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Goethe und der Islam (insel taschenbuch)
 
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Goethe und der Islam (insel taschenbuch) [Taschenbuch]

Katharina Mommsen , Peter Anton von Arnim
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 527 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 3 (24. April 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458343504
  • ISBN-13: 978-3458343509
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 10,9 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 433.638 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Katharina Mommsen
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de


Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 06.10.2001
Sehr nachdrücklich macht der Rezensent Navid Kermani erst einmal auf Goethes vielfache, aber von der Germanistik ebenso vielfach ignorierte Affinitäten zum Islam aufmerksam. Dieser Ignoranz nun hätte Katharina Mommsens 1988 erstmals veröffentlichtes Buch abhelfen können - durchschlagende Resonanz blieb jedoch, wie Kermani feststellt, beim Fach- wie beim allgemeinen Publikum aus. Die Neuausgabe, gekürzt, kommentiert und herausgegeben von Peter Anton von Arnim, macht nun einen neuen Versuch. Ganz zufrieden ist Kermani nicht mit der Neuausgabe: die Ansichten des Herausgebers teilt er nicht ausnahmslos, seine Praxis, eigenen Text unkommentiert ins Buch zu schmuggeln, schadet, so Kermani, der "Seriosität seiner Arbeit". Letztlich aber, findet er, bleibt die Neuausgabe dennoch sehr lesenswert.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Katharina Mommsen hat sich intensiv mit dem Einfluß des Islam auf Goethes Leben und Werk auseinandergesetzt und ist dabei zu Ergebnissen gelangt, die dem Leser neue Perspektiven eröffnen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Wer sich für das Thema interessiert, sollte unbedingt Katharina Mommsens Buch "Goethe und die arabische Welt" lesen und NICHT diese im Inselverlag 2001 von Peter Anton von Arnim herausgegebene Fassung "Goethe und der Islam", die angeblich die Islam-Kapitel von Mommsens Buch abdruckt. Denn in die Neuauflage des Buches hat der Herausgeber offenbar große Textabschnitte eingefügt, in die er aktuelle Debatten zur Einschätzung des Islam einfließen läßt - die aber nicht von Katharina Mommsen stammen. Peter von Arnim hat sogar stellenweise die Aussagen Mommsens in ihr Gegenteil verkehrt. So schreibt Katharina Mommsen in "Goethe und die arabische Welt", S. 364: "Zwar gibt es bei Goethe keine direkte Polemik gegen die Behandlung der Frau im Islam, aber bei genauerem Zusehen bemerkt man, wie der Dichter die Haltung des Propheten Mohammed doch in sehr dezidierter Weise kritisiert. Als Goethe die Sunna studierte, traf er wiederholt auf frauenfeindliche Vorstellungen, die deutlich bekunden, wie geringschätzig Mohammed im allgemeinen von Frauen gedacht hat."
Diese Stelle liest sich in von Arnims herausgegebenem Band "Goethe und der Islam", S. 252 so: "Daß er [Goethe] mit seinen frauenfreundlichen Ansichten dem Gründer des Islam näherstand, als es die islamische Tradition erkennen läßt, welche von überwiegend frauenfeindlich eingestellten Männern dominiert war und ist, konnte er nicht wissen, aber er hat es wohl instinktiv erfaßt. Denn es fällt auf, daß er sich in seinem Urteil über den Propheten Mohammed auch in diesem so wichtigen Punkt zurückhält und jegliche direkte Kritik an ihm vermeidet."
Hier wird - wie an unzählbar vielen anderen Textstellen - deutlich, daß der Herausgeber darum bemüht ist, jeden in unseren Augen negativen Verdacht vom Propheten Mohammed abzulösen und einer späteren "Tradition" zuzuschreiben.
Dem dient auch das gezielte Streichen von Text, vgl. Goethe u. d. arab. Welt, S. 437: "Goethes Respektsverhältnis gegenüber dem Islam hinderte ihn in diesem Falle nicht daran, innerhalb des 'Araber'-Kapitels in eine harsche Kritik am Propheten auszubrechen, denn als Dichter beklagte er das Ende der freien Dichtungsweise als echten großen Verlust. Seine Sehweise wird übrigens von Vertretern der Arabistik geteilt. So spricht Grunebaum davon, daß der Prophet der 'natürlichen Entwicklung' der 'klassischen' Dichtung der Araber 'eine schwere Wunde zufügte'."
Der Satz über die Vertreter der Arabistik ist in "Goethe u. d. Islam" (S. 320) gestrichen, der Begriff "Respektsverhältnis" durch "Hochachtung gegenüber dem Islam" ausgetauscht.
Die ersten 150 Seiten des Buches über Goethes Begeisterung für die vorislamische Beduinendichtung fehlen gemäß der Beschränkung auf den Islam in der 'Neuauflage'. Auch deswegen sollte man unbedingt auf Katharina Mommsens Originalausgabe zurückgreifen.
Offenbar ist der Herausgeber Peter Anton von Arnim nach Gutdünken mit der Textvorlage von Katharina Mommsen verfahren. Textvergleiche zeigen, daß so gut wie alle seine Eingriffe, Zusätze und Streichungen dasselbe bewirken wollen, wie sein 20seitiges tendenziöses Nachwort: Goethe soll herhalten als Fürsprecher eines lebbaren Islam in Deutschland: "Wenn es jedoch um Toleranz geht, sollte man die Maxime Goethes beherzigen, daß nur eine solche von Wert ist, die einen bloß vorübergehenden Zustand darstellt, welcher zur Anerkennung führt. Mit Anerkennung ist natürlich nicht ein Religionswechsel hin zum Islam gemeint, was Goethe eher mißbilligt hätte. In unserem Fall geht es schlicht um die bedingungslose Anerkennung des Rechts der Muslime in Deutschland, ihre Religion auf deutschem Boden frei ausüben zu können, einschließlich durch einen islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen. Es darf ja nicht vergessen werden, welch ein großes Zugeständnis die Muslime, die einen solchen fordern, in dogmatischer Hinsicht an die Rahmenbedingungen deutscher Schulen machen. Denn ausgehend von der Tatsache, daß das letzte Buch göttlicher Offenbarung, der Koran, in arabischer Sprache niedergesandt worden ist, gibt es ein Dogma im Islam, welches besagt, daß deshalb die koranischen Glaubensinhalte unverfälscht nur vermittelst des arabischen Urtexts gelehrt werden können." (S. 446f.)

