Die UniversitÃtsdozentin Carole verliebt sich in die wesentlich jÃngere Ilse. Diese ist aktive Frauenrechtlerin und versucht Carole fÃr ihre Ideale zu begeistern. Carole ist zwar durchaus aufgeschlossen, fÃhlt sich aber ganz und gar unpolitisch und möchte einfach nur sie selbst sein. Dieser Roman ist einerseits eine "Beziehungskiste", andererseits eine wortgewandte, spritzige und amÃsante Auseinandersetzung mit der Frauenrechtsbewegung. Mehr als 20 Jahre Altersunterschied machen sich natÃrlich bemerkbar. Das geht nicht ohne Spannungen ab, bereichert aber auch beide Frauen. Carole fÃhlt sich in ihre Jugend zurÃckversetzt, wenn die beiden gemeinsam Lausbubenstreiche aushecken. Ilse profitiert von Caroles Erfahrungen und lernt ihre Ideen kritisch zu Ãberdenken.
Teilweise bin ich beim Lesen nicht mehr aus dem Schmunzeln herausgekommen Ãber Lester den Kakadu, Ãber Carole und ihre Freundinnen, die miteinander frotzeln, Ãber Carole, die ihrem Chef zeigt, wo's lang geht. Selbst die Auseinandersetzungen der beiden Frauen Ãber die Frauenrechte sind Ãberwiegend so geschrieben, dass sie sich locker und flÃssig lesen. Einige Exkurse, z.B. zu Mao, waren mir allerdings dann doch ein bisschen zu viel des Guten. Sehr erfrischend fand ich Carole. Sie will einfach nur ihr Leben leben so wie sie ist, ohne sich darÃber Gedanken machen zu mÃssen. Die Toleranz, die sie von anderen verlangt, zeigt sie dabei auch selbst, z.B. in der Beziehung mit Adele, Creampuff und BonBon. Ilse dagegen ist sehr stÃrmisch, wenig bereit, andere Meinungen gelten zu lassen und greift auch schon mal zu nicht ganz so friedlichen Mitteln.
Ein wenig enttÃuscht hat mich der Schluss. Es fiel mir schwer, die Entscheidungen, die Carole am Ende trifft, dieses "zurÃck-zu-den-Wurzeln", nachzuvollziehen.