Dieses Buch ist mein erstes Chrichton-Buch und meine Erwartungen waren dementsprechend hoch.
Ehrlich gesagt war ich dann beim Lesen doch entsetzt, wie schlecht es geschrieben ist.
Über grosse Strecken hat man das Gefühl, ein Heftchenroman vor sich zu haben:
-die Charaktere sind alle holzschnittartig angelegt; der tollkühne Pirat, der die stärksten Festungen überwindet (überhaupt, wird hier mit Superlativen nicht gespart) und dem sich die Frauen quasi willenlos an die Brust werfen; die bösen spanischen Widersacher etc...
-die Sprache ist durchweg einfach und lapidar gehalten, keine Atmosphäre, keine Nuancen, keine Tiefe
-der Plot ist ebenfalls einfach und durchsichtig, keine überraschenden Momente, keine Spannung.
Stellenweise liest sich dieser Roman wie ein ausführliches Film-Drehbuch, man kann förmlich sehen, dass jetzt ein Bildschnitt kommt, danach wieder eine Totale etc. Das mag als Film hervorragend funktionieren, nur: mit der Dramaturgie eines Romans hat dies nichts zu tun.
Kleines Besipiel: unser Superpirat Hunter braucht für seinen Raubzug einige Helfershelfer, die er schön der Reihe nach, alle direkt nacheinander, abklappert: zuerst der zwielichtige Jude "Don Diego", der mit Goldschmuck handelt (Klischee-Alarm !), dann Mr.Enders ein Bader und Steuermann, dann Lazue eine Frau, die wie ein Mann aussicht (Zitat: "Ohnehin machte sie es sich auf Kaperfahrten zur Gewohnheit, ihre Brüste zu entblössen, um den Feind zu verwirren.."), dann kommt noch der "Maure" dazu, ein stummer muskelbepackter Schwarzer (Klischee-Alarm !);
dann schlussendlich der französische Killer "Sanson". Das alles wird so lapidar und lieblos hintereinander runtergespult, dass man sich fragt, wie weit es mit der Fabulierkunst eines solchen Bestsellerautors her ist.
Mag sein, dass die anderen Chrichton-Roman eine andere Qualität haben und die vielen positiven Rezensionen zeigen ja auch, dass dieses Buch bei Vielen ankommt, dennoch bin ich der Auffassung, dass ein gut geschriebener Abenteuerroman anders aussieht.