Kurzbeschreibung
'So gehn die Menschen aneinander vorbei und sehen sich nicht. Der eine, der liebendste, hat den anderen nur zu kränken gewußt. Der andere, der zutiefst Verstehende, hat niemals den erkannt, der ihm der nächste war - den größten, den einzigen, der seinesgleichen, der seiner würdig war', schließt Romain Rolland seine mitreißende Erzählung über die Begegnung des 60jährigen Goethe und des 40jährigen Beethoven. Die junge Bettina von Arnim hatte beide Männer neugierig aufeinander gemacht. Die Erwartungen, die sie geweckt hatte, hielten der persönlichen Begegnung in Teplitz im Juli 1812 jedoch nicht stand.
Über den Autor
Romain Rolland wurde am 29. Januar 1866 in Clamecy als Sohn eines Notars geboren. Nach einem Studium an der Pariser École Normale Supérieure, der französischen Eliteschule für die Lehramtsfächer an Gymnasien, ging er 1892/93 als Stipendiat nach Rom, um an seiner thèse (Doktorarbeit) über "Les Origines du théâtre lyrique moderne" zu arbeiten. Nach deren erfolgreicher "Verteidigung" (soutenance) ist Rolland von 1895 bis 1912 Professor für Musik- und Kunstgeschichte. Von seinem sehr umfangreichen Schaffen, das zahlreiche Theaterstücke, Biografien, Essais und Romane umfasst, kennt man heute vor allem den 10-bändigen "roman fleuve" "Jean-Christophe" (1904-12). "Jean-Christophe" brachte dem Autor 1915 den Nobelpreis. Während des 1. Weltkriegs ging Rolland in die neutrale Schweiz und versuchte von dort aus als pazifistischer Intellektueller sowohl nach Frankreich hineinzuwirken, wo man ihm dies übelnahm, als auch nach Deutschland, wo man ihn naturgemäß kaum hörte. In den zwanziger und dreißiger Jahren sympathisierte er mit dem 1920 gegründeten Parti communiste français. Romain Rolland starb am 30. Dezember 1944 in Vézelay.