Der Comic zum Videospiel God of War spielt zwischen Teil 1 und 2 der Playstation Games. Somit kommen hier also nicht nur PS3-Besitzer, sondern auch die PS2-Nutzer auf ihre Kosten. Das Spiel glänzt durch überbordende Phantasie und eine Aneinanderreihung unglaublich gut umgesetzter Szenen. Griechische Mythologie zum Mitspielen - tolle Idee! Der permanent finster gelaunte Spartaner Kratos, der es bis zum Kriegsgott geschafft hat, schlägt sich mit fiesen Waffen durch Unmengen von finsteren Gegnern. Ein locker-luftiger, strahlend bunter Comic wäre also kaum passend gewesen. Aber musste es wirklich so extrem düster (im Sinne von: man kann die Bilder teilweise nicht so richtig toll erkennen), so verwaschen und so wüst sein? Starke Szenen gibt es schon und insgesamt ist diese Comic-Umsetzung auch ambitionierter als das etwas magere Modern Warfare 2: Ghost, aber mir doch etwas mehr Licht gewünscht, die Cover-Zeichnung sieht doch vielversprechend aus, warum nicht mehr davon. Optisch sehr gut gefallen haben mir die unterschiedlich gefärbten Sprechblasen - zusammen mit den dunklen Bildern sieht das edel aus.
Mit einer perfiden List locken die Götter Kratos, der gerade zum ersten Mal in seinem Leben zufrieden war und mit seiner Frau freudig die Geburt seiner Tochter erwartete, zurück in den Hades. Sollte der Kriegsgott es nicht schaffen ein Heilmittel für seine kranke Tochter zu finden wird diese, gemäß den Regeln von Sparta getötet. Kratos hat somit ein weiteres Motiv, um sich mit finsteren Kreaturen wüste Kämpfe zu liefern.
Für Fans des Spiels unbedingt empfehlenswert. Für Comic-Fans ohne Bezug zu GoW ist aber Frank Millers 300 die bessere Wahl.
148 Seiten, Softcover, Farbe, Autor: Marv Wolfman, Zeichner: Andrea Sorrentino, Übersetzung: Andreas Kasprzak, Extras: Cover Galerie & Interview mit A. Sorrentino, DC/Panini 2011