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Goethe schtirbt: Erzählungen [Gebundene Ausgabe]

Thomas Bernhard
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Kurzbeschreibung

20. September 2010
Bei der Begegnung zwischen Thomas Bernhard und Siegfried Unseld in Wien am 17. Januar 1985 herrscht, wie der Verleger notiert, eine »blendende Stimmung«. Der Autor ist sich sicher, "Alte Meister" in wenigen Wochen abschließen zu können – der letzte von Thomas Bernhard abgeschlossene Roman erscheint tatsächlich Ende desselben Jahres. Von den Gesprächen hält Unseld einen Wunsch Bernhards fest: »Dann läge ihm doch sehr an einem Band ›Goethe schtirbt‹. Er enthielte die Texte ›Goethe schtirbt‹. – ›Wiedersehen‹. – ›Montaigne‹. – Und zwei Stücke, die noch keinen Titel haben.« Zu Lebzeiten von Thomas Bernhard kam die Publikation dieser Anfang der achtziger Jahre verfaßten und in Zeitungen abgedruckten Erzählungen nicht mehr zustande: zu sehr war der Autor mit seinem zunächst zurückgehaltenen Romanopus "Auslöschung" und mit dem Theaterstück "Heldenplatz" sowie dem dadurch entfachten Skandal befaßt. In "Goethe schtirbt" werden diese Erzählungen zum ersten Mal, dem Wunsch ihres Verfassers entsprechend, in einem Band zusammengefügt: Sie zeigen den ironisch abgeklärten Meister der tragischen Momente und komischen Situationen, der auf der Höhe seiner Kunst Motive und Strukturen seines Gesamtwerks aufgreift: von den Einsamkeitsexpertisen in Amras, 1964 publiziert, bis zur Haßliebe gegenüber Österreich im Spätwerk.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 98 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (20. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518421700
  • ISBN-13: 978-3518421703
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 273.079 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Man kann den österreichischen Schriftsteller neu und noch einmal lesen, und wird sich freuen, dass ein Erzählungsband wie Goethe schtirbt jetzt endlich erscheint. ... In den Erzählungen wird jeglicher Ernst zielsicher in den Irrwitz getrieben.«

(Paul Jandl Die Welt )

»Zeugungsgrößenwahn, Hochgebirgshabseligkeiten, Elternkerker, Sentimentalitätskerker, Falschsentimentales, Welterschöpfung - wenn solche Hauptwortballungen, kombiniert mit adjektivischen Superlativen (...) auftreten, weiß der Leser: Dies hier ist Bernhardland.«

(Hannes Hintermeier Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Der Band Goethe schtirbt versammelt postum vier erzählerische Wutausbrüche von Thomas Bernhard.«

(Christopher Schmidt Süddeutsche Zeitung )

»Goethe schtirbt wurde nach dem Wunsch Thomas Bernhards zusammengestellt. Im Werkzusammenhang wirkt die postume Veröffentlichung wie das Tüpfelchen auf dem "i". Vielleicht, weil jedes Prosastück wie ein poetischer Zellkern nahezu den kompletten, auch unter den Texten dicht vernetzten Bernhard-Kosmos zu enthalten scheint. Vielleicht, weil die Geschichten wie Planeten zentrifugal um den Widerstand kreisen. Sicher ist eins: Alle vier Erzählungen vermitteln Thomas Bernhards Lust am Erzählen als sinnliches Vergnügen auch am Widerstand.«

(Michaela Schmitz Deutschlandfunk )

»Goethe schtirbt heißt der Band, und es ist das furiose Wiederbelebungsbuch eines Tons, von dem man schon dachte, man wird ihn ewig nur noch als fernen Erinnerungsklang aus den alten Büchern wieder und wieder hören. Doch hier ist er: neu und alt und vertraut zugleich. Ein echter neuer Bernhard.«

(Volker Weidermann Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung )

