Nachdem ich eine Weile mit Mathematica gearbeitet hatte, war ich nahezu aufgeschmissen als ich das Institut wechselte und mit einem Mal all die liebgewonnen fit/minimier/integrier Routinen nicht mehr zur Verfügung hatte, denn Mathematica gibt es an meinem neuen Institut nicht. Da kam mir Octave zu Hilfe. Es ist ein wunderbar effizientes und schnelles Interface, um all die kleinen Dinge des Wissenschaftsalltags zu lösen: Differentialgleichungen, komplexe Zahlen, you name it (allerdings keine symbolischen Funktionen, kein analytisches Integrieren).
In kurzer, prägnanter Weise erklärt das GNU Octave Manual alle Funktionen, die das Programm so bietet. Man muß allerdings beachten, daß es diese Dokumentation auch online kostenlos zur Verfügung steht -- das Buch bezieht sich sogar auf die mittlerweile veraltete Version Octave 2.0.13. Die Funktionen des Programms sind aber alle sorgfältig dokumentiert, und nur in einem sehr speziellen Fall mußte ich einmal auf dem Netz nachsehen, weil sich die Nomenklatur leicht verändert hatte. In meinen Augen phänomenal an Octave ist übrigens die Möglichkeit, eigene Routinen einzubinden (z.B. die GNU Scientific Library), und auch dies ist gut dokumentiert.
Ich gehöre zu den Leuten, die gerne noch eine papierne Referenz auf dem Tisch liegen haben, und genau dafür ist dieses Buch ideal. Zusätzlich steht auf dem Buchrücken, daß ein Dollar des Kaufpreises an den GNU Octave Development Fund geht, und man mit dem Erlös des Buches weiterhin free software development unterstützt.