Es ist nicht immer einfach, Mick Jagger als Rolling-Stones-Sänger von Mick Jagger als Solo-Sänger zu trennen. Man setzt bei der Bewertung einer Solo-CD schnell die Stones-Brille auf und ist dann wenig begeistert. Wenn man es aber schafft, die beiden Seiten zu trennen, kann man sich doch auf ganz gute Hörerlebnisse freuen.
Sicher sind wieder die typischen Jagger-Titel auf dem Album, einige dieser hektischen, mit vorsätzlich gekrächzter Stimme gesungenen Titel, auf einigen der Versuch, "modern" zu klingen und dann die Stücke, wo Herr Jagger immer noch am besten ist, seine triefenden Balladen. Hier zeigt er sowohl Gefühl als auch sein wahres stimmliches Können. Einige seltsam vertraute Klänge meine ich herauszuhören, hat Mick da nicht vielleicht doch gnadenlos gekupfert? Wenn ja, ist es nicht verwerflich, zumindest waren es seine eigenen Vorlagen.
Nicht zu schlagen ist Mick aber, wenn ein richtiger Blues gesungen werden soll. Dazu muß man sich allerdings die Single kaufen, diese Nummer ist leider nicht auf dem Album.
Insgesamt nicht so gut wie Wandering Spirit, aber durchaus passabel.
Und Keith, falls Du meckern willst, bring lieber selbst ein neues Werk raus!