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Goethe und Schiller: Geschichte einer Freundschaft
 
 
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Goethe und Schiller: Geschichte einer Freundschaft [Broschiert]

Rüdiger Safranski
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (5. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596187435
  • ISBN-13: 978-3596187430
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 15.249 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Rüdiger Safranski
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Über die außergewöhnlichste Freundschaft in der Geschichte des Geistes.
Goethes und Schillers Freundschaft gilt als Traumpaarung der deutschen Klassik, als Sternstunde des Geistes. Doch ganz konfliktfrei war ihr Verhältnis nicht. Obwohl sie sich gegenseitig halfen und inspirierten, beneidete Schiller den großen Goethe und fürchtete sich Goethe vor dem Aufstieg Schillers. In seinem spannend zu lesenden Buch erzählt Rüdiger Safranski die gemeinsame Geschichte der beiden Geistesheroen von der ersten Begegnung 1779 in Stuttgart bis zu Schillers Beerdigung in Weimar, der Goethe fernblieb.

Über den Autor

Rüdiger Safranski, geboren 1945, Philosoph und Schriftsteller, lebt in Berlin. Er veröffentlichte Biographien über E. T. A. Hoffmann, Schopenhauer und Heidegger sowie den großen philosophischen Essay "Wieviel Wahrheit braucht der Mensch? Über das Denkbare und Lebbare". Rüdiger Safranski erhielt 2006 den "WELT-Literaturpreis" und den "Friedrich-Hölderlin-Preis", 2009 den Corine - Internationaler Buchpreis, Kategorie Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten für sein Lebenswerk.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
71 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Spielzeug-Guillotine inklusive 26. September 2009
Von Thomas Reuter TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Man sollte meinen, zu diesem Thema ließe sich nichts mehr sagen. Generationen von Literaturwissenschaftlern haben sich bereits an diesem Kern der deutschen Kultur abgearbeitet, ja Goethe und Schiller selbst haben sich ja bereits als geschichtlich begriffen und Goethes Herausgabe des Briefwechsels mit dem Freunde im Jahre 1825, also 20 Jahre nach dem Tod Schillers, unterstreicht dies Bewusstsein der eigenen Historizität.
Was hat uns Safranski neues über diese merkwürdigste Freundschaft deutscher Dichter zu sagen? War es eine Freundschaft? Safranski bejaht dies emphatisch. In Safranskis typisch leichtfüßigen Stil werden die Herkunft beider und die allmähliche Annäherung, die ja schwierig war, beschrieben. Eigentlich waren sich beide ja spinnefeind. Goethe, der nach seiner Rückkehr aus Italien den Neuankömmling in Weimar als Konkurrenten und Bedrohung ansah. Zudem noch als ein ungewünschtes Spiegelbild seines ehemaligen Selbst: den Stürmer und Dränger, den Goethe hinter sich lassen wollte, und obendrein noch einen spekulativen philosophischen Geist, der die Ideen vor die Erfahrung setzte, während Goethe selber die Welt doch nur andersherum verstehen konnte und mochte.
Am Ende ist es aber doch genau dieser Gegensatz, der zu der zwar unwahrscheinlichen, dann aber doch ausgesprochen produktiven Freundschaft führt. Eine Freundschaft, in der die poetische Produktivität beider im Mittelpunkt stand. Und hierzu war die Polarität von Erfahrung und Idee konstitutiv. Tatsächlich schien der eine dem anderen das zu geben, was ihm fehlte und so entstanden in dem einen Jahrzehnt ihrer Freundschaft die größten Werke der Weimarer Klassik.
Schiller tritt in Safranskis Darstellung aus Goethes Schatten hinaus. Es war Schiller, der seinen Freund immer wieder zum Faust antrieb, den Wilhelm Meister ihm abverlangte und vieles mehr. Ohne Schiller wäre Goethe in seiner stockenden Produktivität stecken geblieben. Und Goethe erscheint als klassischer Menschenverwerter. In vielem scheint Schiller seinem Freund überlegen. Er ist der spekulativere Geist, er hat das weitaus bessere Gespür für dramatischen Stoff und den systematischeren Blick in Fragen der Ästhetik. Aber SChiller war erhgeizig und Goethe war Goethe - und dabei blieb es.
Interessant an Safranskis Darstellung ist auch die private Perspektive. Wenn Goethes Sohn August beim Sohn Schillers, seinem Freund, übernachten durfte, oder wenn Goethe für den kleinen Schiller eine Spielzeugguillotine mitbringt.
Vielleicht waren sie zu ihrer Freundschaft verdammt, da sie sonst nur die Wahl gehabt hätten, sich zu bekriegen. Ein Glücksfall der Literatur.