»Goethe schtirbt enthält vier Erzählungen, die zwischen 1982 und 1983 unter anderem in der »Zeit« erschienen sind. Sie wiederholen und variieren Motive und Strukturen aus Bernhards Gesamtwerk und handeln vom Größenwahn und der Einsamkeit, vom lebenslangen Hass auf die Eltern und der Hassliebe zu Österreich. … Ein Autor wie Thomas Bernhard ist heute gar nicht mehr denkbar.«

(Gerrit Bartels Der Tagesspiegel )

Über den Autor

1931
geboren am 9. Februar in Heerlen (Niederlande) als unehelicher Sohn von Herta Bernhard, der Tochter des Schriftstellers Johannes Freumbichler; den Vater Alois Zuckerstätter lernt Bernhard nie kennen

1931-35
zusammen mit der Mutter und deren Eltern in Wien; schwierige ökonomische Situation; enge Beziehung zum Großvater mütterlicherseits

1935
Übersiedlung mit Mutter und Großeltern nach Seekirchen am Wallersee (Land Salzburg)

1938
Übersiedlung nach Traunstein (Bayern); Bernhards Mutter hat mit ihrem Ehemann Emil Fabjan zwei weitere Kinder; Peter (geb. 1938), Susanne (geb. 1940)

1943
ab Herbst im NS-Schülerheim in Salzburg; Gymnasium; in den folgenden Jahren u.a. Geigen- und Gesangsunterricht

1945
katholisches Schülerheim Johanneum

1946
Übersiedlung der gesamten Familie nach Salzburg (Radetzkystraße )

1947
Abbruch des Gymnasiums; Kaufmannslehre (Scherzhauserfeldsiedlung)

1949-51
in der Folge Lungentuberkulose; Aufenthalte im Krankenhaus, in Sanatorien und Heilstätten (u.a. in der Lungenheilstätte Grafenhof bei St. Veit im Pongau, Land Salzburg)
1949
Tod des Großvaters

1956
lernt Hedwig Stavianicek - seinen ›Lebensmenschen‹ - kennen; Tod der Mutter

1952-55
freie Mitarbeit beim Salzburger ›Demokratischen Volksblatt‹; Gerichtssaalberichte, Buch-, Theater- und Filmkritiken; erste literarische Veröffentlichungen: Gedichte, Erzählungen 1955 erste von zahlreichen Jugoslawienreisen mit Hedwig Stavianicek

1955-57
Hochschule für Musik und darstellende Kunst ›Mozarteum‹ in Salzburg: Musikunterricht, Regie- und Schauspielstudium

1956
erste Venedigreise mit Hedwig Stavianicek

1957-60
Freundschaft mit dem Komponisten Gerhard Lampersberg; längere Aufenthalte auf dessen Tonhof (Maria Saal, Kärnten)

1957
erster Gedichtband: Auf der Erde und in der Hölle

1958
In hora mortis; Unter dem Eisen des Mondes (Gedichtbände)

1959
die rosen der einöde. fünf sätze für ballett, stimmen und orchester

1960
Aufführung der Kurzoper Köpfe und einiger Kurzschauspiele im Theater am Tonhof; erste große Italienreise mit Hedwig Stavianicek (u.a. Sizilien), Reise nach England (kurzer Aufenthalt in London)

1963
literarischer Durchbruch mit dem Roman Frost; erste Polenreise

1964
Amras; Julius Campe-Preis

1965
Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen; Kauf eines Vierkanthofs in Obernathal bei Ohlsdorf (Oberösterreich; vermittelt durch den Immobilienmakler Karl Ignaz Hennetmair), jahrelange Restaurierung des Gebäudes; später Kauf zweier weiterer Häuser bei Reindlmühl und Ottnang; daneben immer wieder Aufenthalte in Wien (Wohnung Hedwig Stavianiceks in der Döblinger Obkirchergasse) und Reisen vor allem in den mediterranen Süden (Jugoslawien etc.), wo auch einige Werke entstehen

