Daryl Stuermer ist ein exzellenter Gitarrist. Wer das nicht ohnehin schon von seiner Mitwirkung bei J.L.Ponty oder Phil Collins oder Stuermers mittlerweile schon acht Soloprojekten wusste, weiß es nach dem Opener "Striker". Stuermer ist auch als Tourgitarrist von Genesis bekannt geworden, doch wurde er da immer an der kurzen Leine gehalten. Welches Potential Collins/Banks/Rutherford gitarrenseitig verschenkt haben und vermutlich bei der bevorstehenden Reunion-Tour wieder verschenken werden, zeigt "Go". Wenn jemand bei Genesis in die Schuhe von Steve Hackett gepasst hätte, dann Daryl Stuermer, niemand sonst. Jetzt zu "Go": ein reines Instrumentalalbum, Drums, Bass und Keyboards legen den Teppich für einen 10 Songs andauernden Gitarrenlauf, der Grundton ist Jazz-Rock/Rock, mal schneller, mal langsamer, immer sehr melodisch, manchmal melancholisch (Dream in Blue). Das birgt die Gefahr von Eintönigkeit, zumal Stuermer leider völlig darauf verzichtet, Farbtupfer zu setzen, bspw. durch Soundvariationen beim Keyboard, durch Keyboard-Soli, durch Bläser oder sogar durch eine zweite Leadgitarre. Da gäbe es einige Experten, mit denen er sich guten Gewissens duellieren könnte. Anspieltip: Sehr gelungen und vor allem aber als achter Song sehr gut platziert ist das leicht funkige "Meltdown", das einen aufrüttelt, bevor manch möglicherweise dahingedöst wäre. Fazit: sehr gute drei Sterne, für den vierten fehlt die Abwechslung. Wer die nicht benötigt und gepflegte Gitarrenarbeit mag, darf sich hier bedienen.