Als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt war ich etwas skeptisch, denn es hat knapp 1000 Seiten und ist somit ein echter Wälzer. Ich hatte mich auf einige Längen gefasst gemacht, die bei vielen umfangreichen Büchern oft nicht zu vermeiden sind. Als ich jedoch angefangen hatte zu lesen, wurde ich gleich mitgerissen.
Detailliert schildert Norman Mailer den wahren Fall eines zweifachen Mörders,der auf eigenen Wunsch hingerichtet werden möchte. Es ist die Geschichte eines Mannes, der bereits sehr früh vom rechten Pfad abgekommen ist und sich nach längerem Gefängnisaufenthalt in der Gesellschaft nicht mehr zurechtfindet. Mailer berichtet auch von den Menschen, die ihm nahe standen und die ihm, letztendlich vergeblich, versucht haben bei einem Neuanfang zu helfen.
"Gnadenlos" behandelt, wie auch "Kaltblütig" von Truman Capote, das umstrittene Thema Todesstrafe und ist für mich eines der besten Bücher von Norman Mailer.