Brant Bjork als einen der Urväter der modernen Stonerrock Bewegung zu bezeichnen wäre wohl noch reichlich untertrieben. Es wird wohl kaum einen Fan der zähen, psychedelischen Wüstenrockorgien geben der nicht mindestens ein Album im Schrank hat in das Brant nicht auf die eine oder andere Weise involviert ist. Ob es möglich ist auszublenden das es sich bei Brant Bjork um einen der Altvorderen (Schlagzeuger und Gründungsmitglied bei Kyuss, Fu Manchu...,Produzent diverser Klassiker...) handelt und Gods & Goddesses" als eigenständige, unvorbelastetes Studioalbum zu sehen was für sich selbst zu sprechen hat? Ich werde es versuchen.
Auffällig ist das hier ganz bewusst und gezielt in Richtung Classic Rock in bester 70er Jahre Tradition (Deep Purple, Led Zeppelin...) musiziert wird und die schweren, für aktuelle Stoner Music Wuchtsalven eher dezent und hintergründig zum Einsatz kommen. In Momenten in denen es mal nicht ganz so laidback und smooth zur Sache geht, dann werden Erinnerungen an frühe bis mittlere Jahre von Monster Magnet wach. Was das bedeutet kann sich jeder selbst ausmahlen und schon mal die harzige Tüte zu drehen beginnen.
Überraschen wird dies ja kaum jemanden, denn wer mit einem straighten und nüchternen Album gerechnet hat, der wird schon beim Blick auf das Cover eiligst im Plattenregal vorbeigeeilt sein.
Insgesamt wirkt es zwar aufs erste mal hören etwas träge und unfrisch das gar nicht erst versucht wird irgendwelche neuen Gefilde zu erkunden oder irgendwelche kreativen Kapriolen geschlagen werden, aber das sehr stimmungsvoll und songorientiert auf das Wesentliche geschaut wird, macht Gods & Goddesses" weitaus entspannter zum anhören.
Wo einige der Stonerrock Kollegen sich im tiefsten Doom, im verwirrten Farbenrausch oder gar an ätzenden Heavy Metal Klängen versuchen, wirkt Bjorks aktuelles Album einfach in sich geschlossen gut, überzeugend und angenehm eingängig. Aber keine Angst, wenn man will kann man immer noch die Augen schließen und sieht sich im Nirgendwo von Nevada auf einer Sanddüne knien und sich den Meskalinversetzten Speichel aus den Mundwinkeln wischen.