Zumindest in der Auflage von 2001 wird nicht darauf hingewiesen, daß K. Mommsens Text durch den Herausgeber redigiert" worden ist. Die Art und Weise seiner Eingriffe widerspricht den Maximen eines redlichen Umganges mit Texten.
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15 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Endlich ein Buch, das sich sehr akribisch und überausführlich mit der Beziehung Goethes zum Islam beschäftigt.
Seit Goethes Tod wurde vehement versucht, die Leidenschaft, die Passion Goethes zum Islam und seinem Stifter Mohammed (sas) zu umgehen, zu ignorieren und sogar zu leugnen. Als man es nicht weiter verleugnen und ignorieren konnte, gab man sich leidenschaftlich dem Versuch hin, diese so einzigartige Beziehung zu verharmlosen, dem allgemeinen Orientinteresse zu Goethes Zeiten zuzuschreiben. Nicht nur, dass es sehr fraglich war, dass es zu Goethes Zeiten eine Orientverehrung gab, denn viel eher waren die meisten Bücher über die Araber, die Türken und den Islam über das Maß negativ behaftet und Übersetzungen des Korans Titel wie „Die Übersetzung der türkischen Bibel des falschen Propheten Mahomet“ besaßen, sondern damit Goethes Werke schlechthin ignorierten.

Goethes Zeit war eine Zeit, in der die Denunzierung, Diffamierung und Verleumdung des Islams und islamischen Propheten auf Hochtoren lief und die Westmächte in ihren Kolonien große Mühen auf sich nahmen, um die muslimische Bevölkerung zu christianisieren. Umso erstaunlicher ist es, dass der „Dichterfürst“ zwischen die Zeilen dieser Werke geschaut hat und den Koran und seinen Propheten, trotz der Vorurteile seines Umfeldes, über das Maß bewunderte. Es war keine kurzlebige Faszination, eine Laune Goethes. Diese Faszination hält sein ganzes Leben durch und durchzieht alle seine Werke wie einen roten Pfaden. Schon als 23-jähriger schreibt er ein wundervolles Preislied auf den Propheten Mohammed (sas). Schließlich spiegelt sich seine Faszination und große Bewunderung des Islams in seinem berühmten Satz wider, dass er als 70-järiger vor der Veröffentlichung seines Meisterwerkes „Der west-östliche Divan“ ankündigte: der Verfasser des Buches „lehne den Verdacht nicht ab, dass er selbst ein Muselmann sei“.

Frau Mommsen geht auch in ihrem Buch auch auf das von Goethe übersetzte Theaterstück „Mahomet“ von Voltaire ein, in dem der islamische Prophet schwer beleidigt und verunglimpft wird, das Goethe Widerwillen unter dem Auftrag seines Landesfürsten unternahm.

Es beschriebt intensiv auch die verschiedenen Beziehungen und Disputen Goethes zu damalig und teilweise auch heute bekannten Theologen und Philosophen, wie z.B. Herder.