Thomas Reuter
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Für Goethes Blutdruck war es sicherlich eine gute Sache, dass es in den deutschen Staaten gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts keine der Öffentlichkeit zugängliche Rezensentenplattform à la Amazon gab, auf der ein jeder sich zum Kommentieren Berufener zu, nun ja, allem seinen Senf dazu geben konnte. Und hätte der große Meister wohl jemals seinen Faust geschrieben, hätte er gewusst, dass sein Werk zwecks Egoschmeichelein diverser Hobbyschreiberlinge "abgeklickt" wird?? Fragen über Fragen über die man sich bei Bedarf den Kopf zerbrechen kann. Safranski tut dies dankenswerterweise nicht, sondern rekonstruiert aus dem Briefwechsel der beiden großen, vielleicht größten, deutschen Schriftsteller die Geschichte einer Freundschaft, ohne die es so große Dramen wie "Maria Stuart" oder den "Wallenstein" in der uns heute bekannten Form niemals gegeben hätte. Gleichzeitig entwirft "Goethe und Schiller - Geschichte einer Freundschaft" ein spannendes Panorama des kulturellen und politischen Deutschlands vor rund 200 Jahren.

"Ein Glück für mich war es..., daß ich Schillern hatte. Denn so verschieden unsere beiderseitigen Naturen auch waren, so gingen doch unsere Richtungen auf Eins, welches denn unser Verhältnis so innig machte, daß im Grunde keiner ohne den Anderen leben konnte" (310). Goethe wusste, was für ein Freund ihm verloren ging, nachdem der stets kränkelnde Schiller 1805 gestorben war. Elf Jahre zuvor hatte die Freundschaft begonnen, als Schiller einen Einladungsbrief an Goethe schrieb, um ihn zur Mitarbeit an der Literaturzeitschrift "Die Horen" zu bewegen. Goethe zehrte zu diesem Zeitpunkt noch von seinen frühen Erfolgen "Götz von Berlichungen" und "Werther" und war ein bisschen in der Versenkung verschwunden und blieb lediglich durch sein unstandesgemäßes Liebesleben im Gespräch. Goethe nimmt das Angebot an und die sich nun anbahnende Freundschaft zahlt sich für ihn unmittelbar aus. Goethe und Schiller beginnen eine Diskussion über "Wilhelm Meister", den Roman, an dem Goethe zu diesem Zeitpunkt arbeitet, die so fruchtbar verläuft, dass sich ganze Passagen auf Schillers Anmerkungen zurückführen lassen.

"Fahren Sie fort, mich mit meinem eigenen Werk bekannt zu machen" (131). Es war vor allem Schillers Reflexionsgenie, welches Goethe immer wieder faszinierte. Erst durch Schillers Kommentare habe er sich sein eigenes Werk in seiner Gänze erschließen können, so Goethe. Schiller hingegen, aufgrund seines stets angeschlagenen Gesundheitszustandes kaum in der Lage, sein Haus zu verlassen, profitierte von den Erzählungen des vielgereisten Goethe.

Safranski schafft es auf spannende, informative und unterhaltsame Art und Weise, dem Leser Entstehungs- und Ergebnisgeschichte dieser in der deutschen Kulturgeschichte einmaligen Männerfreundschaft darzulegen. Neben dem gegenseitigen Einfluss, den die beiden auf ihre Werke ausübten, erzählt Safranskis Buch auch über die großen und kleinen Tragödien in beider Leben. So entsteht eine nicht nur für Literaturliebhaber interessante Geschichte. Auch der Kampf um das weibliche Geschlecht, die großen historischen Entwicklungen (Napoleon) sowie die neue Philosophie (Kant, Fichte) sind wichtiger Bestandteil dieser Freundschaftsgeschichte.

