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1762 wurde der Dreiakter nach antiker Vorlage in Wien uraufgeführt, zwölf Jahre später erlebte das "Drama per musica" in Paris in umgestalteter Form seine umjubelte Frankreich-Premiere, sie machte den deutschen Komponisten weltberühmt. Gluck führte in diesem Bühnenstück Orchesterteile, Solo-Arien, Rezitative und Chöre, Pantomime und Tänze zu einem - für die damalige Zeit neuartigen - Gesamtkunstwerk zusammen. Er brach mit höfischen Konventionen der Kunstform Oper, sprengte die starre Routine, strebte nach Natürlichkeit und Einfachheit und sorgte so für eine Erneuerung der Operngattung.
"Ich glaube, einen großen Teil meiner Bemühungen auf die Erziehung einer edlen Einfachheit verwenden zu müssen." Dieses Lebensmotto, das Gluck 1769 Herzog Leopold von Toscanien mitteilte, scheint auch die Devise von Robert Wilson gewesen zu sein, als er Orphée et Eurydice 1999 in Paris am Théâtre du Châtelet in Szene setzte. Der amerikanische Avantgardist, der sich mit gefeierten Regiearbeiten wie Einstein On The Beach, The Black Rider und Madame Butterfly einen Namen machte, verzichtet in seiner schlichten, aber wunderschönen Fassung auf jedes Brimborium. Er erlangt mit einer ausdrucksstarken Lichtgestaltung, kargen Kostümen, einer stilisierten Pantomime und nahezu statischen Tanzschritten eine bezaubernde Wirkung und wird Gluck in jedem Moment gerecht. Fabelhaft!
Das Orchestre Revolutionnaire et Romantique und der Monteverdi-Chor unterm Dirigat von Sir John Eliot Gardiner spielen diese Reformoper mit riesiger Energie und Anschaulichkeit. Sie deuten Gluck, der ja selbst ein Innovator war, sehr modern, sehr zeitgemäß. Die ausschließlich mit Frauen besetzten Hauptrollen schließlich - Magdalena Kozena (als Orpheus), Madeline Bender (Eurydike) und Patricia Petibon (Amor) - begeistern mit einer stimmlichen Reinheit und Bühnenpräsenz, die ihresgleichen sucht. Das ist Vokalkunst in Vollendung! --Harald Kepler
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Die Untertitel sind in Ordnung. Nur leider wird diese Aufführung, wie viele andere DVDs auch, durch Dauerhuster gestört. Es ist mir unbegreiflich, warum diese Leute nicht anstandshalber den Saal verlassen. Sich die DVD mit Kopfhörern anzusehen, daran ist deshalb leider überhaupt nicht zu denken.