1967
Verstörung; Prosa; Operation im Pulmologischen Krankenhaus der Stadt Wien auf der Baumgartner Höhe

1968
Ungenach; Kleiner Österreichischer Staatspreis 1967; Anton Wildgans-Preis

1969
Watten; Ereignisse (entstanden 1957); An der Baumgrenze

1970
Das Kalkwerk; Ein Fest für Boris (uraufgeführt in Hamburg unter der Regie von Claus Peymann, der auch einen Großteil der weiteren Stücke erstinszeniert), Fernsehfilm Drei Tage (Regie: Ferry Radax); Vortragsreise durch Jugoslawien und Italien

1971
Gehen; Midland in Stilfs; Der Italiener (verfilmt von Ferry Radax)

1972
Der Ignorant und der Wahnsinnige (Uraufführung bei den Salzburger Festspielen); Franz Theodor Csokor-Preis, Adolf Grimme-Preis, Grillparzer-Preis

1974
Die Jagdgesellschaft (Uraufführung am Wiener Burgtheater); Die Macht der Gewohnheit; Der Kulterer (verfilmt von Vojtech Jasny); erste Portugalreise

1975
Die Ursache (erster Band der autobiographischen Pentalogie; wie die übrigen Bände erschienen im von Wolfgang Schaftier geleiteten Salzburger Residenz-Verlag; Ehrenbeleidigungsklage des Salzburger Stadtpfarrers Franz Wesenauer); Korrektur; Der Präsident

1976
Der Keller; Die Berühmten

1977
Minetti; größere Reisen nach Italien (u.a. Rom, Sizilien), in den Iran, nach Ägypten und Israel

1978
Der Atem; Ja; Der Stimmenimitator; Immanuel Kant; erste Reise nach Mallorca

1979
Der Weltverbesserer, Vor dem Ruhestand; Austritt aus der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung; Reise in die USA (New York)

1980
Die Billigesser

1981
Die Kälte; Ober allen Gipfeln ist Ruh; Am Ziel; Ave Vergil Ende der fünfziger Jahre entstandenen Gedichten); Reise in die Türkei

1982
Ein Kind; Beton; Wittgensteins Neffe; Premio Prato

1983
Der Untergeher; Der Schein trügt; Premio Mondello; erste Reise nach Spanien

1984
Tod Hedwig Stavianiceks
Holzfällen (vorübergehende Beschlagnahmung des Romans auf Antrag Gerhard Lampersbergs); Der Theatermacher; Ritter, Dene, Voss

1985
Alte Meister

1986
Auslöschung; Einfach kompliziert

1987
Elisabeth II

1988
Heldenplatz (große öffentliche Auseinandersetzung um Bernhards am Wiener Burgtheater uraufgeführtes Theaterstück zum ›Bedenkjahr‹ 50 Jahre Anschluß Osterreichs an NS-Deutschland); Prix Medicis; letzte Reise nach Spanien (Torremolinos)
1989
gestorben nach jahrelanger schwerer Krankheit am 12. Februar in Gmunden (Oberösterreich); beigesetzt im Grab Hedwig Stavianiceks auf dem Grinzinger Friedhof in Wien


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5.0 von 5 Sternen Goethe - der Lähmer, Montaigne - der Lenker 2. Oktober 2010
Von Heike G HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Den Menschen ist nicht zu helfen in unserer Welt, die schon Jahrhunderte voller Heuchelei ist. Der Welt ist wie den Menschen nicht zu helfen, weil beide durch und durch Heuchelei sind." (Thomas Bernhard: "In Flammen aufgegangen. Reisebericht an einen einstigen Freund")

