Schon die Ouvertüre ist hier ein Juwel: Gardiner hat hier, am Anfang seines Wirkens (Die Aufnahme stammt von 1987) einen Meilenstein gesetzt und eine wichtige Lanze für Gluck gebrochen.
Chor und Orchester der Opéra de Lyon sind hochkompetent - schade, daß die schöne Tradition von Gardiners Nachfolger Nagano gleich wieder abgebrochen wurde.
José van Dam ist ideal besetzt und nobel wie immer, Aler und von Otter hoch zu loben - nur leider: Lynne Dawsons Stimme ist für die Iphigénie einfach viel zu klein und putzig, sie klingt wie Papagena auf einem Ausflug in die Ägäis ; auch fehlt ihr der Ausdruck für ihre schönen Verse, zur französischen Sprache scheint sie keine Beziehung zu haben. Das verschiebt natürlich die dramaturgischen Gewichte enorm, es bleibt aber immer noch eine sehr schöne Aufnahme.