"I got all the combinations, you know I'm always right" singt Dave Wyndorf in 'Heads Explode', der ersten Single des Albums. Ja, wir wissen es. Aber warum hat diese Band eigentlich seit nunmehr 13 Jahren einen so konstanten Erfolg ? Die Antwort ist einfach: Sie schreiben einfach gute Songs.
Monster Magnet wollten es auch anno 2000 mit einer neuen Platte wieder wissen. Doch anstatt einfach ein Powertrip, Part 2 rauszubringen, machte die Band den mutigen Schritt zur Weiter- bzw. Rückentwicklung zu ihren älteren, weniger gitarrenlastigen Platte wie 'Spine of God'. God Says No atmet den Spirit der 70s und gleichzeitig den typischen Monster Magnet Rocksound und scheint sowas wie die Kreuzung aus The Doors und Black Sabbath zu sein. 12 grossartige, abwechslungsreiche Nummern warten darauf sich in unseren Ohren festzusetzten, was aber diesesmal nicht so einfach gelingt: Es gibt keinen sofortigen 'aha'- Effekt, die Platte will entdeckt und erschlossen werden, und garantiert dafür einen unheimlich grossen Dauerspass für den Zuhörer. Der heavy Opener 'Melt' hätte zwar auch auf Powertrip stehen können, aber er ist sowas wie der Übergang zur neuen Platte mit seinen bereits deutlich spacigeren Gitarren. Es folgt die erste Single 'Heads Explode' mit treibenden, beinahe jazzigen Drums, einer grossartigen BassMelodie und genialem Refrain, das wohl am ehesten zugängliche Stück des Albums für den Erstkonsumenten. 'Doomsday' sagt bereits der Titel des dritten Songs ist ein düsterer und trotzdem unheimlich cooler, vor sich hin fließender langsamer Song. Anschließend kommt der ganz offensichtliche Jim Morrison-Einfluss auf Daves neue Songs zum erstenmal Geltung: 'God Says No' mit psychedelisch wabernden Gitarren und 'Kiss of the Scorpion' mit einer genialen Orgel haben dieses gewisse Etwas, den Flow und den Groove der Flower Power Ära und sind zwei entspannte, wahnsinnig coole Songs mit grossartigem Gesang. Mit 'Gravity Well' schreibt die Band auch wieder den langsam fast zum Markenzeichen werdenden Totalausfall, bei dem man sich nur denkt was das jetzt bedeutend soll. Die Songs werden im Mittelteil der Platte ein klein bisschen schwächer, am Ende aber folgen mit 'Down in the Jungle', dem Monster-typischsten Rocksong der Platte, mit dem Tarantino-Soundtrack mäßigem 'Queen of You' und 'Cry' noch einige Highlights der Platte. Der Band ging es hier eindeutig nicht um GitarrenRock oder um den Riesenhit, sondern eher um die Loops und die kleinen Soundspielereien unterhalb der Riffdecke, um die Einheit einer trotzdem sehr abwechslungsreichen Platte und Dave Wyndorf beweist wieder einmal, dass er wahnsinnig coole Nummern schreiben kann, die so natürlich und logisch klingen, dass der Zuhörer nicht einmal bemerkt, mit was für einem komplexen Song er es zu tun hat. Grossartiges Album, das zwar ein paar mittelmäßigere Nummern enthält, und kommerziell gesehen wohl niemals an den Powertrip Erfolg heranreichen wird, aber um nichts schwächer ist als sein Vorgänger. Abgespacte Vier Punkte.