Seit vielleicht 6 Wochen besitze ich das neue Album "Golden Voice Blues" vom münsteraner Jazzgitarristen Gregor Hilden. Zum Kauf bewog mich der Besitz des ebenfalls instrumentalen Albums "Sweet Rain" und die Vorfreude auf eine weitere gesangfreie Hildensche Scheibe. Nun ist es absolut nicht so, dass ich etwas gegen schwarzen Alt-Blues mit rauen Stimmen einzuwenden hätte, im Gegenteil. Und das ist genau der Punkt: Gregor Hilden bietet das, was noch nicht daheim im Schrank steht, nämlich den höchst eigenen Blues mit vielen Einflüssen der jazzigen Herkunft, mit viel Ruhe und Wärme, mit einer wundervoll singenden '68er Paula, die ohnehin jeden Gesang überflüssig macht, und er bietet uns eine ganze Stunde Genuss mitten in diesem traumhaften Sound aus 11 höchsteigenen Kreationen. Eine Stunde Gitarrensolo zum Steine schmelzen. Sicher ist der Hilden-Ton sehr perfekt, im urklassischen Sinne vielleicht etwas Blues-untypisch und auch der Harpspieler scheint keine Bluesharp, sondern eine chromatische Mundharmonika in der Hand zu halten, aber diese Eigenständigkeit finde ich gut, sie bringt viel Ehrlichkeit mit sich. Man kann nicht bis zum Weltende altes Material kopieren, nur weil es einen anscheinend feststehenden Namen wie Blues besitzt. Abschließend: Wer seinen Blueshorizont erweitern möchte, aber auch altes Zeug mag, dem sei diese Scheibe empfohlen, gut für Kaminabende mit einem kleinen Scotch. Danke, das war's, auf Wiederlesen.