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Produktinformation
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Selbst da, wo ärztliche Einsicht fehlt und Holzhammermethoden regieren, setzt Linn Ullmann, die Tochter von Liv Ullmann und Ingmar Bergmann, ihre Wörter überaus sensibel. Das macht den Reiz von Gnade aus, der vom langsamen Sterben Slettens ebenso wie vom Wunsch auf einen würdigen Abgang erzählt. Dabei wird deutlich: Sletten ist immer nur ein mittelmäßiger Charakter gewesen, als Ehemann und Vater und im Beruf. Jetzt hat er die Möglichkeit, im Sterben Größe zu bewahren. Und Mai -- seine Gnade, wie er sie nennt -- soll ihm dabei helfen.
Nach Die Lügnerin und Wenn ich bei Dir bin ist Gnade Ullmanns drittes Buch, und es ist wohl auch ihr bestes. Nicht auszudenken, was man von dieser talentierten, feinfühligen Autorin noch erwarten darf. - Isa Gerck -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Aber wenn er seine Frau Mai ansieht, dann fühlt er sich stolz und glücklich, kann immer noch nicht glauben dass diese junge Frau ausgerechnet ihn ausgewählt hat, mit ihm zusammen sein will. Sie ist seine Gnade, das sagt er ihr immer wieder.
Und nun hat er von seinem Arzt erfahren, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat; die Erinnerung an das unwürdige Ende seines Vaters hat sich ihm nachhaltig ins Gedächtnis gebrannt, und er weiß eines: so will er nicht enden, er will sein Leben anders beenden. Und Mai soll ihm dabei helfen...
Es ist die stille, schöne Geschichte eines Rückblicks auf ein Leben, in dem nicht viel passiert ist; eine ganz alltägliche Geschichte, ein durchschnittlicher Mann, der nichts außerordentliches geleistet hat, der sich mit Problemen herumschlägt, die wohl jeder kennt. Auch ich habe mich beim Lesen dieses kurzen Romans - eigentlich mehr eine Erzählung - immer wieder gefragt, worauf die Autorin eigentlich hinauswill.
Als ich das Buch mit einem Schulterzucken und "nätt, aber überflüssig" weglegen wollte, kamen mir aber ein paar Szenen wieder in den Sinn, die ganz beiläufig ziemlich tief unter die Haut gehen.
Eine davon zeigt Johan im Gespräch mit seinen Arbeitskollegen; voller Stolz will er ihnen ein Foto seiner Frau zeigen, die für ihn einfach wunderschön ist. Er zieht das Foto aus der Tasche, aber noch bevor er erklären kann, um wen es sich dabei handelt, kommen schon die ersten abschätzigen Kommentare seiner Kollegen, die sich über ihre Pummeligkeit lustig machen.
Für mich zeichnet sich dieses Buch durch viele dieser kleinen Momente aus, die gerade durch ihre Belanglosigkeit so genau zeigen, was uns abseits von den sonst so gern präsentierten großen Gesten und Gefühlen eigentlich wirklich ausmacht.
Wer keinen mitreißenden Plot sucht sondern sich auf eine kleine Geschichte einlassen will, der wird an diesem Buch sicher seine Freude haben.
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