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Gold und Silber
 
 

Gold und Silber (Gebundene Ausgabe)

von Lars Brandt (Autor)
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Hanser (8. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446230327
  • ISBN-13: 978-3446230323
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 568.235 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Es gelingen Lars Brandt poetische Bilder und Stimmungen." Silja Ukena, Die Zeit, 06.03.08

Kurzbeschreibung

Eine mittelgroße deutsche Stadt am Ende des 20. Jahrhunderts. Hier gibt es eine Gruppe jüngerer und nicht mehr ganz so junger Leute, die sich als Künstler fühlen und sich fragen: Wie finde ich das richtige Leben in dieser so komplizierten und schlecht organisierten Welt? Sie wissen, was sie wollen, aber sie wissen nicht wirklich, wie sie es machen sollen. So auch der Erzähler, der sich weigert zu begreifen, dass die von ihm verehrte Ginger bereits vergeben ist und nichts von ihm wissen will. Seine Hartnäckigkeit führt ihn mit Umwegen nach Rom, zum Sehnsuchtsort aller Künstler, der nun auch seiner Liebe aufhelfen soll. Lars Brandt bringt auf leichte, assoziative Weise das Schwerste zur Sprache: Sein Künstler- und Liebesroman erzählt von Menschen auf der Suche nach dem richtigen Leben.

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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Poetische Reise ins Nichts, 13. Mai 2008
Lars Brandt Gold und Silber Hanser Verlag
ISBN 3446230327

Nach seinem Buch < Andenken>, in dem Lars Brandt dem Andenken seines Vaters Willy Brandt nachgeht, hat er sich an seinen ersten Roman gewagt. Er ist leicht, schwebend und unnahbar!
Eine Gruppe von Künstlern hat sich in irgendeiner Kleinstadt Deutschlands zusammengeschlossen. Man hat soeben die Schwelle zum 21. Jahrhundert überschritten.
Unwirklich ist die Welt, die das Leben der Protagonisten spiegelt.
In einer Art Künstlerwohngemeinschaft haben sich die handelnden Personen eingerichtet. Rudi, der Icherzähler, geht traumwandlerisch durchs Leben. Er ist nicht sehr erfolgreich als Zeichner und hat sich zwischen Utopie und Wirklichkeit eingerichtet. Die anderen suchen die Nähe zur Literatur, zur Musik, zum Bild und zum Film.
Die Stadt bleibt ungenannt, in der sie leben. Es könnte sich um Bonn handeln, die Stadt, in der Lars Brandt, der Autor, als Sohn seines berühmten Vaters aufgewachsen ist. Nach Berlin richtet sich der Blick, und nach Berlin zieht es Jarl, den Mann von Ginger. Er will dort Filme machen.
Ginger, auch Ginevra in Anlehnung an die Artussage genannt, ist die stille Liebe des Icherzählers, der ihr in steter Ergebenheit zugeneigt ist.
Sich in den Text einzufinden, fällt nicht ganz leicht.
Geht es doch im Wesentlichen um Gedanken, Utopien, vorübergehende Begegnungen, kleine Ausflüge und eine unverkennbare ratlose Zielstrebigkeit von Rudi, mit der er unverdrossen an seiner Bewunderung und Werbung um Ginger festhält. Dem Ritter Lancelot aus der Artussage gleich dient er Ginger und glaubt, sie überall beschützen zu müssen. Ärgerlich äußert er sich zu seinen Rivalen, Gingers Mann und anderen, die ihre Nähe suchen.
Entsetzt hört Rudi, dass Ginger mit ihrem Mann einen Arbeitsaufenthalt in Rom plant. Sofort will er sich ihnen anschließen. Der Icherzähler hat sich so verrannt in den Gedanken, dass Ginger ihn bevorzugt, dass ihm ganz unverständlich bleibt, warum sie so weit weg strebt von ihm und dem Gemeinschaftsleben im Konsortium,--so bezeichnet sich die Künstler WG. Schließlich finden sich die Mitglieder der WG fast vollzählig in Rom bei Jarl und Ginger zu einem Kurzbesuch ein.

Unwirklich und unnahbar bleiben fast alle Figuren. Rätselhaft erscheint ihr Leben, von dem man wenig bis nichts erfährt. Was denken sie? Wohin wollen sie? Wovon leben sie?
Jarl geht seinen Filmprojekten nach, und Parkland begeistert mit seinen Fotografien, die in einer Ausstellung präsentiert werden sollen. Viel mehr erfährt man nicht.
Rudis Einfälle, Tageserlebnisse, die gemeinsamen Unternehmungen einzelner oder der ganzen Gruppe finden durch seine Blicke Erwähnung. Es finden sich eindrucksvolle Impressionen von Straßenecken, Kneipen, Bars oder Partys. Einmal ist es ein Ausflug nach Berlin, von dem berichtet wird. Dort richtet sich das Auge auf den Grunewald und auf verschlissene Häuser in Zehlendorf, und Rudi fragt sich, ob das alles ist..... < Epochen flätzten sich auf durchgetretenem <Holz....>
Rudi will Angeln lernen. Über Fische und ihr Leben unterm winterlichen Eis wird lange diskutiert; der eine oder andere kann gut kochen.
Schöne poetische Passagen über Kunst und die Bauten in Rom bieten Aufhänger, die uns glauben lassen, dass wir es doch mit der realen Welt zu tun haben. Gleich darauf aber fallen wieder Sätze, die aus den Gedanken Rudis bestehen, und der Faden geht erneut verloren.
Episode reiht sich an Episode. Kurze Absätze zeigen, dass das innere Geschehen auch äußerlich manifest ist.
Am Ende ist das Buch durchsetzt mit freien Assoziationen, die den Leser in den luftleeren Raum fallen lassen.
Ist es die Absicht des Autors, auf diesem Wege der inneren Leere und Ziellosigkeit der Protagonisten nachzuspüren?
Rudi bleibt der Träumer, der nicht wahrhaben will, dass das Leben nicht so ist, wie er es sich wünscht. Starr hält er an seiner Werbung um Ginger fest, ohne dass erkennbar wird, wohin das alles führen wird.
Mehr tragisch als komisch scheint das Leben, das er führt.