Als den "Großen Österreichischen Staatsbeschimpfer", ja den "großen Allesbeschimpfer" hat die FAZ ihn bezeichnet. "Eine Wanze, die man vertilgen müsse", formulierte eine Wiener Zeitung am Tag nach der Preisverleihung zum "Kleinen Österreichischen Staatspreis" und den eklatanten "Dankesworten" des Geehrten. Sein "Heldenplatz" gilt als Attacke an "sechs Millionen debile Österreicher" und avancierte zum Theaterskandal schlechthin. Thomas Bernhard war zu Lebzeiten der bestgehasste, tiefstverabscheute, meistverunglimpfte Schriftsteller seines Heimatlandes. Der am 12. Februar 1989 verstorbene Dichter selbst verordnete testamentarisch ein Aufführungsverbot seiner Stücke in Österreich, um sich "gegen jede Einmischung" und "gegen jede Annäherung dieses österreichischen Staates" seine Person und sein Werk betreffend zu verwahren.

Der "Künstlichkeit" der ihn umgebenden Welt den Spiegel vorzuhalten war Thomas Bernhards erklärtes Ziel. Seine in Selbstgesprächen agierenden Figuren - vornehmlich "Geistesmenschen" und Denker - leiden vor allem in und an ihrer (Um-)Welt und sind zu menschlichen Beziehungen unfähig. Bei Bernhard gibt es keine Hoffnung mehr, alles scheint aussichtslos. Seine Figuren leben in ihrer eigenen Welt. Scheinbar endlose, sich wiederholende und zum Teil ohne Absatz über ganze Seiten hinwegziehende, verschachtelte Monologe sind keine Seltenheit. Bernhards Sprache ist nahezu komponiert, wirkt jedoch auf Grund seiner alles andere als "normalen" Protagonisten nicht abgehoben, sondern äußerst treffend.

In dem vorliegenden schmalen Bändchen sind erstmals vier Erzählungen aus den Jahren 1982/1983 vereint, die der Österreicher zu Lebzeiten gern in einem Buch vereint gesehen hätte, zu dem es jedoch niemals kam. Sie sind nahezu ein treffliches Beispiel seines Duktus'.
Zum einen ergeht sich der Autor in bösen Schimpftiraden und Österreich ist für ihn einmal mehr "das hässlichste und lächerlichste Land der Welt", die österreichische Regierung "die dümmste Regierung auf der Welt", der "österreichische katholische Klerus, der gefinkelste auf der Welt". Zum anderen spürt der Leser auch eine große Einsamkeit und Verlassenheit: "Ich habe niemals einen Vater und niemals eine Mutter, aber immer meinen Montaigne gehabt."

Doch nicht alle Menschen verachtet der Welthasser. Montaigne und Paul Wittgenstein, mit dem ihm eine Freundschaft verband, verehrt Bernhard. Über Goethe macht er sich hingegen lustig oder besser: Er würdigt ihn in seiner Erzählung "Goethe schtirbt" parodistisch... Dem Sterbenden soll der letzte Wunsch erfüllt und Pauls Onkel, der Philosoph Ludwig Wittgenstein, an dessen Bett geholt werden. Das Unterfangen gelingt jedoch aufgrund widriger Umstände nicht. Die zeitliche Unmöglichkeit ist dabei nicht der Verhinderungsgrund, jedoch Goethes vortrefflich dagegen intrigierendes Umfeld. Von österreichischen Denkern käme schließlich nichts Gutes und - noch viel schlimmer - dem deutschen Dichterfürsten könnte seine eigene wahre Größe, die er vortrefflich ins rechte Licht zu setzen versteht, in Zweifel geraten. So stirbt der Geheimrat ohne "seinen philosophischen Sohn" gesehen zu haben, aber mit dessen Worten im Mund: "Das 'Zweifelnde und das Nichtzweifelnde' soll Goethe als Vorletztes gesagt haben. Also einen wittgensteinschen Satz. Und kurz darauf jene zwei Wörter, die seine berühmtesten sind: 'Mehr Licht!'. Aber tatsächlich hat Goethe als Letztes nicht 'Mehr Licht', sondern 'Mehr nicht!' gesagt. (...) Wir einigten uns darauf, der Welt mitzuteilen, Goethe habe 'Mehr Licht' gesagt als Letztes und nicht 'Mehr nicht!' An dieser Lüge als Verfälschung leide ich (...) noch heute."

