Jemand hat einmal über Stanley Kubrick gesagt, dass man dessen Werk ob seiner mathematischen Kälte niemals lieben, sondern nur schauernd bewundern kann. In leicht geänderter Form könnte man diesen Satz auch auf God bless your black Heart, das neue Album der texanischen Band The Paper Chase ummünzen. Sänger und musikalisches Mastermind John Congleton tut sein Bestes, um alle Zustände seelischer Zerrüttung in eine angemessene musikalische Form zu übersetzen und ist dabei erfolgreich - nur warm ist dieses Album eben nicht geworden. Eindrucksvoll und gut ja, aber auch Furcht einflößend. Congleton erlaubt sich wenig Melodie, nur selten zerreißen Streicherpartien eine bedrückende Soundmasse, die geprägt ist von einem monotonen Schlagzeug, der gepressten Stimme des Sängers und einer Gitarre, die kreischend ihren letzten Atem aushaucht. Gepaart mit Samples aus amerikanischem Prediger-Fernsehen ergeben sich klaustrophobische Songs, die den Hörer in jeder Sekunde fordern, mit der vollen Aufmerksamkeit zu folgen, denn wer versucht, nur mit einem Ohr zuzuhören, kann dieses faszinierende Monster wohl nie ganz erschließen. Alles in allem ein Album, das nur eines verdient hat: Schaudernde Bewunderung.