus den charmant lebhaften 'Dubliners'. ger.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Unbeschwerte, sentimentale und romantische Gay-Lesbian-Liebeskomödie, die Einblick in das Paarungsverhalten geschlechtsreifer Dubliner gibt.
Kurzbeschreibung
Alle verlieben sich. Ständig. Immer wieder aufs Neue. Ungebremst, leidenschaftlich oder abgeklärt. Dann kommt die Wirklichkeit ins Spiel. Ist es Liebe oder nur Verlangen? Lass ich mich gehen oder gehe ich?
Hier in Dublin ist es nicht anders als in jeder anderen Stadt auf dieser Welt zwischen Menschen, die das Zwischenmenschliche suchen. Und in "Goldfish Memory" treffen sie alle aufeinander, die Lesben, die Schwulen, die "Ich-weiss-noch-nicht" und die "Du-da-bin-ich-mir-aber-sicher". Die Startaufstellung ist interessant. Während Tom Clara liebt, erschließt diese mit Angie neue Horizonte. Red, der smarte Fahrradkurier, unterstützt vehement das Coming out seiner Zufallsbekanntschaft. Und alle spielen sie miteinander, gegeneinander und füreinander ein Spiel, das jeder kennt und jeder gewinnen will. Die Liebe ist das Ziel.
"Goldfish Memory" ist voller Überraschungen, witzigen Einfällen und entwickelt unter der Regie von Liz Gill viel Tempo und Charme. Smart, überzeugend und höchst unterhaltsam.