Freud oder auch Goethe, man muss sich schon wirklich für die Figuren interessieren, um eine Biografie, die vielleicht auch noch sehr trocken verfasst ist, über diese berühmten Mitmenschen zu lesen. Christian Moser jedoch hat eine ganz spezielle Art, Interessierten auf leichte, humorvolle und dennoch gut recherchierten Weise, die Berühmtheiten näher zu bringen.
Im vorliegenden Fall handelt es sich um keinen geringeren als Johann Wolfgang von Goethe. Erzählen lässt er diesmal Mephisto, den dienstbaren Geist bzw. Teufel, aus Goethes Faust. Schelmisch und mitunter sogar boshaft, gewährt Mephisto Einblicke in Goethes Leben. Alle wichtigen Stationen werden durchschritten. Seine Leiden durch eine unerfüllte Liebe, denen er in seinem Werk "Die Leiden des jungen Werther" einen Namen gibt, werden ebenso hinterfragt wie seine Beziehung zum Herzog Carl August von Weimar oder auch die (platonische?) Verbindung zu Charlotte von Stein. Ob seine Ehe, seine Kinder oder auch sein Dichterkollege Friedrich Schiller, niemand fehlt in diesem amüsant zusammengestellten Bücherl. Hervorragend bildlich unterstrichen wird dies alles noch von den humorvollen Zeichnungen des Autors selbst.
In einem Nachwort erklärt Christian Moser noch, dass es über Goethe noch wesentlich mehr zu schreiben gäbe, er aber aufgrund der begrenzten Seitenanzahl des Buches nicht alles unterbringe. Schade, dass hier der Verlag nicht entgegenkommender war, denn sowohl Goethe wie auch Moser selbst hätten dies verdient.
Fazit:
Eine wunderbare subtile und pointierte Darstellung von Goethes Leben. Vielleicht nicht ganz so spitz und treffend wie im Buch "Sigmund Freud - Die ganze Wahrheit", aber absolut lesens- und empfehlenswert. Wäre Moser noch etwas mehr auf das schriftliche Schaffen dieses Ausnahmedichters eingegangen bzw. hätte auch der Verlag ihm dazu die Möglichkeit gegeben, wäre diese etwas andere Biographie beinah vollkommen.