RODAN war der erste farbige Monsterfilm der japanischen Toho-Studios (Godzilla). Er wurde noch im 4:3-Format (Vollbild) gedreht. Im Gegensatz zu dem, was an anderer Stelle auf dieser Seite behauptet wird, ist RODAN alles andere als "knallbunter Trash". Der im Jahr 1956 entstandene Film wollte ernst genommen werden und enthielt für die damalige Zeit erstklassige Trickeffekte. Kein Wunder: An RODAN saßen die gleichen kreativen Köpfe, die 1954 mit GODZILLA den ersten japanischen Monsterfilm schufen.
Leider bestehen zwischen deutscher und japanischer Version große Unterschiede, was daran liegt, dass RODAN über die USA, wo das Original bereits entscheidend verändert wurde, nach Deutschland fand: Die Amerikaner klebten Archivaufnahmen von Atombomben an den Anfang (im Original hat Rodan mit radioaktiver Strahlung nichts zu tun) und fügten den Ich-Erzähler ein, arrangierten Teile des Films um und ersetzten zu einem großen Teil die Originalmusik. Der deutsche Verleih kürzte die amerikanische Version beträchtlich zusammen und so entstand eine Fassung, die zwar im Groben der Handlung des Originals entspricht, aber im Detail teils weit von ihr abweicht. Trotz dieser Schwierigkeiten ist auch die deutsche Version sehenswert: RODAN ist unterhaltsam und technisch sehr gut in Szene gesetzt. Neben GODZILLA, TARANTULA, PANIK IN NEW YORK, FORMICULA u.a. gehört er definitiv zu den Klassikern des Phantastischen Films.
Zur DVD: Bei der Godzilla-Reihe von Cineplus erhält man Film pur. Keine Menüs oder Extras und nur die Mono-Tonspur, obwohl auf dem hässlichen Cover von Dolby 5.1 die Rede ist. Aber im Gegensatz zu anderen Godzilla-DVDs, die fast so aussehen als hätte man ein abgenudeltes Videoband vor sich (bei Filmen, die teils mehr als 20 Jahre jünger sind als RODAN), bekommt man bei Cineplus solide Budget-Qualität und eine anständige Pressung. Das Preis-Leistungsverhältnis (bei Preisen unter 10 Euro) ist angemessen, deshalb die vollen fünf Sterne.