Zur Handlung: Moist von Lipwig ist ein echter "con artist", ein Lügner, Betrüger, Verkäufer falscher Diamantringe. Leider wurde er festgenommen und in Ankh Morpork zum Tod durch Hängen verurteilt. Nach seiner Hinrichtung erwacht er im Büro des Patriziers, der ihm erklärt wie er überlebte und ihm eine Chance für ein neues Leben bietet: Moist soll das marode Postsystem von Ankh Morpork wieder in Gang bringen. Widerwillig akzeptiert er. Damit er nicht abhaut, wird ihm Mr. Pump, ein Golem der bisher als Pumpe unter der Erde arbeitete, als Gehilfe, Leibwächter und Aufpasser zur Seite gestellt. Im Postamt angekommen trifft er weitere Helfer (einen uralten Briefträger und dessen jungen Gehilfen, der auf das Sammeln von Stecknadeln fixiert ist) und stellt zu seinem Erschrecken fest, dass das gesamt riesige Gebäude mit nicht zugestellten Postsendungen angefüllt ist. Außerdem erfährt er, dass mehrere Vorgänger im Amt ums Leben kamen.
Im weiteren Verlauf wird erzählt wie es zu dieser Situation kam und wie Moist beginnt, die Sendungen zuzustellen. Der Bedarf ist nämlich da: es gibt zwar mittlerweile die Clacks-Türme, die Nachrichten schneller übermitteln können, aber diese sind seit sie von einer zwielichtigen Firma übernommen wurden, die viel Personal und Service/Wartung einspart, vor allem teuer und unzuverlässig. Das bietet Moist und seinen neu angeheuerten Postkollegen eine Marktlücke. Hilfe bekommt er vor allem von den Nachfahren der früheren Postmitarbeiter sowie von der Gesellschaft zur Befreiung der Golems. Diese organisiert das Freikaufen von Golems (Vorgeschichte siehe "Feet of Clay") aus ihren Tätigkeiten, und Golems erweisen sich als ideale Postmitarbeiter, weil sie stundenlanges Sortieren nicht scheuen und nicht von Hunden beim Briefeaustragen gebissen werden ;-) Die attraktive Leiterin der Gesellschaft gibt Moist zusätzlichen Auftrieb.
Den Chef der Clacks-Firma lässt die neue alte Konkurrenz nicht unberührt und er versucht mit allen legalen und illegalen Mitteln sich diese vom Hals zu schaffen. Er ist eine zwielichtige Gestalt und hat die Firma durch Betrug und Unterschlagung an sich gebracht. Er ist ebenfalls ein berufsmäßiger Betrüger, ein Neureicher, der aus dem Nichts kam. Moist erkennt sofort einen Meister seines Faches.
Ein Zweikampf zwischen den beiden Firmen und den beiden Schwindlern entbrennt. Die Ankh-Morpork Times (Vorgeschichte siehe "The Truth") berichtet über alles und heizt den Zweikampf an. Das ganze kulminiert in einem Wettrennen: wer schafft es, eine Nachricht als erster nach Genua zu bringen?
Mein Eindruck: das Buch ähnelt von der Aufmachung her "The Truth", denn es spielt in Ankh-Morpork und die Hauptakteure sind neu. Allerdings ist der Hauptdarsteller Moist von Lipwig ("I am Moist - don't laugh!") kein aufrechter Kerl wie William de Worde in "The Truth", sondern ein Verbrecher. Anfänglich hat er kein richtiges Unrechtsbewusstsein und glaubt Klassen besser zu sein als Mörder, Räuber und Diebe, denn er hat ja noch nie jemandem weh getan. Später lernt er durch Konfrontation mit einigen der Existenzen, die er durch seine Betrügereien zerstört hat, dass das nicht alles so einfach ist. Dieser Wandel ist interessant zu sehen, wenn Moist erst nur daran denkt, wie er sich aus der unbequemen Aufgabe herauswinden kann, und dann später seine ganze Kraft und sein Talent auf den Erfolg der Post richtet.
Insgesamt ist das Buch weniger düster als die direkten Vorgänger, besonders Night Watch war ja eher deprimierend. Es hat mir wieder sehr gut gefallen, ähnlich wie "The Truth". Die neuen Figuren sind interessant und teilweise liebenswert, besonders über die Golems, bei denen sich ja in "Feet of Clay" eine Veränderung anbahnte, erfahre ich hier gerne mehr.