Wenn sich Nas da mal nicht das falsche Thema für ein Album ausgesucht hat. Denn wo "God's Son" draufsteht, ist auch "God's Son" drin. Es wirkt fast als hätte Nas zu große Erfurcht vor dem Herrn, denn im Vergleich zu den voherigen Alben fehlt es an Aggressivität, Lyrics, die die Regierung kritisieren und natürlich Disstracks. Alle Songs sind eher persönlich, emotional und haben einen starken Soul Charakter. Es geht mit "Get Down" schon ziemlich gechillt los. Ein Midtempo Instrumental und ein entspannter Nas. Insgesamt gut, aber kein echter Hammer. "The Cross", dessen Beat von Eminem produziert wurde, sorgt schon etwas mehr für Aufsehen, was daran liegt, dass sich Nas als eine Art Jesus des HipHop bezeichnet ("for you rappers: I carry the cross"). Wenn man die aktuelle Situation im Big Apple betrachtet, sicher gar nicht so falsch. Bevor es mit den schwachen "Last Real Nigga Alive" und "Zone Out" zusammen mit seiner talentfreien Entdeckung The Bravehearts weitergeht, gibt's noch den auch etwas härteren Hit "Made You Look". Wieder ein Track, in dem Nasty Nas seine Vormachtstellung in New York klarmacht. Zwar etwas überheblich, aber dennoch absolut der Wahrheit entsprechend. Der Rest der Platte, ist wie bereits angesprochen, eher ruhig und R'n'B lastig. Ein Highlight davon ist sicher "I Can". Ein Beat, der sich der Melodie von Beethoven's "Für Elise" bedient, dazu Kinder die Nas im Refrain unterstützen und denen The N in den Strophen Mut für die Zukunft macht, indem er ihnen erzählt, dass man alles schaffen und das Ghetto verlassen kann, wenn man nur hart genug dafür arbeitet. Wahrlich eines Sohn Gottes würdig. Auch "Thugz Mansion (N.Y.)" mit 2Pac ist echt gut geworden. Es wurde auf Beats verzichtet, so besteht das Instrumental lediglich aus einem Gitarrenspiel, auf dem Nas und Pac eine lyrische Meisterleistung abliefern, allerdings gefällt mir "Thugz Mansion (L.A.)" auf 2Pac's "Better Dayz" etwas besser. Die ebenfalls etwas ruhigeren und souligen "Hey Nas" mit Kelis und Claudette Ortiz, "Book Of Rhymes" und "Mastermind", die auch in der Mitte des Albums zu finden sind, sind auch recht gut, werden aber nach mehreren Malen anhören etwas langweilig. Mein Lieblingstrack von "God's Son" ist der "Warrior Song", bei dem nicht nur Alicia Keys gefeatured wird, nein, sie hat den Track auch selbst produziert. Wie man sich bei dem Wort "Warrior" schon denken kann, ist dieser Song wieder von der etwas härteren und schnelleren Sorte. Alicia's Beat, der von Bläsern und natürlich einem Klavier untermalt wird, ist der absolute Wahnsinn, dazu Nas' kraftvolle und aussagekräftigen Rhymes und der geile Refrain von Alicia Keys - ein Soundfeuerwerk sonders Gleichen! Leider sind die letzten Tracks nicht ganz so gut, können aber auch voll und ganz überzeugen. "Revolutionary Warfare", das von The Alchemist produziert wurde, ist ebenfalls schneller und hat echt coole Lyrics der zwei "Musik Revolutionäre" Nas und Lake. Mit "Dance", einem sehr traurigen Song für Nas' verstorbene Mutter und "Heaven", das auch etwas ruhiger ist, aber dennoch einen echt geilen und harten Beat und eine Hammer Performance von Nastradamus hat, klingt "God's Son" wunderbar aus.
Mit diesem Album, das fast gleichzeitig mit Jay-Z's "The Blueprint²" rauskam, bewies Nasty Nas wieder einmal, dass er der King von N.Y.C. ist, was er in einigen Songs auch ungeniert zum Ausdruck bringt. Es gibt zwar ein paar Tracks, die enttäuschen, dafür gibt's aber auch echte Smashes wie "Made You Look", "I Can", "Warrior Song" oder "Heaven", die mit zu den Besten Liedern in Nas' Discographie zählen. Für jeden Fan von The N unabdingbar, aber auch alle anderen, die auf echten Rap stehen, können zugreifen.