Die Zugspitze sowie der Großglockner haben es zwar nicht ins Ranking des Bildbandes "Die höchsten Gipfel" geschafft, obwohl der im Buch präsentierte Yosemite (2.305 m) im sonnigen Kalifornien eindeutig niedriger ist. Aber das tut hier weiter nichts zur Sache, denn Alessandro Gogna ist mit diesem höchst informativen und spannenden Buch ein gut recherchierter Überblick über einige - aus alpinistischer Sicht - der herausforderndsten Gipfel unseres Planeten gelungen. Kein Wunder, dass der Autor weiß wovon er spricht, ist er doch selbst ein routinierter Alpinist und ein hervorragender Fotograf dazu, denn eine Vielzahl der Aufnahmen in diesem Bildband stammt vom Italiener selbst. Außerdem stellt Alessandro Gogna schon im Vorwort klar, dass die Kriterien für die Auswahl der schönsten Berge der Welt zwangsläufig subjektiv sind. Noch dazu kommt, dass es schon allein der Abwechslung zu liebe nicht sehr sinnvoll gewesen wäre unbedingt alle 14 Achttausender in das Buch mit aufzunehmen. Was aber nicht heißen soll, dass diese hier nicht erwähnt werden.
Schon allein die Aufmachung dieses Werkes ist gigantisch. Jede zweite Buchseite ist zum Aufklappen im quadratischen Posterformat. Sozusagen "quadratisch, praktisch ..." Keine Angst, jetzt folgt keine Schleichwerbung für Schokolade, sondern kommen wir lieber zu Potte. Der Bildband "Die höchsten Gipfel" stellt insgesamt 27 Berge vor, deren Höhe von knapp 2.300 bis zu exakt 8.848 Meter über dem Meeresspiegel reicht. Der höchste Berg der Welt, das sogenannte "Dach der Welt" durfte natürlich nicht fehlen und befindet sich im Zentrum des Aufklappbildbandes. Die Kapitel eins bis sieben sind jeweils einem Kontinent gewidmet, wobei der Autor den Leser auf eine Tour mitnimmt, die in Nordamerika startet und in der Antarktis ausklingt. Zu jedem einzelnen Berg ist ein kleiner Ausschnitt einer Satellitenkarte beigeführt, auf dem in etwa die Position der besprochenen Felsformation auf dem Globus nachvollzogen werden kann. Zeitleisten mit Informationen zur Entwicklung von Materialien und Hilfsmittel für den Bergsport im Laufe der alpinistischen Zeitrechnung oder zu den herausragendsten Leistungen in Hinsicht auf Erstbesteigung sowie dem Bau von Schutzhütten komplettieren die Detailbeschreibung der einzelnen Berge.
Das letzte und achte Kapitel des Bildbandes "Die höchsten Gipfel", das von Birgit Lamerz-Beckschäfer aus dem Italienischen übersetzt wurde, enthält ein viersprachiges "Wörterbuch der Alpinistischen Begriffe", und speziell für Freunde von Statistiken sind in diesem Anhang Tabellen jener Bergsteiger angeführt, die entweder alle 14 Achttausender bestiegen oder die diese als erstes bezwungen haben. Eine Liste der 100 höchsten Berge der Welt vervollständigt und bestätigt den hohen Informationsgehalt dieses Buches. Auch das umfangreiches Personen- und Ortsregister trägt zur ohnehin sehr übersichtlichen Gestaltung des Bildbandes bei. Zusätzlich wird noch auf ausgewählte, weiterführende Literatur sowie auf themenbezogene Websites hingewiesen.
"Dieser Bildband eröffnet dem Leser ein hervorragendes Panorama der Berge und ist für Menschen, denen die Riesen aus Fels und Schnee bereits am Herzen liegen genauso lesenswert, wert wie für diejenigen, die die ersten Schritte in eine ganz besondere, ihnen noch unbekannte Welt wagen möchten." Folgen Sie also dem Ruf der Berge!