Dieses Buch ist ein Plädoyer für die Wiedereinführung des Goldstandards.
Zunächst wird beschrieben, auf welchem Wege Geld entstand und wie der Goldstandard früher funktionierte. Dabei zeigt sich, dass die Staaten vor allem zur Finanzierung von Kriegen kurzfristig den Goldstandard abschafften und ihn später wieder einführten. Nur beim Vietnamkrieg war es anders; die Golddeckung des Dollars wurde 1971 bzw. 1973 ganz abgeschafft.
Es stellt sich heraus, dass für stetes Wirtschaftswachstum neben einem funktionierenden Rechtssystem vor allem zwei Dinge wichtig sind, welche schon Adam Smith erkannte:
1. niedrige Steuern
2. stabiles Geld
Der Goldstandard sorgte nachweislich für stabiles Geld.
Die Zentralbanken waren zunächst zur Erhaltung des Goldstandards verpflichtet und änderten die Zinssätze ihrer Volkswirtschaft so, dass weder zu viele Goldreserven ab- noch zu flossen. Heute werden die Zinsen geändert, um die Geldmenge zu steuern und so die Wirtschaft anzukurbeln. Wie der Autor zeigt, sind diese Mechanismen zwar oberflächlich ähnlich, aber im Grunde das jeweilige Gegenteil.
Danach werden die historischen Erfahrungen einiger Länder dargestellt, u. a. England, USA, Asien, Lateinamerika und Russland. Dabei erfährt man, dass die Ratschläge des Internationalen Währungsfonds manchmal wenig hilfreich waren.
Die Abkehr vom Goldstandard sollte die Wirtschaft stabilisieren, brachte aber statt dessen:
- von der Fiskal- und Geldpolitik erzeugte Konjunkturzyklen
- stark schwankende Wechselkurse
- Inflation
So waren z. B. die von der OPEC in den 1970er Jahren erhöhten Ölpreise nur eine Reaktion auf den verringerten Wechselkurs des Dollars. (Im Jahr 2008 scheint es bei Öl und Gold ähnlich zu sein.)
Der Autor ist der Meinung, dass die Weltwirtschaftskrise 1929 durch die amerikanische Zollpolitik ausgelöst wurde. Auf eine Deflation oder Inflation gebe es keine Hinweise; das Preisniveau sei stabil geblieben. Allenfalls habe sich die Geldmenge geändert (wenn man Bankkonten einbezieht, was der Autor strikt ablehnt). Jedoch wird die Geldmenge einerseits von der Zentralbank (Zinsen, Mindestreservesätze, Basisgeld) und andererseits von den Banken (Geldschöpfung) erzeugt (siehe Mises: "Theorie des Geldes und der Umlaufmittel" / "Theory of Money and Credit"). Mises zeigt auch, dass es keinen verlässlichen Preisindex gibt. Deshalb kann Preisstabilität manchmal bedeuten, dass die Geldpolitik der Zentralbank eine durch erhöhte Produktivität erzeugte Preissenkung verhindert. Der Autor zeigt auch, dass es um 1929 und 2000 Blasen am Aktienmarkt gab, was ein Hinweis auf expansive Geldpolitik ist.
Am Schluss wird die Wiedereinführung des Goldstandards gefordert, um die Wechselkurse und die Kaufkraft zu stabilisieren. Dazu werden zwei Möglichkeiten angesprochen, wobei die zweite favorisiert wird:
1. Stabilisierung der Menge der Goldreserven
2. Stabilisierung des Goldpreises innerhalb enger Bandbreiten
Bei Abweichungen müsste die Zentralbank die Geldmenge entsprechend verringern oder vergrößern. Der Autor verwirft die Einführung eines festen Goldpreises, obwohl nach seiner Darstellung die Namen der Währungen (Mark, Pfund usw.) früher Gewichte bezeichneten. Die Zentralbanken sollen auch erhalten bleiben. Ein Diskontsatz von etwa 10 Prozent wird empfohlen; das stelle sicher, dass sich die Zentralbank auf ihre Rolle als "letzter Geldgeber" ("lender of last resort") beschränke: In normalen Zeiten wäre der Zinssatz für die Banken zu teuer und sie würden sich über den Kapitalmarkt refinanzieren.
Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist verständlich geschrieben und enthält viele Diagramme. Die aktuellen Werte (z. B. Löhne, Wechselkurse, Aktienindizes) werden jeweils auf den Goldpreis bezogen und zeigen so deutlich, wann die Kaufkraft stabil war und wann nicht. Leider ist die aktuelle (2008) Bankenkrise nicht berücksichtigt. (Da nach Ansicht des Autors der damalige amerikanische Zentralbankchef Greenspan einen virtuellen Goldstandard verwirklichte, gab es 2000 keine Aktienblase und die Finanzkrise kann auch keine sein. Das sehen andere Autoren anders.) (Hinweis: Ich habe die amerikanische Originalausgabe "Gold The Once and Future Money" gelesen.)