Am Ende bleiben viele Fragen offen.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Reichlich fade erzählter Künstlerroman, 16. Juni 2008
Von A. Wolf (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Lars Brandt ist der Sohn des unvergessenen Altkanzlers Willy Brandt. Seiner literarisch anspruchsvollen Reminiszenz an den großen Vater ("Andenken") folgte sein Debütroman "Gold und Silber". Ein Künstlerroman, ein Roman, dem der Hanser Verlag im Klappentext attestiert, er brächte "das Schwerste auf die leichteste Weise zur Sprache". Ein ästhetisches Versprechen, das der Roman weitgehend schuldig bleibt.

Worum geht es? Brandt versetzt den Schauplatz in die ausgehenden 1990er Jahre, in eine rheinische Stadt, die der Leser früher oder später als Bonn, die Bundeshauptstadt von ehedem, identifizieren wird. Wir befinden uns am Scheideweg Bonns, ihrem Abdriften in die provinzielle Bedeutungslosigkeit. Eine Gruppe avantgardistischer Künstler - eine Boheme würde man sagen - tritt als ungewisse, allmählich zerbröckelnde Gemeinschaft in Erscheinung. Gruppiert um den Protagonisten und Erzähler Rudi, handelt die Geschichte im Wesentlichen von Sinnfragen, vom finalen Durchbruch dieser Zeichner, Filmemacher, Schriftsteller - und Rudis nicht erwiderter Liebe zu Ginevra, genannt Ginger.

Ginevra, richtig, ein ungewöhnlicher Name. Er beschwört den alten Mythos der Artussage um den König von Camelot, seine Frau Guinevere und ihr treues Festhalten am Gatten, so ganz gegen die entflammte Liebe zwischen ihr und dem Ritter Sir Lancelot. Dergestalt erscheinen auch die Bohemiens als tapfere Ritterrunde, die letzten ihrer Art. Generell ist das Konzept Brandts durchaus hintersinnig, allein die Umsetzung der Idee überzeugt nicht - von der Figurenzeichnung bis hin zur Sprache, wirkt alles stilistisch betont entrückt und manieriert, was nicht allein zu Lasten des Lesegenusses geht, sondern auch die Figuren selbst überwiegend farblos erscheinen lässt:

"Ginevra sah und fühlte viel mehr als nur das, was jedem zugänglich ist. Sie war nicht so abgeschlossen wie die anderen, ließ an sich heran, wovon wir nicht einmal ahnten, dass es in der Welt war - nicht weniger als ein Baum oder Berg. Aber selbst sie war nicht darauf gefasst gewesen, dass es plötzlich da war, dieses besondere Jahr. Wir waren uns begegnet und suchten nun des anderen Nähe. Und nichts geschah."

Nichts geschah - eine treffende Charakterisierung der Handlung des Romans, die trotz der zentralen Umwälzungen erstaunlich zähflüssig bleibt. Und so wie Rudi selbst, muss man sich das Innenleben Ginevras und der übrigen Figuren erahnen, da Brandt dem Leser nicht gestattet, sie plastischer werden zu lassen. Passenderweise verschläft Rudi die sich bietende Gelegenheit, Ginger doch noch näherzukommen und auch die Ortswechsel: Bonn - Rom - Berlin verschaffen der Handlung zu keiner Zeit einen dramaturgischen Schwung.

Dabei hätte man durchaus gerne stärker hinter Rudis Fassage geblickt. Doch allzu selten setzt Brandt einmal an, ihn zwischen seinem avantgardistischen Schaffensdrang und seiner fast schon manischen Schwärmerei zu Ginger sprachlich einmal stärker in Szene zu setzen: "Schon bei Tagesanbruch stockte der Dunst schwül, die Mücken standen in ihm wie festgeleimt, und ich wusste, dass es für mich keine Geborgenheit geben würde. Nirgendwo."

Was erzählt der Roman letztlich? Es ist eine Phase des Übergleitens, von einem Zustand in den anderen, den Brandt beschreibt. Doch die Krise seines Künstler-Grüppchens ist ebenso wenig hintergründig durchleuchtet wie Rudi selbst. Dazu serviert Brandt seinen Künstlerroman in einer eher zähen Sprache. Wenngleich zwischen den Zeilen eine gewisse Komik zutage tritt, überwiegt doch das Bild einer viel zu gewollten, viel zu überladenen Geschichte, fernab der leichten Erzählweise, die der Hanser Verlag propagiert hatte.
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