...en masse verbreiten die Schweden "Gösta Berlings Saga" auf ihrem vierten Album "Glue Works". Zentrale Eckpunkte sind die beiden gut 12 minütigen Longtracks "Island" und "Sorterargatan 1". Die kürzeren Stücke davor und dazwischen wirken wie skurrile musikalische Skizzen, die nach meinem Verständnis die Longtracks vor- bzw. nachbereiten. Auffällig ist dabei über weite Strecken die Abwesenheit von ausgeprägten Melodien (bis auf die letzten 7 Minuten von "Sorterargatan 1" am Ende des Albums, in denen eine zum Weinen schöne Melodie absolut unkitschig vorgetragen wird). Vielmehr tauchen über majestätischen Akkordfolgen (von E-Gitarre und/oder Fender Rhodes getragen) unterschiedliche Melodiekürzel auf, die die einzelnen Kompositionen druckvoll vorantreiben. Einen erheblichen Anteil daran haben auch der knurrende E-Bass und das phantasievolle stellenweise jazzig gespielte Schlagzeug. An einigen Stellen werden Gastmusiker an Blasinstrumenten, Cello und einer singenden Säge (!!) recht effektvoll eingesetzt. Insgesamt ist diese sehr atmosphärische Musik nur sehr schwer zu kategorisieren. Am ehesten käme mir als Bezeichnung "avantgardistischer Retro-Prog" in den Sinn, wenn das nicht ein Widerspruch in sich wäre. Ist eigentlich auch egal. Auf jeden Fall hat man es mit einem wunderbaren, beeindruckenden und äußerst hörenswerten Werk zu tun. Alter Schwede!!!