Es war zu erwarten, dass der Solo-Jonsi nicht viel anders klingt als mit Sigur Rós, und dann hat er noch den großen Sprung zur englischen Sprache gewagt, die der Rest der Welt außerhalb Islands verstehen könnte, was aber gar nicht so wichtig ist... Hat er doch wieder eher Stimmungen und Klanggemälde (sogar perkussiv mit Stimme, was für eine Feinarbeit im Studio!!!) erschaffen, die einen zum Träumen verleiten, als ambitionierte Texte mit tiefem Hintergrund zu präsentieren; zumal seine Lieblingsvokale - das langgezogene "yuuuu" und "noooo" - wohl in den meisten Sprachen vorkommt und an den betreffenden Stellen nicht unbedingt einen Sinn ergeben muss... Das Falsett ist zwar nicht Jedermann's Sache, und einige Stücke haben auch "normal" gesungene Stellen (wobei auch da die sehr jungenhafte Klangfarbe des über 30jährigen auffällt), aber gerade diese höchsten Höhen lösen bei mir regelrechte Glücksgefühle aus. Und das ist es, was Jonsi's Musik auszeichnet: Gefühl ohne Ende und ohne Duselei! Und wegen der Vielzahl der Experimente kann man dieses Werk durchaus zum progressiven Lager gehörig bezeichnen.
Danke für dieses "Abfallprodukt", Jonsi (siehe Amazon-Produktbeschreibung)!