Wer bisher der Meinung war daß Bachs Goldbergvariationen auf der Orgel gespielt die Krönung sei, hat dieses Werk noch nie auf Akkordeon gespielt gehört. Man mag diese Kombination von Werk und Instrument für exotisch halten, aber das ist es vieleicht nur deshalb, weil Bach noch kein Akkordeon gekannt hat, sonst, so bin ich mir sicher, wäre dieses Werk im Orginal gleich für dieses Werk ausgezeichnet worden, denn zum Klang, wie man ihn von der Orgel kennt kommt beim Akkordeon noch die Dynamik und eine Möglichkeit der Modulation des Tons, der dem Werk eine Weichheit und Zartheit verleihen kann, wie man es so noch nicht gehört hat.
Die Verflechtung mit der modernen Kompositon Erz klingt im ersten Moment etwas ungewöhnlich, da der altbekannte Variationsablauf dadurch verändert wird und man sich dem Stück stärker widmen muß, als bei einer altbekannten" Fassung. Je mehr man die CD aber anhört, desto mehr stellt man fest, wie die eingeflochtenen Stücke von Erz die Goldberg Variationen interpretieren, führen und weiterleiten. Es entstehen so Teile, die die Aufmerksamkeit immer wieder auf die Goldberg Variationen zurückführt, so daß ein bis zum Ende nicht nachlassender Hörgenuß entsteht, der die Spannung in gleichem Maße bis zum Schluß aufrecht erhält.
Patkovic hat es meisterhaft verstanden, dem Stück durch sein Spiel ein Leben zu geben, wie man es noch so noch nicht gehört hat. Zusammen mit der sicherlich mutigen Entscheidung das Stück mit der Tiensuu Komposition Erz zu kombinieren ist eine moderne Goldbergvariation entstanden, die alles Altbekannte hinter sich läßt und dieses Stück in einen neuen Rahmen setzt, der die bekannte Komposition von Bach ergänzt und gleichzeitig die einzelnen Variationen von Bach noch stärker hervorhebt, so daß ein spannender Hörgenuß bis zur letzten Note entsteht, der einen die CD immer wieder und mit zunehmendem Genuß anhören läßt.
Für mich ist dies die beste Interpretation der Goldberg Variationen, die ich bisher gehört habe, deshalb sind 5 Sterne in der Bewertung nur die logische Konsequenz.