Die Interpretation von Ragna Schirmer ist ihre Interpretation, und nicht die von Glenn Gould.
Diese Vergleiche sind sinnlos und kleinkariert. Abgesehen davon, dass es von GG mehrere Einspielungen gibt (m.W. drei), die sich durchaus unterscheiden:
es kommt darauf an, dass durch eine Interpretation ein neuer Blick auf dieses fantastische Werk geworfen wird, ein Blick der - neben selbstverständlicher technischer Makellosigkeit - plausibel und berührend ist. "Ja, so habe ich diese Goldberg-Variationen noch nie gesehen/gehört), sie sind mir frisch und neu, sie sind - erneut! - wundervoll.
Und da ist dieser Pianistin ein großer Wurf gelungen. Wunderbar. Aber ich vergleiche sie nicht. Es gibt keine 100-teilige Skala wie bei Celsius.
Was ist denn z.B. mit Wanda Landowska? Was mit Murray Perrahia? Was mit Eugen Koroljov, Andras Schiff, sind das etwa Unpersonen? Erst wenn ich mich mit den Sichtweisen mehrerer Interpreten auseinandersetze, kann ich die einzelne erst würdigen. Und mein eigenes Verständnis entwickeln. DEM dient eine wirklich gute Einspielung, wie sie Ragna Schirmer ohne Zweifel gelungen ist.