"Goethe schtirbt" ist ein wunderbares Kleinod und gleichzeitig ein vortrefflicher Einstieg in das Oeuvre des Autors. Sich der Person Thomas Bernhard zu nähern ist allerdings nicht einfach. Zu sehr polarisiert er, zu kompromisslos treffen bei ihm Dichtung und Wahrheit aufeinander und verzahnen sich. Entweder man liebt diesen radikal offenen, großartigen Stilisten oder man lehnt ihn als Misanthrop, knorrigen Grantler, als "Unterganghofer" kategorisch ab.
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5.0 von 5 Sternen typisch Bernhard 10. Februar 2012
Von Thaila
Format:Kindle Edition
Das schmale Bändchen "Goethe schtirbt" umfasst vier Erzählungen von Thomas Bernhard. Die Titelgeschichte beschreibt die letzten Tage von Goethe aus den Erzählungen seiner treuen Anhänger und Jünger. Ekermann ist in Ungnade gefallen und der alte Goethe hat es sich als letzten Wunsch in den Kopf gesetzt, Wittgenstein zu treffen und mit ihm über seine Philosophie zu sprechen, der natürlich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht lebte. Für alle anderen Geistesgrößen seiner Zeit hat Goethe nur Verachtung übrig. Bernhards Goethe ist von grenzenlosem Größenwahn getrieben, so rühmt er sich selbst als großer Lähmer der deutschen Literatur, da nach ihm auf hundert Jahre nichts nachwachsen könne.
Die übrigen Erzählungen bestehen vor allem aus dem legendären Bernhard'schen Haßtiraden. Beschimpfungen auf die Gesellschaft, auf Österreich, das "häßlichste und lächerlichste Land der Welt" und auf die Familie als Keimzelle des gesellschaftlichen Terrors reihen sich aneinader. "Die Elternhäuser sind immer Kerker und die wenigsten können ausbrechen" so ein typisches Zitat aus dem Buch. Das könnte anstrengend sein. Ist es aber ganz und gar nicht, sondern liest sich höchst vergnüglich. Zum einem liegt das an Bernhards wundervoll poliertem Stil. Obwohl viele Sätze ellenlang sind und sich in unzähligen Konstruktionen ineinanderschachteln, verliert der Autor nie die Kontrolle und der Leser nicht den Überblick. Zum anderen ist Bernhards Humor hervorzuheben. Der Autor ist weit mehr als ein alter Grandler. Seine Beobachtungen sind fast immer von treffender Schärfe, urkomisch und ihnen wohnt nicht selten ein Augenzwinkern inne, wenn sich zum Beispiel zwei Kindheitsfreunde darüber streiten, wessen Eltern die Schlimmeren waren. Hat mir sehr gefallen und war für mich ein guter Einstieg in Bernhards Werk.
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1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut für Bernhard-Neulinge 19. Februar 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Goethe schtirbt ist witzig und klug.
Montaigne ist eine kleine Novelle mit interessantem Ende.
Wiedersehen ist eine Novelle; ein bisschen verstörend und einprägsam mit einem coolen Ende. Sie ist ähnlich wie Montaigne, allerdings viel einseitig-polemischer.
Der Reisebericht ist, für mich, öd und einseitig.
Insgesamt sicher nicht Bernhards beste(s) Werk(e), aber allemal lesenswert, weil kurzweilig und leicht und schnell zu lesen. Man könnte sagen, für Bernhard-EinsteigerInnen - eine gute Einführung in seinen Stil und seine Lieblingsthemen.
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