Chris Cleave hat mich mit diesem Buch genauso berührt, wie mit seinem Vorgänger "Little Bee ".Mitreißend und emotional präsentiert er dem Leser eine Geschichte mit vielen Facetten und einem anrührenden Ende, das die Achtung nicht nur den Profisportlern ausspricht, sondern auch den Eltern, die ein schwer krankes Kind zu pflegen haben und jeden Tag den Kampf von neuem aufnehmen.
Kate und Zoe kennen sich seit ihrem 19. Lebensjahr. Sie sind Freundinnen , aber auch Konkurrentinnen, denn sie kämpfen jedesmal als Radprofis um den Einzug ins Olympiateam und dann natürlich auch um eine Goldmedaille. Doch das Leben überträgt ihnen noch andere schwerere Aufgaben. Zoe, die Kämpferin, rennt ihr Leben lang vor eine Wahrheit davon, die ihr die Kraft und den Biss für den Wettkampf rauben würde, wenn sie sich ihr stellen würde und Kate steht vor der Entscheidung um Gold zu kämpfen oder um das Leben ihrer Tochter, die an Leukämie erkrankt ist .Als dann , nachdem die Olympiarichtlinien andere werden, ein letzter Kampf zwischen Kate und Zoe ansteht, gehen beide an ihre Grenzen und stellen ihre Freundschaft und ihre Zukunft auf eine harte Probe.
Chris Cleave versteht es sehr gut das Thema "Kampf" zu beschreiben. Hier im Mittelpunkt steht das harte Leben der Profisportler, die ihre ganze Energie, aber auch ihr Leben, diesem Sport opfern, um an der Spitze dabei zu sein. Da heißt Selbstdiziplin fast bis zur Selbstaufgabe, was das Training, aber auch die Ernährung angeht.Kein Privatleben in Form von Party's und freie Zeit, über die man verfügen kann. Sachen , die für uns selbstverständlich und unverzichtbar sind, opfern die Athleten für den Erfolg.Die Konkurrenz wird immer größer, die Anforderungen immer höher, da wundert es einen dann auch nicht mehr, dass zu unerlaubten Sachen gegriffen wird, um den Sie zu erringen.
Gelungen finde ich, dass der Autor die Pflege eines kranken Kindes als die "Olympiade des Elternseins "bezeichnet, die auch immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt werden, Rückschläge hinnehmen müssen und doch nie den Mut verlieren dürfen, dass alles gut geht und sie den "Kampf " gewinnen.Zoe und Kate werden in diesem Buch als sehr gegensätzliche Personen beschrieben, die unterschiedlich mit diesem Kampf umgehen. Mir haben beiden Vorgehensweisen gefallen, zumal man im Laufe des Buches auch erfährt, welche Gründe zu diesem Verhalten geführt haben.Auch der Kampf um das Leben von Sophie hat verdeutlich, welche Schwerstarbeit Angehörige zu leisten haben, wenn ihnen eine solche Aufgabe zufällt.Dies mit dem Kampf eines Profisportlers um die Medaille zu vergleichen, mutet zu Anfang fremd an, ich finde den Vergleich aber gelungen und absolut zutreffend.
Mir hat das neue Buch des Autors wieder super gut gefallen und empfehle es gerne weiter.