Die Aufnahme aus Leipzip zu beurteilen fuehle ich mich nicht in der Lage. Sie ist gut, sicherlich, sauber gesungen, ohne zu viel Hall, ein starker Chor. Dennoch: Um wirklich die Qualitaet des Orchesters und der Solisten einzuordnen, muesste man verschiedene Aufnahmen von Glucks Oper vergleichen, welches ich noch nicht getan habe.
Fuer einen Laien aber, der Glucks Oper zum ersten Mal anhoeren moechte, oder fuer jemanden, der sich mit der Orpheus-Thematik auseinandersetzen moechte, sei diese wunderbare CD empfohlen.
Glucks Oper gliedert sich in drei Akte. Im ersten betrauert Orpheus seine Geliebte, die ihm von einem Schlangenbiss geraubte Euridike. An ihrem Grabe vor Schmerz vergehend will er ihr in den Tod folgen, woraufhin sich die Goetter seiner erbarmen. Im zweiten Akt steigt er in die Hoelle hinab, besaenftigt mit seinem Gesang die Kreaturen der Tiefe und findet seine Geliebte wieder. Er soll sie - dies die beruehmte Szene - aus dem Hades fuehren, ohne sich umzuwenden. Im dritten Akt ist es so weit, er fuehrt sie durch die Hoelle. Sie aber, von seiner Kuehle und Nichtbeachtung verletzt, fleht so lange um nur einen Blick aus den Augen ihres Geliebten, bis Orpheus sich schliesslich umwendet. Euridike stirbt ein zweites Mal. Noch bevor Orpheus sich selbst toeten kann, haben die Goetter ein zweites Mal Mitleid mit ihm und bringen ihn und Euridike zurueck in die Welt der Lebenden.
Unsterblich ist Orpheus' Gesang, nachdem er Euridike zum zweiten Mal verloren hat. Die Melodie ist unvergesslich, allein dafuer lohnt es sich schon, die Oper kennenzulernen, die Aufnahme zu kaufen und immer wieder anzuhoeren.
Ein Kleinod.