"Goldene Zeiten", so der Titel des Albums, sowie auch des ersten Titels auf "meinem" Album des Monats;).
Der erste Titel nimmt den Hörer an die Hand und zieht ihn immer mehr in seine Welt hinein.
Schon im Track 2 „Champions" sieht der Hörer sich mit Bukowski Texten konfrontiert, die zunächst eine Verblüffung hervorrufen, vermutet man doch bei einer deutschen Band normalerweise nicht derartigen Tiefgang, was Texte angeht. Der Song, der über Elend, das Tier in uns etc. berichtet, wird von einem Break gestoppt und musikalisch weicht es nun von den überwiegend akkustischen Instrumenten ab zum Scratchen, ohne dabei befremdlich zu klingen.
Track 3 fragt „Wo ist die Hook in diesem Lied?" -> „Wo ist die 1 in diesem Beat?". Beides findet sich schnell. Der "Mitsinger" des Albums, wenn man so will.
"TP.P.B" bringt alle Instrumente der Band mit ein und bietet ein jazziges sentimentales Feuerwerk instrumentaler Musik.
Rhythmisch und aufrüttelnd geht's mit Track 5 „Prinzen" weiter. Hierzu haben Johnny Liebling den jamaikanischen Gastsänger Running Waters eingeladen, seine vollmundige und reiche Stimme zu leihen; das i-Tüpfelchen dieses Tracks ist.
Track 6 „An Guten Tagen" lässt die Gedanken an die Südsee schweifen. Vielleicht entdeckt man in seinen Gedanken das eine oder andere Hula-Mädchen...
Dieser Track steht jedoch weniger unter dem Stern der Leichtigkeit, sondern vielmehr unter dem Thema: Beziehungsblues vs. Leichtigkeit.
In meiner jetzigen Situation, muss dieses unweigerlich mein Lieblingstrack sein. Johnny Liebling, vielen Dank an dieser Stelle - Ihr habt den Nagel auf den Kopf getroffen.
Dramatisch geht es mit Track 7 „Abre Los Ojos" weiter, ein bisschen ketzerisch wird gelacht, dann klart alles auf.
Hmmh... eine sexy säuselnde Französin in „Vampire", ich liebe diesen Akzent, dies ist in Track 8 zu hören.
Track 9 „Heroin" geht wieder rigoros zur Sache, Johnny Liebling haben sich hier einer Übersetzung von Tom Waits zu eigen gemacht.
Track 10 „Niemals" lässt keinen Wunsch offen, „Quelle" ist ein fabelhaftes Duett von Chris und der zauberhaften Lalah, wirklich nicht zu übertreffen.
Wie auch bei „Heroin" wurde bei Track 12 „Karl" sich einer Übersetzung von Tom Waits Texten bemüht. Genaues Hinhören lohnt sich!
Und schließlich endet diese großartige Reise durch die urbanen Texte mit „30 Sommer".
Des Sängers fragende Stimme „Ja was wär, ja was wär, was wär, wenn das schon alles wär?" erklingt noch Stunden - ja sogar Tage noch im Ohr.
Witz, Charme, große musikalische Leistung, fett produziert...
Ich würd sagen: auf jeden Fall mal reinhören:).