Ich verstehe gar nicht, warum so viele sich so über das Album aufregen. Vor allem wenn man sich selbst als Manowar-Fan bezeichnet. Klar es ist kein normales Manowar-Album wie wir es seit 85 bekommen, aber gerade das finde ich ja an diesem Album so interessant. Wenn man die Sprachpassagen nicht gut findet soll man die halt skippen, aber ich persönlich finde, es gehört einfach zum Konzept dieses Albums.
Und das zu wenig Lieder drauf sind, ist lächerlich. Wer das behauptet sollte nochmal an den Fingern zählen üben. Es gibt nämlich insgesamt 9 Songs auf diesem Album, und das ist ziemlich guter Manowar-Standart. Auf vielen alten Alben sind weit weniger Lieder. Außerdem ist die Kritik, dass 3 Tracks schon bekannt sind ebenfalls unbegründet, da so gut wie jede Band auf der Welt vor dem Release des Albums eine Single rausbringt auf der dann noch ein oder mehrere Songs des Albums drauf sind. Die Abzocke ist in dem Fall nicht Gods of War, sondern die EP Sons of Odin. Und wer sich die geholt hat, ist selber Schuld, dass er nicht die Geduld hatte bis zum Album zu warten.
Zu den Liedern muss ich sagen, dass sie alle guter Manowar-Standart sind oder sogar darüber liegen. Ich erwarte nach über 20 Jahren nichts Neues mehr, sondern freue mich auf Altbekanntes. Dafür gibt es für langjährige Fans bei einigen Tracks ein nostalgisches Wiedersehen mit Tracks aus der Manowar-Vergangenheit. Aber erstmal eins nach dem anderen.
1. Overture to the hymn of the immortal warriors
Ein Track den ich ehrlich gesagt selbst immer gerne überspringe. Ist zwar sehr nett zum anhören, aber ich brauchs nicht unbedingt.
2. The ascension
Ein geniales Intro für King of Kings. Als ich es das erste mal in der Rockfabrik hörte wusste ich gleich: Das MUSS ein neues Manowar-Lied sein. Als dann Eric's "I enter this world, born under a sign" erklang hatte ich eine Gänsehaut wie selten zuvor bei einem Manowar-Lied. Wenn man den ersten Track überspringt hätte es wohl keinen besseren Weg gegeben dieses Album einzuleiten.
3. King of Kings
Ein Manowar-Kracher im besten "Power of Thy Sword"-Stil. Harter Anfang, langsamer, stimmiger Mittelteil und harter Ausklang. Eins der besten Lieder der Scheibe.
4. Army of the Dead Part I
Der erste Vorgeschmack auf "Odin" mit Choralem Gesang ohne musikalische Begleitung.
5. Sleipnir
Ein nettes Manowar-Lied über Odins achtbeiniges Pferd Sleipnir, dass ihm von Loki geschenkt wurde. Schön mit einer Geschichte eingeleitet folgt hier ein weiteres Highlight mit einem schönen, einprägsamen Refrain.
6. Loki God of Fire
Erstes Lowlight. Ich weiß nicht, ich kann mit diesem Lied nicht viel Anfangen. Es ist zwar nicht so schlimm wie ältere Ausrutscher (*hust* Animal *hust*) aber nicht so gut wie der Rest des Albums.
7. Blood Brothers
Das obligatorische "langsame Lied" das sich auf fast jeder Manowar CD findet. Nicht schlecht aber Lichtjahre von Liedern wie "Master of the Wind", "Heart of Steel" oder dem genialen "Swords in the Wind" entfernt. Außerdem selbst für Manowar ein bischen zu schmalzig.
8. Overture to Odin
Nächster Hinweis auf das eigentliche Hauptlied des Albums. Kann man aber auch bei Bedarf überspringen.
9. The Blood of Odin
Und weiter geht der Aufbau von "Odin" mit der erzählten Geschichte des Allvaters. Sehr interessant und schön erzählt. Gleichzeitig eine gute Einleitung für "Sons of Odin".
10. Sons of Odin
Ein eher ungewöhnliches Manowar-Lied bei dem der Refrain hart und die strophen eher langsam gespielt werden. Ein toller Song der in einer ähnlichen Klasse wie King of Kings spielt. Zum Ausklang geht die Geschichte weiter.
11. Glory Majesty Unity
Allein der Titel deutet es an: Hier kommt Nostalgie-Feeling. Wer Manowar kennt, wird die Erzählerstimme spätestens hier wiedererkennen. Yep, es ist der Großvater, der vor langer Zeit auf "Kings of Metal" seinem Enkel die Geschichte "Warriors Prayer" erzählte um "Blood of the Kings" einzuleiten. Auch mit dem Gebet werden wir hier wieder konfrontiert.
12. Gods of War
Das namensgebende Lied startet direkt mit Ende des vorherigen Tracks. Ein schleppendes Lied im Stil von "Secret of Steel". Ziemlich gut.
13. Army of the Dead Part II
Noch einmal bekommen wir die Passage von Part I in abgewandelter Form zu hören und damit den letzten Vorbeireitungstrack für "Odin"
14. Odin
Und die Vorbereitungen haben sich gelohnt. Hier bekommen wir das wohl genialste Lied der Scheibe serviert, und ich rate allen die Vorbereitungstracks anzuhören, weil das Lied dadurch nochmal an Größe gewinnt. Das Lied startet mit der gesungenen Geschichte Odins die wir schon zum Teil aus "Blood of Odin" kennen. Das Besondere ist, dass dieses Lied keinen Refrain hat. Dann kommt ein kurzes Solo und schließlich die diesmal musikalisch untermalte Passage die man bereits aus "Army of the Dead" kennt und deshalb auch sofort lauthals mitsingen kann. Eins der besten Lieder die Manowar je gemacht hat und meiner Meinung nach auf einem Level mit Sachen wie "Guyana".
15 Hymn of the Immortal Warriors
Auch hier gibts wieder Nostalgie. Schon der Text verrät, dass es sich hier sozusagen um die direkte Fortsetzung von "Swords in the Wind" handelt. Aber auch in der Melodie hört man Anzeichen dafür. Zum Beispiel hört man ziemlich zum Anfang, wenn die Drums einsetzen das Thema von "Valhalla" welches damals die Einleitung für "Swords in the Wind" war.
Ein nettes Lied für Neulinge und ein tolles Nostalgie-Feeling für Fans. Bin aber immernoch der Meinung man hätte das Album mit Odin enden lassen sollen.
16 Die for Metal
Ein Bonus-Track und das hört man auch. Dieses Lied hat rein gar nichts mit dem Konzept des Albums zu tun sondern ist eins der typischen Heavy Metal-Lifestyle Lieder, wie wir sie von Manowar schon seit ewigen Zeiten gewöhnt sind. Nichts außergewöhnliches.
Also ich finde das reicht auf jeden Fall für ein gutes Manowar-Album. Und ich bin gespannt ob die Vier ihren Plan in die Tat umsetzen und uns noch andere Götter auf diese Weise Vorstellen. Mein Typ für die nächste Scheibe ist der gute alte Thor mit seinem Hämmerlein.