Auch wird versucht zu durchleuchten, ob Goethe, wie von einigen Muslimen behauptet, zum Islam konvertiert sei, diese er direkt in der Öffentlichkeit niemals kundtat.
Auf die Frage, ob Goethe zum Islam konvertiert sei oder nicht, liefert auch dieses Buch keine Antwort, was zu erwarten ist, da Goethe wie schon erwähnt niemals direkt erklärte, er sei ein Muslim.

Doch man spürt in diesem Buch, dass Frau Mommsen händeringend versucht, klarzustellen, dass Goethe höchstwahrscheinlich niemals zum Islam konvertiert sei und nennt dafür Gründe, die sie versucht mit Koranzitaten zu untermauern:
- Der Koran benachteiligt die Frau,
- Der Koran spricht hauptsächlich die Männer an und sekundär die Frauen,
- Der Koran bevorzugt die Männer,
- Der Koran bezeichnet die Männer intelligenter als die Frauen,
- Der Koran verbietet das Alkohol,
- Der Koran verbietet indirekt die Poesie.
Diese Punkte widersprachen Goethes Weltbild, denn Goethe war für die Gleichbehandlung der Frauen, sah die Frauen als gleichwertig an, trank sehr gerne Wein und war selber ein Poet, ergo konnte Goethe niemals den Islam wirklich angenommen haben.

Hier ist allerdings zu entgegnen, dass sich Frau Mommsen auf Übersetzungen stützt, die in der Zeit Goethes im Umlauf waren und auf eine Übersetzung von Rückert, die gegen Ende des 19 Jh. geschrieben wurde. Nicht nur, dass diese Übersetzungen sehr fehlerhaft sind, sondern diese wurden zumeist mit der Ideologie den Islam zu diffamieren geschrieben.
Hätte sich Goethe auf diese Übersetzungen verlassen, wäre aus ihm niemals ein Islam-Bewunderer geworden und hätte selbst nicht den Wunsch geäußert, arabisch zu lernen (siehe dazu S. 126 und 143 im Buch). Selbst das Weinverbot umging er mit seiner Interpretation des Korans und der Interpretation der Dichtungen seines islamischen Lieblingsdichters Hafis.

Letztendlich können die Wortspielerei Goethes sehr wohl darauf hindeuten, dass Goethe im Islam seine Religion sah, doch genauso kann man aus seinen Texten lediglich eine übergroße Bewunderung und Faszination Goethes für den Islam und seinem Propheten ableiten und nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das Geheimnis seiner Konfession hat Goethe ein für alle mal mit in sein Grab genommen, so bleibt es jedem seiner Leser überlassen zu mutmaßen, welche Religion Goethe in seinem Herzen trug.

Außer diesem ideologischen Ausrutscher von Frau Mommsen, ist dies eines der besten Werke, die das Thema „Goethe und der Islam“ behandelt und man sogar das Gefühl bekommt, dass Frau Mommsen nicht ein Detail entgangen sei.
Das Buch ist ein unbedingtes Muss für Menschen, die sich für Goethe, der deutschen Literatur und Geschichte interessieren.

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18 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Goethes Verhältnis zum Islam gehört zu den erstaunlichsten Phänomenen in seinem Leben. Für die Religion der Muslime entwickelte er früh eine besondere Anteilnahme. Von seiner Verehrung für den Islam zeugt vor allem jenes Werk, das uns heute, neben dem Faust, als eines seiner wesentlichsten dichterischen Vermächtnisse gilt, der West-östliche Divan.

Seit Jahrzehnten hat sich Katharina Mommsen mit dem Einfluss des Islam auf Goethes Leben und Werk auseinandergesetzt und ist dabei oft zu überraschenden Ergebnissen gelangt, die dem Leser neue Perspektiven eröffnen. Aus ihrem Standardwerk Goethe und die arabische Welt enthält der vorliegende Band die zentralen Kapitel in überarbeiteter und erweiterter Form.

Hier zeigt sich, dass Goethe mit treffsicherem Instinkt seine Aufmerksamkeit gerade auf diejenigen Themen richtete, welche noch heute die geistigen Auseinandersetzungen in der arabischen Welt bestimmen: Kampf zwischen Tradition und Moderne, Orthodoxie und Ketzertum, zwischen einem erstarrten System von Gesetzesvorschriften und Regeln und dem Bemühen um Offenheit und Toleranz.

Goethes universale Überschau vermag das Vorurteil der Nichtmuslime zu widerlegen, dass es sich beim Islam um eine völlig fremde Geisteswelt handle. Andererseits kann Goethe den Muslimen unter uns einen neuen Zugang zu ihrem eigenen geistigen Erbe öffnen.

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