Fazit: Sei es Philosophie oder Literatur: Safranski hat schon mehrfach in Büchern wie Nietzsche, Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit oder Romantik: Eine deutsche Affäre unter Beweis gestellt, dass er es bestens versteht komplexe Sachverhalte inhaltlich fundiert und unterhaltsam aufzubereiten, ohne dabei zu sehr zu vereinfachen. "Goethe und Schiller - Geschichte einer Freundschaft" fällt genau in diese Kategorie und ist allen an der Thematik Interessierten uneingeschränkt zu empfehlen.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Über die Freundschaft 21. Oktober 2009
Von Karl-Heinz Heidtmann TOP 500 REZENSENT
Format:Audio CD
Rüdiger Safranski ist wahrlich kein Unbekannter in der Literaturszene. Mit diesem (Hör-) Buch setzt er die Reihe seiner Biographien berühmter Philosophen und Schriftsteller fort.

Auf vier CDs und 280 Minuten erfährt der Hörer in gekürzter Form, wie es um die Freundschaft von Goethe und Schiller bestellt war. Safranski hat dazu ganz offensichtlich umfangreiche Recherchearbeiten betrieben. Mir ist kein anderes Werk bekannt, das so präzise das gemeinsame Wirken der beiden deutschen Großdichter beschrieben hätte.

Jahrelang gingen Goethe und Schiller einander aus dem Wege, beobachteten einander distanziert und von Weitem. Besonders Goethe ist misstrauisch, betrachtet den "radikalen" Schiller gar als Konkurrenten und kultivierte seine Vorbehalte. Er sieht in ihm immer noch den Sturm-und-Drang-Dichter - eine Entwicklungsphase, die er für sich längst zu überwunden haben glaubte - und an die er nicht gerne erinnert werden wollte. An Goethe reizt Schiller die unerschütterliche Souveränität, der er sich unterlegen fühlt.

Das Wesentliche dieses Buches ist die detaillierte Beschreibung des Glücks des gemeinsamen Arbeitens, Denkens, Dichtens. Es gibt nicht viele Beispiele in der Zeitgeschichte, wo zwei Menschen auf Basis ihrer gemeinsamen Interessen so intensiv miteinander Zeit verbringen.

Man kann parallel zu Goethe und Schiller auch generell viel über eine bereichernde und sich ergänzende Freundschaft lernen: Weder Goethe noch Schiller wären das, was sie heute in der Nachwelt sind, ohne den jeweils anderen. Richtige Freundschaft ist sehr selten. Goethe und Schiller waren jedenfalls etwa vom Jahre 1794 echte Freunde bis zum Tode im Jahre 1805 des jüngeren Schillers. Dass sie bei Weitem nicht immer einer Meinung waren, hat diese Freundschaft nie tangieren können. Sie ergänzen einander, jeder bringt mit, was dem anderen fehlt. Vieles haben Goethe und Schiller gemeinsam geschaffen. Goethe trat Schiller den Tell-Stoff ab, Schiller drängte Goethe immer wieder zum Faust.

Safranski schafft in seinem Buch auch ein Gleichgewicht zwischen dem privaten Miteinander und der gemeinsamen Arbeit. Am anschaulichsten wird das gemeinsame Arbeiten in dem Zeitabschnitt, als Schiller und Goethe die "Horen" und später die "Xenien" herausgeben, bzw. in diesen veröffentlichen. Wie Jahre später Marx und Engels als Wirtschaftswissenschaftler feixen die beiden und beschimpfen ihre Schriftstellerkollegen auf das Übelste. Die Damen neiden den beiden die viele Zeit, die sie miteinander verbringen.

Als Schiller stirbt, vergräbt sich Goethe in seiner Wohnung, will mit niemandem sprechen. Drei Wochen später schreibt er: "Ich verliere nun einen Freund und in demselben die Hälfte meines Daseins." Zur Beerdigung ging Goethe nicht. Er ging nie zu Beerdigungen.

Ob allerdings Rüdiger Safranski auch der ideale Vorleser seines eigenen Werkes ist, darüber kann man streiten. Mich stören Sprachfehler (Sigmatismen) schon. Mancher Autor wäre besser beraten, einen professionellen und ausgebildeten Sprecher vortragen zu lassen.

Fazit: Ein in jeder Hinsicht ungeheuer interessantes (Hör-) Buch, dem ich mit viel Gewinn und großem Genuss gefolgt bin und das ich trotz Kritik an Safranski als Vorleser gerne mit fünf Sternen bewerte.
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perfekter Service
Buch ist ein Geschnk - über Inhalt können keine Angaben gemacht werden.
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Veröffentlicht am 2. März 2010 von Matthias Wiesejahn
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