In "Gnadenlos" ist Tom Clancy gelungen, spektakuläre Handlungselemente und nachdenkliche Themen miteinander zu verbinden. So findet die Hauptperson, die immer wieder schwere Verluste erleidet, ihre Mission in der Rache. Sie rächt sich an Drogendealern, die außerdem noch Frauen missbrauchen. Auf diese Weise wird ein mitdenkender Leser vor die Wahl gestellt: Entweder, Kelly ist ihm zu brutal oder blutdurstig, oder er versucht, Kelly zu verstehen. Es spricht für Clancy, dass er nicht nur eine Handlung beschreibt, sondern gleichzeitig noch zwei bis drei andere laufen lässt, die sich alle kreuzen und irgendwie auch treffen. So geht es mit zwei anderen Personen um Frieden, und was man bereit sein muss, dafür zu opfern. Clancy beschreibt in "Gnadenlos" nicht nur eine eigentlich sympathische Figur, die später wieder vorkommt, sondern er beschreibt auch die Situation, in der sich Amerika zum Zeitpunkt des Vietnamkriegs befindet. Ich rate jedem, der von den weiteren Romanen (Meistens "Jack-Ryan-Romane" genannt) fasziniert ist, auch dieses Buch zu lesen.